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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Suchensinn. Michael Beheim. Hans Folz u.a. 549

beiden Chroniken ein. Mit Vorliebe flicht er persönliche Vorkommnisse ein,welche er gern aus seinen weiten Reisen (bis Schweden und Serbien) schöpft,auch hat er die Heidelberger Hss. 351 geistliche Liederund 375 Lieb-habung Gottes selbst geschrieben (Bartschs Katalog S. 102 u. S. 113). 1

Michael Beheims Werke können nicht vom Standpunkt der Kunst aus be-urteilt werden, er ist nur ein unpoetischer Vielschreiber. Seine Ausdrucks-weise ist derb, volksmäßig, auch mit Volkswitzen gespickt. Auch von Vers-kunst kann man bei ihm nicht reden, seine Verse sind nur nach Silbenzählunggebaut mit sehr willkürlicher Behandlung des sprachlichen Materials. 2

Außerordentlich fruchtbar war Hans Folz 3 als Meistersänger. Der Inhaltseiner Meistergesänge ist zum größten Teil religiös, besonders in Marienliederntut er sich hervor. Die Lieder mit weltlichem Stoff behandeln großenteils seineAnsicht über die Meistergesänge. Diese ist recht umstürzlerisch: 4 er tadelt,daß jeder Dichter nur die Töne der Zwölfe gebrauchen soll, während die andernverachtet sind, und doch hat es mancher besser gemacht (Nr. 90 S. 337-40).Daraus spricht viel Eitelkeit auf seine eigene Kunst (vgl. S. 339, 4, 113-19). 5

In der Formgebung ist er nicht spröde, mit den Reimen geht er gewaltsamum: einen klingenden Reim zu gewinnen, hängt er einfach ein e an und dgl.

Über Balthasar Fridel und Fröschel v. Laidnitz s. Stammlers Verfasser-lex. 1, 678f. 773f.; Kunz Haas: Menhardt, ebda 2, 220-22.

3. DAS VOLKSLIED

Lit. zu Volkslied des 14. 15. Jh.s Uhland, Alte hoch- u. niederdeutsche Volkslieder mit Ab-handlungen u. Anmerkungen hgb. I. Bd. Liedersammlung 1844, II. Bd. Abhandlung 1845,

1 Meisterlieder (religiöse u. politische) Uh- a Alfred Kühn, Rhythmik u. Melodik Mi-

land aaO.; v. d. Hagen, Sammlung f. ad. Litt, chel Beheims, 1907, dazu Dollmayr, Anz. 34,

u. Kunst, 1812, 37 ff.; Mones Anz. 4, 1835, 66-70; Martin, Anz. 5, 224. Koberstein,

448-51. 5, 1836, 51 f.; Holtzmann, Germ. 3, Grundr. I 6 , 306 Anm. 10.

327 f. (2 Meistergesänge); Ph. Wackernagel, 3 Lit. zu Meistergesängen des H. F. Ausg.:

Kirchenlied 2, 666-89 (die geistl. Meister- Aug. L. Mayer, Meisterlieder des H. F. aus

gesänge); R. v. Liliencron, Üb. d. Inhalt d. d. Münch. Originalhs. u. d. Weimarer Hs. hgb.,

allgem. Bild. aaO. S. 35 f.; F. Bleyer, Ein Dt. Texte des MA.s Bd. 12, 1908; Ders., Quel-

Ged. M. Beheims üb. Wlad. II (1456-62), lenstud. zu H. F., ZfdA. 50, 314-28; Goedeke,

Archiv f. siebenbürg. Landeskunde 32, 1903, Germ. 15, 197-201; Leitzmann, Zu Folzens

1-39, Nachtr. siebenbürg. Korrbl. 17, 1904, Meisterliedern, Beitr. 43, 266-75; Götze,

33-35; A. Schullerus, M. Beheims Ged. üb. Frühnhd. Leseb. 2 aaO. S. 31-33; R. Henss,

Wlad. II. Drakul als hist. Quelle, ebda 27, Stud. zu H. F., 1932; Werner Hofmann,

49-59; G. C. Conduratu, M. Beheims Ged. Stilgeschichtl. Untersuchungen zu d. Meister-

üb. d. Woiwoden Wlad. II. Drakul s. ob.; liedern des H. F., 1932. Aufzählg. der Mei-

Bolte, Zehn Meisterlieder M. Beheims, Prager stergesänge u. Töne des H. F.: Goedeke,

dt. Stud. 8,401-21; Gille, Die histor. u. polit. Grundr. I 2 , 330. 2 Hss. der Meisterlieder

Gedichte aaO.; Paul Sparmberg, ZfdPh. 45, des H. F.: Mayer, Ausg. S. X-XXI. Ge-

66-68 (1 Meisterlied); Hss. der Meisterlieder: samtlit. üb. H. F. s. seine Sprüche ob.

Karajan, M. Beheims Buch v. d. Wienern 4 Goedeke, Germ. 15, 200; Stammler, Von

S. LXXIff.; Bartsch, Katal. d. Hss. der der Mystik zum Barock, 1927, 218-21; Horst

Univers.-Bibl. in Heidelberg Cod. pal. germ. Oppenheim, Stammlers Verfasserlex. 1, 628

312 (Bartsch S. 58-69), 334 (Bartsch S. 80), -36.

351 (Bartsch S. 102), 375 Von derLiebhabung 6 Aber es stand ja nicht einmal fest, welches

Gottes (Bartsch S. 113), 382 (Bartsch S. 314), die 12 alten Meister waren, und nachgeahmt

386 (Priebsch, Dt. Hss. in England I S. 121-24. wurden auch die Töne solcher Sänger, die nicht

295-300; Horst Oppenheim aaO. S. 189). unter die Zwölfe gerechnet wurden.