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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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531
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Reimchroniken 531

Karl den Kühnen (14. Jh.) in künstlichen Strophen verschiedenen Baues.Ein Hans Erhart Tusch schrieb eine Burgundisch hystorie, die1477 in Straßburg gedruckt wurde, ein dürftiges Machwerk (mehr als600 Strophen). 1

Kölner Reimchronik

Eine Reimchronik über die Kämpfe, die die Kölnischen Adelsgeschlechterin der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegen die Erzbischöfe und Zünfteführten, schrieb in seinemBoech van der stede van Coelne" GottfriedHagen, der sich am Schluß (V. 6287) als Verfasser 2 nennt.

Michael Beheims Reimchroniken

In den weiten Bereich seiner meistersingerischen Betriebsamkeit zog Mi-chael Beheim 3 auch geschichtliche Stoffe, die er in einzelnen historischenGedicHten und in zwei strophischen Reimchroniken verarbeitete: im Buchvon den Wienern 3 erzählt er aus eigenem Erleben, da er sich in der vonden Bürgern belagerten Hofburgin grossen angsten" (Überschrift) befand,den Aufstand der Wiener gegen Kaiser Friedrich III. 1462-65, mit vielengleichgültigen, doch immerhin das dortige Leben ausmalenden Einzelheiten(etwa2000 Strophen in drei Reimpaaren, die Melodie nennt er angstweis, Angst-weise). Das Gedicht ist sowohl zum Lesen als zum Singen bestimmt; das manes lesen mag als ainen spruch oder singen als ain liet (Überschrift, KarajanS. 1). Einige Jahre darauf, 1469, schrieb er das Leben Friedrichs I.(des Siegreichen) von der Pfalz 4 in zwei Büchern, in deren Überschrift ersich nennt: vnsers aller genedigesten herrn dez römischen Kaiser Fridrichs vnndmeines genedigen herrn her Fridrichs pfalczgraven pei Rein teutscher poet vndlichter. Doch war der Pfalzgraf ein Gegner des Kaisers. Es ist eine Reimungder kurz vorher abgefaßten Prosachronik des Matthias v. Kemnat, derKaplan des Pfalzgrafen und dem Michel Beheim befreundet war. Die Melodieder ebenfalls paargereimten sechszeiligen Strophe nennt erOsterweise".Bezeichnend für die charakterlose Lobhudelei des Machwerks sind die Schluß-verse : Der fürst mich helt in Knechtes miet, ich ass sin brot vnd sang sin liet; obich zu einem andern kom, ich ticht im auch, tut er mir drum.

Tschechische Reimchronik

Die Bedeutung, die Böhmen unter den Luxemburgern im 14. Jahrhundertfür das deutsche Reich hatte, spricht aus der tschechischen Reimchronik des

1 Hgb. Wendung u. Stöber, Alsatia 1875/76 Erörterungen z. bayer. u. deutsch. Gesch.S. 341 ff. Roethe, ADB. 39, 26; Goedeke Bd. III, 1863, ebda Bd. II Matth. v. Kemnat.S. 277f.; Stammler, Von der Mystik zumWattenbach, Zs. f. Gesch. d. OberrheinsBarock S. 210 u. Anm. S. 487. Bd. 23; K. Hartfelder, Forsch, z. dt. Gesch.

2 Jan van Dam, Stammlers Verfasserlex. 2, 22, 329-49; K. Wassmannsdorff, D. Er-143-45, mit Lit. Ziehung Friedrichs des Siegreichen, Kurfürsten

3 Die gesamte Lit. über Beheim s. beim Mei- von d. Pfalz, aus Michel Beheims Reimchron.,stergesang M. Beheims. 1886; Bartsch, Katal. Cod. pal. 335 S. 80f.

4 Buch 2 hgb. Konr. Hofmann, Quellen u.

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