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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Schweiz. Ditmarschen. Hansa. Fürstenkämpfe. Städtische Kämpfe 527

von Halbsuter, 67 Strophen]) an, die es allerdings nur zu einem gewöhnlichenSchlachtenbild in traditioneller Mache bringen, wobei nichts von der Begei-sterung eines Freiheitskampfes zu spüren ist. Kräftiger ist das erste Lied vonder Schlacht bei Näfels (35.36). Neue Belebung erfuhr der nationale Gemein-wille in dem burgundischen Kriege, und eine Reihe von Liedern des 15. Jahr-hunderts sind gegen Karl den Kühnen gerichtet (Liliencron Bd. II Reg.572a); zu Liliencron 2, Nr. 171, von Mathiß Drabsanft, s. K. Bertram,Stammlers Verfasser lex. 1, 459 f.

Ditmarschen. Hansa

Aus dem Freiheitskampf der Ditmarschen 1 gegen Holstein und Dänemarkist nur ein fünfstrophiges Lied auf ein Ereignis dieses Zeitraums erhalten(1404), aber gerade in seiner Kürze ist es eine ergreifende Kundgebung desnationalen Freiheitswillens:Wi willen darumme wagen goet und bloet undwillen dar alle umme sterven" (Uhland, Volksl. Nr. 169; Lil. Nr. 45). Ausden Kämpfen der Hansa gegen die Piraten ist das berühmte Lied von demSeeräuber Störtebeker 2 hervorgegangen 1402 (44).

Fürstenkämpfe

Kriege zwischen Landesfürsten fanden am ehesten dort statt, wo sich dieTerritorialgrenzen noch nicht gefestigt hatten, das war der Fall zwischenBrandenburg und Pommern (Nr. 9. 3 23.43.* 124), dort auch zwischen Landes-herrn und Ritterschaft (Die Quitzows, 1414, Nr. 48); oder bei Erbstreitig-keiten (Nr. 58, auch Kunz v. Kaufungen [1455] Nr. 104); aber auch zwischenBayern und Franken (1460, Nr. 110, s. auch Nr. 76). Pfalzgraf Friedrich derSiegreiche, derböse Fritz", lebt auch heute noch in der Volkserinnerung,die besonders durch Gustav Schwabs Gedicht wieder gestärkt wurde. Auf dieZeitgenossen hat sein Triumph über die Übermacht seiner Gegner einen star-ken Eindruck gemacht (Nr. 112-15, zwei davon von Gilgenschein). 5

Städtische Kämpfe

Das mächtige Aufstreben der bürgerlichen Gesellschaft führt zu Kämpfender Städte gegen die Fürsten, die Städte schlössen sich zu Bünden zusammena. 1384ff. (Nr. 30); einen großen Umfang nahm später, 1449-50, der Mark-grafenkrieg an. Häufig kommen Händel zwischen den Bürgern und ihrengeistlichen Oberherren, den Bischöfen, vor, wie in dem besonders in Redensich abwickelnden, gegen 2200 Verse zählenden Gedicht vom WürzburgerStädtekrieg Nr. 40 (s. ferner 69. 71. 73. 84). Raufereien zwischen Städtenund Rittern Nr. 24. 59 [von Konrad Silberdrat] Nr. 77, s. auch Germ. 31,311-14; ZfdA.42, 367-71.

1 Uhland 2, 395^103. 220-47.

2 A. Hofmeister, Klaus Störtebeker ADB. i Arthur Wyss, ZfdA. 27, 301 f.

36, 459 f. B Gilgenschein: Ruth Westermann, Stamm-

3 Doch s. Schröder, Gott. Nachr. 1927, lers Verfasserlex. 2, 50.