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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die Neidharte. Bruder Rausch. Salomon und Markolf 483

Viel gelesen war das Schwankgedicht im 16. und 17. Jahrhundert, wiedie Drucke (s. oben) und die Erwähnungen bei Schriftstellern des 16. Jahr-hunderts (auch in Brants Narrenschiff) erweisen. Auch ins Niederdeutschewurde es umgeschrieben und daraus in niederländ. und englische Prosa über-setzt (s. oben unter Lit. u. Bobertag aaO. S.4 u. Anm.).

Im 16. Jahrhundert erlebte der Kalenberger eine Nachbildung in dem Ge-dicht Peter Leu, der andere Kalenberger,in Reimen verfaßt durchAchilles Jason Widmann von Hall", um 1550 (Schade, Weimarisches Jahr-buch 6, 417-76; Bobertag S. 87-140, mit Lit. v. d. Hagen, Narrenbuch,1811, dazu W. Grimm, Kl. Sehr. 2, 52 ff.).

Bruder Rausch

Weit verbreitet war der gereimte Schwank vom Bruder Rausch 1 inDrucken, deren ältester, niederdeutsch (428 V.), am Ende des 15. Jahrhun-derts, etwa 1488, herauskam, worauf hochdeutsche Texte folgten (572 V.),in Drucken von 1515 an, eine dänische und schwedische Bearbeitung (im16. und 17. Jh. gedruckt), eine niederländische (Prosa, Volksbuch, 16. Jh.);diese wurde ins Englische übertragen (Prosa, 16. Jh.). Ursprünglich wohleine Teufelslegende mönchisch frommer Richtung wurde sie zu einer Satireauf die Mönche. Bruder Rausch (nd. Rüsche, von rüs Lärm, Gepolter, ver-wandt mit mhd. raschen rauschen), ursprünglich ein Poltergeist, ist der Teufel.In Gestalt eines Jünglings ging er in ein Kloster, dessen Mönche ein lieder-liches Leben führten, wo er zum Klosterkoch und Bruder vorrückte und demAbt und den Mönchen auf deren Wunsch feine Fräulein zubrachte, dabei aberauch allerlei Possen spielte. Verse freigebaut, Reime unrein.-

Salomon und Markolf

Das schwankhafte Epos Salomon und Markolf von Gregor Hayden,Mitte bzw. 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts (1871 V.), ist schon bei dem deut-schen Spielmannsgedicht Salman und Morolf besprochen worden (LG. II,1, 328). 2 Der Dichter nennt sich am Schluß (V. 1858 ff.), seinen Gönner, denLandgrafen Friedrich von Leuchtenberg, am Anfang (V. 5ff.) und am Schluß

1 Hgb. Simrock, Deutsche Volksbücher 28; 2 Nochmals sei hier hingewiesen auf: DreiOsk. Schade, Weimarisches Jahrbuch 5,1856, Kölner Schwankbücher aus dem XV. Jahr-357-414 (nd. u. mhd. in neuhochdeutscher hundert: Stynchyn van der Krone, Der boiffenErneuerung); Bobertag, Narrenbuch S.363 orden, Marcolphus, hgb. v. J. J. A. A. Frant--381 (nd. Text); H. Anz, Nd. Jahrb. 24, 76 zen u.A.Hulshof, Utrecht 1920, dazu Schrö--112 (nd. Text); Rob. Priebsch, Br. Rausch, der, Anz. 40, 93 f. Im Stynchyn van derFaksimileausg. des ältesten nd. Druckes (A), Krone (Original um 1420, mittelfränk., acht-eingeleitet u. mit Bibliographie versehen, 1920. zeilige Strophen) belauscht der Dichter die Abhandl.: H. Anz, D. Dichtg. vom Br. R., Anträge, die vier Bewerber diesem kölnischenEuphorion 4, 1897, 756-72; R. Priebsch, Die Konditorfräulein vorbringen, aber abgewiesenGrundfabel u. Entwicklungsgesch. d. Dichtg. werden.Auch hgb. v. d. Hagen, Narrenbuchvom Br. R., Prager Dt. Stud. 8, 1908, 423-34; aaO.; Simrock, Dt. Volksbücher; Ad. Neu-L. Wolff, Stammlers Verfasserlex. 1, 292-94, jahrsblätter für 1874 von Birlinger u. Crece-wo weitere Lit. Goedeke l 2 , 347 f.; Jel- lius 75-88. 109^t8. Bobertag, Gesch. d.linghaus, Gesch. d. mnd. Lit. 3. Aufl. S. 26. Romans I, 1876, 186 f.

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