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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
Entstehung
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I. ÜBERSICHT

Konrad Burdachs Forschungen, in deren Mittelpunkt sein großes WerkVom Mittelalterzur Reformation" steht, sind unten unterHumanistische Literatur" verzeichnet. JacobBurckhardt, Kultur der Renaissance, 13. Aufl. 1922; Wilh. Dilthey, Weltanschauung undAnalyse des Menschen seit Renaissance u. Reformation, Diltheys Gesammelte Schriften II. Bd.,1914; Johannes Janssen, Gesch. d. dt. Volkes seit dem Ausgang des Mittelalters, I. Bd. Dieallgemeinen Zustände des deutschen Volkes beim Ausgang des MA.s, 19. u. 20. Auflage 1913;Martin Grabmann, Mittelalterl. Geistesleben, Abhandlungen zur Gesch. der Scholastik u. My-stik, 1926. Fritz Karg, Die Wandlungen des höf. Epos in Deutschland vom 13. zum 14. Jh.,GRM. 1923, 321-36; J. Huizinga, Herbst des Mittelalters, übersetzt von T. Jolles-Möncke-berg, 1924 (dazu A. Hübner, DLz. 1925,2344-48), 2. Aufl. 1927; Willi Andreas, Deutschlandvor der Reformation, eine Zeitenwende, 1932, dazu Otto Brandt, DLz. 1933, 511-19; Alfredv. Martin, Dt. Vjschr. 5, 1925, 485-500; Rud. Stadelmann, Vom Geist des ausgehenden MA.s,Stud. z. Gesch. der Weltanschauung von Nicolaus Cusanus bis Seb. Franck, 1929 (dazu Hübner,DLz. 1930, 54-60); Lamprecht, Deutsche Geschichte, 2. Aufl. Bd. IV, 1896, S. 175 ff.: Sozialeu. polit. Entwicklung bis in die 2. Hälfte des 14. Jh.s, Bd. V, 1, 1896, S. 49-116, Wirtschaftl. u.soziale Wandlungen vom 14. zum 16. Jh. S. 117-217, Entwicklung der individualistischen Ge-sellsch.; Hans Fehr, Kunst u. Recht Bd. II: Das Recht in der Dichtung, 1931, dazu Borchling,Zs. d. Savigny-Stiftung f. Rechtsgesch. 52 Bd. Germ. Abt. S. 350-55; Günth. Müller, DasZeitalter der Mystik, in: Aufriß der dt. Literaturgesch. nach neueren Gesichtspunkten hgb. v.H. A. Korff und W. Linden, 1931, 40-60; Paul Merker, D. Zeitalter des Humanismus undder Reformation, ebda S. 61-92. Günther Müller, Dt. Dichtung von der Renaissance bis z.Ausgang des Barock, in Walzeis Handbuch der Literaturwissenschaft; Wolfg. Stammler, Vonder Mystik zum Barock 1400-1600; Ders., Die Wurzeln des Meistergesangs, Dt. Vjschr. 1, 1922,529-46; Ders., Die bürgerliche Dichtung des Spätmittelalters, ZfdPh. 53, 1-24; Walther Rehm,Kulturverfall u. spätmittelhd. Didaktik, ZfdPh. 52, 289-330; Ders., Der Todesgedanke in der dt.Dichtung vom Mittelalter bis zur Romantik, 1928 (S. 73-137); Ders., Zur Gestaltung des Todes-gedankens bei Petrarca u. Johann von Saaz, Dt. Vjschr. 5,1927, 430-55; Erna Döring-Hirsch,Tod u. Jenseits im Spätmittelalter, 1927, dazu Strauch, DLz. 1927, 1564-66; Alwin Schultz,Deutsches Leben im XIV. u. XV. Jh., 1892; G. Bebermeyer, Die deutsche Dicht- u. Bildkunstim Spätmittelalter, Dt. Vjschr. 7, 1929, 305-28; Emil Ermatinger, Dichtung u. Geisteslebender deutschen Schweiz, 1933,35-98; Hilde Hügli, Der deutsche Bauer im MA., dargestellt nachden deutschen literarischen Quellen vom 11. bis 15. Jh., 1929; Aug. Arnold, Studien üb. denhohen Mut, 1930, dazu Witte, Lbl. 1933, 98-101; Ferd. Siebert, Der Mensch um Dreizehn-hundert im Spiegel deutscher Quellen, 1931 (etwa 1275-1350); Rosenhagen, Der Geist des deut-schen Mittelalters, 1929. Diese LitGesch. II, II, 1 S. 26 f. u. Vorwort S. VII.

Nur kurz, zwei Generationen lang (s. LG. II, 2, 26f. und oben Rudolfv. Ems), währte die hochhöfische Kultur der feineren Lebensformen, desromantischen Ritterideals und dessen Erscheinung in der weltlichen Dich-tung. Schon um die Mitte des 13. Jahrhunderts kündigt sich eine neue Ein-stellung zur gesellschaftlichen Wirklichkeit an. Der innerste Grund diesesWandels liegt in der seelischen Struktur der Menschen: die Phantasie weichteiner verstandesmäßigen Denkweise, die freie Energie der irrationalen Kräfteim Organismus des geistigen Lebens tritt zurück hinter einer rationalistischenGebundenheit. Damit aber ist schon das Werturteil über die Dichtung diesermhd. Spätzeit gefällt: wenn die schaffende Kraft, die Phantasie, erlahmt,dann kann auch keine wirkliche Poesie gedeihen. ImHerbst des Mittelalters",im 14. und 15. Jahrhundert, ist ein Dichtwerk oft nicht mehr innerlich erlebt,