342 Die lehrhafte Dichtung
Vervielfältigung durch die Handschriften Zeugnis, und literaturgeschichtlichlebte Hugo von Trimberg auch im 16. 17. 18. Jahrhundert fort; besondersdurch den Frankfurter Druck 1549 erhielt sich sein Andenken. Gottschedund Geliert haben sich mit ihm beschäftigt, und Lessing plante eine Aus-gabe, für die er schon Vorarbeiten gemacht hatte.
Volmars Steinbuch
Wie auch die Naturgeschichte in die praktische Morallehre Eingang fand,zeigt der Renner, da die Zoologie (Physiologus) darin so ausgiebig verwendetist (s. auch Freidank 109, 14 ff. 111,6). Ein speziell wissenschaftliches, aberdoch für praktische Lebensfragen berechnetes Lehrgedicht ist Volmars Stein-buch, 1 das die Edelsteine beschreibt und ihre Kräfte und deren Wirkung fürden Menschen ausführt. Es ist ein Lapidarius. 2 Der dichterisch wenig be-gabte Verfasser war Alemanne und schrieb die 1008 Verse um die Mitte des13. Jahrhunderts.
Zum Bestiarius der Minne s. unter Prosa.
S. XXXVIII; Hugo u. Albrecht v. Eyb: Max röder Lapidarius, ZfdPh. 46, 255-68. — Vgl.
Herrmann (s. unt. 15. Jh.), S. 34. 410; in „Das himmlische Jerusalem", LG. II, 1, 139;
Rollenhagens Froschmäusler, Wackernagel, Diemer, Dt. Ged. Anmerkungen S. 89 ff. —
LG. II 2 , 64. Andere mhd. Steinbücher bei Lambel S. 95
1 Hgb. Hans Lambel, Das Steinbuch, 1877, -134. — Zwei mnd. Gedichte Von edlen Stei-
dazu Martin, Anz. 5, 224 f., Bartsch, Germ, nen: Jellinghaus, Gesch. d. mnd. Lit. 3 S. 25.
23, 109-12, Cbl. 1880, 495 f. — Abh. Bü- 2 Die berühmtesten mlat. Lapidarien: Alber-
sching u. v. d. Hagen, Museum für ad. Lit. tus Magnus, de Mineralibus (s. Büsching
u. Kunst 2, 1811, 52-145; Lambel, Einl.; aaO.); Marbodus (gest. 1123) über lapidum,
Bartsch, Quellenkunde S. 95 ff.; Ehrismann, Migne 171 Sp. 1735-78; Thomas v. Chatim-
ZfdA. 65,62 f.; E. Brodführer, Der Wernige- pre, Liber de Natura (um 1240).