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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Geschichte der Minnesangsforschung 211

Jena kam sie 1548 aus Wittenberg mit der Kurfürstlichen Sächsischen Bü-chersammlung.

Eine ziemlich umfängliche Sammlung, größtenteils von Sprüchen, ist dieHeidelberger Hs. D, perg. H.Jahrhundert. 1

Sprachlich und kulturgeschichtlich beachtenswert ist die Haager Lieder-handschrift, geschrieben im ersten oder zweiten Viertel des 15. Jahrhun-derts in Holland, wohl für Angehörige des dort regierenden bayerischen Hofes.Es sind etwas über 60 Lieder, deutsche, holländische oder, zur Hälfte, hollän-disch-deutsch sprachgemischte. 2

Eine Sammlung mhd. Gedichte von 1240bis 1340, worunter Minnelieder höfi-schen Stils, die Rudolf Losse, gest. als Dekan des Mainzer Domkapitels 1364,veranstaltet hat, liegt auf der Kasseler Landesbibliothek: Vogt, Beitr.48,124-28. 3

Eine sehr wertvolle Sammlung von Meisterliedern des 14., 15. Jahrhun-derts enthält die Kolmarer Handschrift, s. unten Meistergesang. 4

Auch die Weimarer Hs. (F), 15. Jahrhundert, enthält zahlreiche Sprüche(Frauenlob), doch nur wenige Minnelieder. 5

Einzelne erhaltene Handschriftenbruchstücke weisen auf wertvolle ver-lorene Sammlungen.

Hingewiesen sei hier auch auf die Würzburger Handschrift, E, jetztin der Münchener Universitätsbibliothek, eine für die mhd. Literatur sehrwichtige Sammelhandschrift (MSH. IV, 901; Ruland, Arch. d. hist. Ver. f.Unterfranken 11, 1850, 1-66; v. Kraus, Lachmann 8 S. VIII; Vogt, MF.S. XII f.). Wenige Blätter umfassen das Naglersche und das TroßscheBruchstück in Berlin. 6 Eine aus Hugos von Trimberg Rennererschließ-bare Minnesängerhandschrift" erörtert Schröder, Anz. 43, 126 f.

Geschichte der Minnesangsforschung

Die ältere Geschichte der wissenschaftlichen Bemühungen um den Minne-sang knüpft sich an die große Heidelberger Liederhandschrift. Der St. Galler

1 Bartsch, Katal. S. 102; Strophenanfänge: dt. Fastnachtspiele, QF. 77,1896,108 f.; FranzLachmann, ZfdA. 3, 333^14. Hacker, Untersuch, zur Weimarer Liederhs.,

2 Ausg.: Anton Kalla, Üb. die Haager Lie- Beitr. 50, 351-93. Über die Münsterschenderhs. Nr. 721, Prager dt. Stud. 14, 1909 (mit Bruchstücke s. oben unterMusik" und untenLit.), dazu J. Franck, Anz. 35, 21416, Kopp, unter Walther v. d. Vogelweide.

ZfdPh. 42, 462-67, Helm, Lbl. 1913, 61 f., 6 H. Degering, D. Troßsche Fragm. einer

Wallner, ZföG. 62, 1911, 523 f., Kossmann, Minnesängerhs. (Berlin), Nachbildung, 1927.

Museum 19, 252-54. Zacher, ZfdA. 1, 227 Zum Naglerschen u. Troßschen Bruchst. s.

-67; Johanna A. Nijland, Gedichten uit het Hans Wegener, Beschreibende Verzeichnisse

Haagsche Liederhs., Diss. Leiden 1896; Erik d. Miniaturen-Hss. d. Preuß. Staatsbibl. zu

Rooth, Ein neuentdeckter niederländ. Minne- Berlin Bd. V, 1928, S. 7. 22 (mit Lit.).Viele

Sänger aus d. 13. Jh., Lund 1928 S. 1 ff. Lieder u. Sprüche finden sich zerstreut in mhd.

3 Büdinger Bruchstücke, 14. Jh., s. Cre- Hss., s. Vogt, MF. 3 S. XII-XV; Lachmann,celius, ZfdA. 10, 274-82. Walther 8 ed. v. Kraus 1923 S. VI-XIV. XXII

4 Zur Wiltener Meistersängerhs. s. J. V. -XXIV; v. Kraus, Übungsb. 2 S. 289; Ders.,Zingerle, Wiener SB. 1861. Festschr. Sievers 1925, 505-29. Nachricht

5 Adalb. v. Keller, Fastnachtsspiele Bd. 3, der Zimmerschen Chronik: MSH. IV, 883;1853, 1440 ff.; Michels, Stud. üb. d. ältesten Grimme, D. rhein.-schwäb. Minnesinger S. 64.

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