VII. Capitel.
Uelter die contagiosen Krankheiten, besonders die
Contagien der Pest und des Typhus, vom
geographischen Standpunkte.
JL)a zum Zwecke einer Erklärung der Wirkungs-Weise der Contagien und der Miasmen die Gährungs-Theorie angewendet wird, und da diese auch hier, we-nigstens in dem von uns gebrauchten Ausdrucke „zymo-tische Krankheiten" enthalten ist, müssen wir unsetwas näher darüber Rechenschaft geben, indem wir nununternehmen durch die geographische Betrachtung auch denUnterschied der Contagien schärfer zu bestimmen.
Die contagiosen Krankheiten zeigen sich völlig unab-hängig von der Beschaffenheit des Bodens, habenwir gesagt, während wir im Gegentheil in dem vorherge-henden Capitel als eine entscheidende Eigenschaft der mias-matischen Krankheiten eine solche, die Vegetabilität selbsterweisende, Abhängigkeit erkannt haben. Auch von derTemperatur und damit von der Jahrszeit sind die meistencontagiosen Krankheiten unabhängig, doch mit Ausnahmeeiniger. Die Contagien existiren nicht ohne den Menschen;sie sind endogene, unsichtbar kleine Parasiten oder Partikel,in der Circulation der Säfte sich als erregende Substanzenäussernd, und während dem zugleich im Organismus sichregenerirend. Contagion ist also die Mittheilung einesvon einem Kranken selbst ausgehenden, specifischen, giftigen,