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3 (1842)
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schwerer Beinbruch an's Krankenlager fesselte, wodie Fürstinn ihm die treueste und zärtlichste Pflege-rinn war. In demselben Jahre legte der Königauch seine innersten Gesinnungen in seinem Testa-mente nieder. Auch vermahlte sich des Königs drit-ter Sohn, Prinz Karl, mit der Prinzessinn Ale-randrine von Sachsen-Weimar, deren SchwesterAugust« 1329, bei der Anwesenheit des KaisersNicolaus, Gemahlinn des Prinzen Wilhelm vonPreußen ward. Nachdem sich 1630 noch der jüngstePrinz Albrecht mit der Prinzessinn Mariannevon den Niederlanden vermählt hatte, sah der Kö-nig alle seine Kinder in den glücklichsten Familien-verhältnissen mit den verwandten Fürstenhäusern, daseine jüngste Tochter, die Prinzessinn Luise, bereits1825 die Gemahlinn des Prinzen Friedrich derNiederlande geworden war.

Während dieser Zeit war der König fortwäh-rend bemüht, die Wohlfahrt seines Volkes, in jederHinsicht und auf alle Weise, im Inneren und nachaußen, möglichst zu befördern. Er ließ Handelsverträgeschließen, Kunststraßen und Brücken bauen, das Postwe-sen verbessern, und allen bedrängten Unterthanenreichliche Unterstützung gewähren. Wie er 161? fürdie Nothleidenden, bei der Theuerung in der Rhein-provinz, 2 Millionen Thaler angewiesen hatte, und1823 den durch gleiche Noth Bedrängten in denistlichen Provinzen auf das Schleunigste half; soschenkte er 1826 der Provinz Pommern 2,200,000Thaler zur Aufhilfe des Ackerbaues, und befahl, zumVeßten der durch den Fall mehrer englischer Han-delshäuser beeinträchtigten Kaufmannschaft, die Ver-loosung der Staatsschuldenscheine nach dem Nenn-werthe aufzuheben, und für 1 Million Thaler Staats-papiere aufzukaufen, um den Cours derselben wie-der zu heben; so sandte er 1829, zur Milderungder Noth in den überschwemmten Pregel- und Weich-selgegenden bei Königsberg und Danzig, sogleich100,000 Thaler, und gewährte überhaupt Hilfe undUnterstützung, wo er wußte und konnte. ZumBau des kölner Domes schenkte er auch 100,000Thaler, wie er die Dome zu Magdeburg und Kö-nigsberg hatte wieder herstellen helfen. Wie vielFriedrich Wilhelm für die Volksbildung that,beweist vor Allem die Provinz Sachsen, in welcherinnerhalb 10 Jahren 193 Schulhäuser gebaut, 102Schullehrerstellen gestiftet, und 42? Schullehrer inihrem Einkommen verbessert wurden. SeinesVolkes aufopfernde Liebe ehrte Friedrich Wil-helm durch das Nationaldenkmal auf dem Kreuz-berge bei Berlin, dessen Grundstein am 19. Sep-tember 1818, in Kaiser Aleranders Gegenwart,gelegt wurde, 1826 mit der Inschrift:Der König demVolke, das auf seinen Ruf Gut und Blut dem Va-terlande darbrachte, den Gefallenen zum Gedächtniß,den Lebenden zur Anerkennung, den künftigen Ge-schlechtern zur Nacheiferung." Eben so ließer, gleich nach dem Kriege, auf den Schlachtfeldernvon Großgirschen, Großbeeren, Dennewitz, Wahl-statt und Kulm Siegesdenkmäler errichten, und inden Kirchen Denktafeln aufstellen. Mehr aber,als irgend einer seiner erlauchten Vorfahren, hatFriedrich Wilhelm für die Verschönerung Ber-lins gethan, um nur an die herrlichen DenkmälerLeopolds von Dessau, Blüchers, Schar n-horsts und Bülows und an die großartigen Ge-bäude, Kirchen und Paläste: die Münze, das große

Getreidemagazin, die Börse, die Taubstummen- undBlindenanstalt, die medicinisch-chirurgische Akademie,die Königswache, die Wadzecks-Anstalt, das Schau-spielhaus, das Gewerbe-Institut, den neuen Pack-hof, die Singakademie, die Artillerie- und Inge-nieur-Schule, das Museum, die friedlich-werderscheKirche, den Telegraphen, das Leihamt, die Palaisder Prinzen Karl, Albrecht und Wilhelm vonPreußen, die neue Bauschule, die Sternwarte,das neue Thor und das Nicolaus-Bürger-Hos-pital zu erinnern. In den Provinzen wurden schöneRegierungs-, Gerichts- und Schulgebäude, Kirchen,Magazine, Kasernen, Festungswerke:c. erbauet, dieherrlichen Dome zu Magdeburg, Königsberg undKöln restaurirt, und in Trier die Trümmer der rö-mischen Bauwerke wieder zu Tage gefördert.

Je mehr sich nun Friedrich Wilhelm desbeßten Willens für das Wohl seines Volkes undder unermüdlichsten Thätigkeit für seine landesuä-terlichen Absichten bewußt war; desto schmerzlicher,desto niederschlagender mußten für ihn manche trau-rige Erfahrungen sein, welche er in den letzten Zei-ten seiner Regierung machte. Bald nach dem all-gemeinen, nicht befriedigenden Frieden begannen diedemagogischen Umtriebe die innere Ruhe auch Preu-ßens zu stören, und zu diesen gesellten sich späterin der evangelischen Kirche der Sektengeist, der Pie-tismus und der Mysticismus, so daß 1825 eine Mi-nisterialverfügung gegen Mysticismus, Pietismusund Separatismus erschien. Noch unangenehmerwaren die seit 1838 entstandenen Streitigkeitenzwischen der katholischen Kirche und der preußischenRegierung, in deren Folge die Erzbischöfe von Kölnund Posen, Droste von Vischering und vonDun in, ihrer Stellen entsetzt, und in sicheren Ge-wahrsam gebracht wurden. Hatte früher der Be-freiungskrieg die Verordnung über die zu bildendeVolks-Repräsentation nicht zur Ausführung kommenlassen, so mochten später den König, welcher über-dieß von Natur allem geräuschvollen Auftreten ab-geneigt war, die Veränderungen in der Verwaltung,so wie die Opfer der Regierungsgewalt, die dasRepräsentationspcincip jedenfalls fordert, und an-dere Umstände bedenklich und unschlüssig machen,namentlich die Aufregung, mit welcher die Kam-mern in Würiemberg, Baiern und Baden ihreWirksamkeit begannen; das sichtbare Streben vielerBrauseköpfe, sich auf dem Wege einer allgemeinenRepräsentation der Regierung zu bemächtigen; diegroße Mannichfaltigkeit von Bedürfnissen, Interes-sen und Ansichten in den verschiedenen Provinzen,aus welchen die Monarchie, seit dem Frieden, zu-sammengesetzt ist; und endlich die Meinungsverschie-denheit seiner obersten Rathgeber selbst, von denenEinige für, Andere gegen eine allgemeine Volks-vertretung waren. Da nun also die versprocheneund gewünschte Reprasentatiuverfassung nicht er-folgte, so blieb auch Preußen von demagogischenUmtrieben nicht frei. Doch gelang es dem Ansehendes greisen Königs, nicht nur den allgemeinen Frie-den zu erhalten, sondern auch seinen Staaten dieinnere RuKe zu sichern. Den Streit über den Ein-fluß des Tugendbundes, einen Streit, der mehr Ge-hässiges als Erfreuliches darbot, befahl der König,endlich ruhen zu lassen. Als 1830 die Iulire-volution und ihre Verbreitung den allgemeinenFrieden zu stören drohte, war es auch Friedrich

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