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3 (1842)
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das General-Kommando der neuerworbenen Rhein-provinz, führte es aber, theils wegen seiner ge-schwächten Gesundheit, theils wegen der damalsdem Tugendbunde gemachten Beschuldigungen, demer mit Scharnhorst angehört hatte, nur bis 1316,wo ihm der König, auf sein wiederholtes Ansuchen,die besondere Erlaubniß ertheilte, mit Beibehaltungseiner militärischen Würden und des damit verbun-denen Gehaltes, sich auf seine Güter in Schlesienzurückzuziehen. Um diese Zeit vertauschte er dasseiner Gemahlinn zugehörige Gut Mittelkaufungenmit Erdmannsdorf, verschönerte dieses durch einneues Schloß, große Wirthschaftsgebäude, Park-und Gartenanlagen. Zu gleicher Zeit widmete er sichder Landwirthschaft, und dieVerbefferung derselben, derSchaf- wie der Viebzucht überhaupt waren Gegen-stände seiner Aufmerksamkeit. Der Ruhm des Be-sitzers, seine Gastfreundlichkeit, die reizende Lage desSchlosses und der Garten mit seinen Anlagen zogenviele sehr hohe und berühmte Besuche jedes Stan-des herbei. Nach der Organisation des Staats-rathes in Berlin 131? ward Gneisen au nichtnur zum Mitgliede, sondern auch zum Präsidentender Sektionen des Krieges und der auswärtigenAngelegenheiten, und nach dem Tode des General-feldmarsckalls Grafen Kalkreuth zum Gouver-neur der Haupt- und Residenzstadt, und zum In-haber des kolbergischen Regiments ernannt. Auchdieser hohen Stelle machte er in jeder HinsichtEhre. Mit dem Marschallsstab beschenkte ihnder König den 18. Juni 1825. Den Posteneines Gouverneurs, der zugleich Kommandant war,legte der Feldmarschall später nieder, behielt jedochden Titel und die Amtswohnung bei, und lebteseitdem nur im Winter zu Berlin, im Sommeraber auf seinem Schlosse Erdmannsdorf, oderauch einige Wochen in Sommerschenburg. Schonmit den Großkreuzen der Militär-Verdienstordenfast aller europäischen Monarchen geschmückt, hingihm 1828 Kaiser Nicolaus selbst das große blaueBand des heiligen Andreas um. Als nach demAufstande der Polen ein Theil der preußischen Ar-mee mobil gemacht wurde, erhielt er den Oberbe-fehl über die 4 preußischen Armeecorps in Polen,und in dieser Eigenschaft endete er sein ruhmvollesLeben zu Posen im 71. Jahre, den 24. Aug. 1831an einer Lungenlähmung, nach Anderen an derCholera. Er selbst sagte kurz vor seinem Tode-Schon gut, ich kenne mein Uebel; es ist die Feld-marschalls-Krankheit, von der genese ich nicht!" Die Armee legte, auf Befehl des Königs,eine 8tägige Trauer an und beschloß, dem treffli-chen Feldmarschall ein Denkmal zu errichten.

Wie der Feldmarschall Graf Gneisenau inallen öffentlichen Geschäften und Verhältnissen alsein höchst talentvoller Mann erschien, eben so lie-benswürdig war er im geselligen und häuslichen Le-ben. Von seiner würdigen Gemahlinn, der treuen,liebenden und sorgenden Mutter ihrer Kinder, wel-che ihm schon den 3. Dez. 18^2, im Tode nach-folgte, hinterließ er, nach dem Tode der ältestenTochter, welche mit dem ältesten Sohne des Gene-rals von Scharn horst vermählt war, noch 3 Söhneund 3 Töchter. Alle 3 Söhne widmeten sich demKriegeistande, und nur der älteste, Graf August,Herr von Sommerschenburg, wo sich die Familien-

gruft befindet, hat als Rittmeister seinen Abschiedgenommen.

Die irdischen Ueberreste des Feldmarschalls, sowie die seiner Gemahlinn und Tochter, wurden ei-nige Zeit nach dem Tode desselben von Posen nachSommersdorf in die Pfarrkirche gebracht, um da-selbst stehen zu bleiben, bis das Familienbegräbnißin Sommerschenburg vollendet wäre, und durch dieAufstellung des Denkmals seinen Hauptschmuck undseine Vollendung erhalten hätte. Dieß geschahim Jahre 1841, und den 18. Juni, als am Jah-restage der Schlacht bei Belle-Alliance, fand diefeierliche Enthüllung des Standbildes Statt. DerKönig selbst, Friedrich Wilhelm IV., war da-zu, mit dem Prinzen von Preußen und den Prin-zen Karl und Albrecht, des Morgens auf demSchlöffe Sommerschenburg angekommen und hatteden Tag zuvor den Besitzer zum Major befördert.Vom Schlöffe ging der Zug nach der Kirche inSommersdorf, und dort nahm der König unmit-telbar hinter dem Sarge Platz, neben ihm der äl-teste Sohn des Verewigten, hierauf folgten der Prinzvon Preußen mit den Prinzen Karl und Al-brecht, gleich neben ihnen der 2. Sohn des Feld-marschalls, Graf Hugo von Gneisenau undein Enkel, Lieutenant von Scharnhorst, als nächsteLeidtragende. Als hier der Sarg von der katho-lischen Geistlichkeit eingesegnet war, bewegte sichder Zug unter Trauermusik, zwischen aufmarschirtenBataillonen und Schwadronen, nach der, am Aus-gange des Parks von Sommerschenburg, liegendenFamiliengruft, und nach der Beisetzung donnertendie Geschütze und Bataillonssalven durch die weiteEbene. Ueber der Gruft steht auf einer klei-nen, sanften Anböhe die von Rauch in Berlinmeisterhaft ausgeführte Statue des verewigten Hel-den, mit dem Gesichte nach Westen, dem letztenSchauplatze seiner ruhmvollen Thaten gewendet.Nachdem die zahlreichen Anwesenden um das Stand-bild einen Kreis gebildet hatten, hielt zuerst derDivisionsprediger Große eine Rede, in welcher erdes Verewigten Lebensgeschichte und Verdienste umdie Wiederherstellung des Vaterlandes darstellte;hierauf trat der älteste Waffengefährte des Helden,der General der Kavallerie, von Borstell, auf des-sen erste Anregung das Denkmal errichtet wurde,vor den König, und bat sich, im Namen desHeeres, die Erlaubniß aus, das Monument enthül-len zu dürfen. Der König gab sie, die Hülle fiel,und das Meisterwerk von carrarischem Marmor er-schien in seiner charaktervollen Aehnlichkeit den ge-spannten Blicken der Zuschauer. Der Feldmarschallsteht in Kriegertracht, vom langen Reitermantelumhüllt, eine liebenswürdige Heldengestalt, mit derLinken auf den Säbel gestützt, in der Rechten einePapierrolle haltend, sein Attribut als Chef des Ge-neralstabes, und die Rolle zur blutigen Schlachtbei Belle-Alliance andeutend, welche er selbst sounvergleichlich beschrieben hat. Ihr Name istdarauf, nebst Kolberg 1807, eingegraben. Hieraufdankte der General von Borstell der Armeeund dem Könige im Namen des Verstorbenen fürdas seiner Erinnerung geweihte Standbild, underinnerte die erstere daran, wie dieser Held, der sieoft zum Siege geführt habe, ihr stets zum Musterdienen möge. Es belebt dieses herrliche, 81 Fußhohe Denkmal, von dem Künstler unentgeltlich