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3 (1842)
Entstehung
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bürg, Zeiz, Lützen, Weißenfels, Merseburg, Eisle-ben ic. begreifend, und seit 1818 den Regierungs-bezirk Merseburg bildend, bestand srüher aus derverkleinerten Landgrafschaft Thüringen, welche 1247an Meißen kam, und aus einem kleinen Theile desalten Herzogthums Sachsen, welches 1180 an dasHaus Askanien und 1423 gleichfalls an Meißengelangte. Die übrige Geschichte des Landes kommtbei den vornehmsten Städten desselben vor, sowiedie Geschichte der Grafschaft Stolberg, der ehe-maligen Reichsabtei Quedlinburg, des kurmain-zischen Fürstenthums Erfurt, und der ehemaligenfreien Reichsstädte Nordhausen und Mühl Hau-sen bei diesen Städten erzählt wird.

Das Eichsfeld, am südwestlichen AbHangedes Harzes und im Wesergebiete gelegen, zerfiel nachseiner Lage in das obere, mit dem Hauptorte Hei-ligenstadt, und das untere Eichsfeld mit demHauptorte Duderstadt. Das Erstere verkaufte derGraf Heinrich von Gleichen zu Gleichenstein 1294an den Erzbischof Gerhard von Mainz; das Letz-tere oder die Mark Duderstadt hatte dagegen Her-zog Otto das Kind von Braunschweig von derAebtissinn Gertrude von Quedlinburg für 500Mark Silber gekauft und kam später an die Her-zoge von Grubenhagen, von denen es 1334 zuerstan Kurmainz verpfändet, und 1694 durch einenVergleich ganzlich überlassen wurde. Dieses trataber Preußen 1814 an Hannover ab.

Die gefürstete Grafschaft Henneberg, imthüringer Walde gelegen, und einst zum fränkischenKreise gehörig, deren Besitzer 1583 ausstarben, kamhierauf an die sächsischen Fürsten, doch so, daß dasKurhaus nur ^ m't den Städten Schleusingenund Suhl« erhielt.

Die Grafschaft Mannsfeld in Thüringenbesaß zuerst, bis an seinen Tod 985, MarkgrafRiddag von Meißen. Burkhard theilte sie 1230unter seine Schwiegersöhne Burkhard von Quer-furt und Hermann von Osteifeld. Lehnsherrenwaren der Markgraf von Meißen und der Erzbischofvon Magdeburg. Das Gebiet wurde später durchSeeburg, Bornstädr, Hadersleben, Schraplau, SchloßMorungen, Hekstädt, Wippra, Friedburg und Al-tern vergrößert. Merkwürdig wurden die Grafenvon Mannsfeld während der Reformation undim 30jährigen Kriege. Nachdem sie sich in mehreLinien getheilt, starben sie 1787 aus und die Lehns-herren, Kursacksen und Brandenburg, tbeilten sich inihre Besitzungen, wovon damals das Letztere denmannsfelder und fchraplauer Kreis, 1815 das Ue-brige erhielt.

Minden.

(Beschluß.)

Eine Stunde von Vückeburg liegt die luh-dener Klippe, eine der vielen Bergspitzen, welchevom Iakobsberg bis nach Bückeburg den Horizontbegränzen, und wie der Nesselberg oder die P a-penburg und der Hohenstein reizende, weiteund erbabene Aussichten gewähren. Auch istMinden von Hannover und Osnabrück nur 8, vonBremen 14, von Münster 15, aber von Berlin50 Meilen entfernt.

Minden, unbekannten Ursprungs, in alten

a.

Urkunden Minnedum, Mlnnedun und Min-don genannt, ist eine der ältesten Städte Deutsch-lands, und war schon im 8. Jahrhundert eine wohl-befestigte und mit Wällen umgebene Stadt, welchezu dem von Witte kind (^ 807) beherrschten En-gern des alten Sachsenlanoes gehörte und demsel-ben oft zum Aufenthalt diente. Gehoben und merk-würdig wurde die Stadt aber erst durch das Bis-thum, welches Karl der Große 780 hier stiftete,und der 785 getaufte Wittekind mit der Hälfteder Einkünfte seines Schlosses an der Weser be-schenkte; daher Einige den Namen Minden vonMin un Din (Mein und Dein) ableiten, wäh-rend Andere, weil man die Stadt auch Minnennannte, den Namen von Minne, Liebe, erklärenwollen. Anfangs hatte das Bisthum nur ge-ringe Besitzungen; denn Wittekind war vonKarl dem Großen in allen seinen Besitzungen be-stätigt worden. Erst Kaiser Otto I. belieh 961den Bischof Landoward mit den Regalien, undvom Kaiser Heinrich II. erhielt das Stift 1022Münz-, Zoll- und Marktrecht. So ward der Bi-schof Mindens Schutzherr und dieses ihm Unter-than. Nichts desto weniger behauptete es seinebisherige republikanisch-demokratische Verfassung, sosehr auch die Bischöfe theils durch List, theils durchkaiserliche Befehle sich bemühten, die Stadt sich ganzzu unterwerfen und sie um ihre Privilegien, Frei-heiten und Gerechtsame zu bringen, was die Kaiserselbst nicht wünschen mochten. Denn Konrad II.residirte selbst, mit seiner Gemahlinn und dem gan-zen Hofstaate, 1025 und 26 hier, wovon noch dieRitterstraße, weil dort des Kaisers Ritter wohn-ten, ihren Namen behalten hat, und hielt hier 1026einen Reichstag, auf welchem sein Sohn Heinrich III.zum römischen König erwählt wurde. Bei dieserGelegenheit ward Adolf von Santesleve inden Grafenstand erhoben; er erbauete jenseit dermindener Bergkette die romantisch gelegene Schaum-burg und ward der Ahnherr dieses Geschlechts.Auch Heinrich III. und Heinrich IV. hatten öf-ters und lange ihr Hostager hier. Bei des LetzternAufenthalt 1062 geschah es, daß die alte, von Karldem Großen und Witte kind 803 erbaueteDomkirche bei einer Schlägerei zwischen den Bür-gern und den kaiserlichen Bedienten, in Brand ge-riet!) und mit allen Kostbarkeiten verbrannte. ZurEntschädigung dafür schenkte der Kaiser dem Stifteden buslinger Hof in Engern. Auch Herzog Hein-rich der Löwe schenkte dem Stifte, als er sich, imFebruar 1168, mit seiner schönen Mathilde vonEngland, im Dome trauen ließ, seinen Hof zu Lah-den. Während das Stift immer reicher ward, nahmauch die Stadt an Bevölkerung und Wohlstandzu, so daß sie um die Mitte des 13. Jahrh, inden hanseatischen Bund treten und 1259 dem Bi-schöfe Wedekind I. gegen den Herzog Albrechtvon Braunschweig und den Grafen von Wunstorfmit ihrer Miliz wichtige Dienste leisten konnte,wofür sie vom Bischöfe 1260 den Sternwaldoder heutigen mindener Wald erhielt. Bei densteten Fehden ward die Stadt 1270, zu größererSicherheit, mit einer Mauer umgeben. Mit denBischöfen, deren Kommissar, Wiggräfe, allen obrig-keitlichen Handlungen beiwohnte, blieb die Stadt,durch Beistand mit Geld und Truppen, stets in gu-tem Vernehmen, und der Bischof Vo lq uin schenkte