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3 (1842)
Entstehung
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133
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nicht mehr als 5 Groschen 3 Pfennige, wovonder Rettor 1 Groschen 6 Pfennige erhielt. Diehöchsten Stellen der Theologie und Jurisprudenzbrachten nicht über 200 Gülden ein. Die halbjäh-rigen Vorlesungen bezahlte der Student höchstensmit 15 bis 16 Groschen. Ursprünglich ward dieUniversität vom Kurfürsten allein unterhalten; seit1507 aber, wo er ihr die Schloßkirche mit ihrenGütern und Einkünften schenkte, bekam sie nachund nach theils von den Landesherren, theils vonPrivatpersonen beträchtliche Unterstützungen und Ver-mächtnisse. Der Universität war auch die niedereJagd auf einem ziemlich weiten Reviere, der Vo-gelfang in der kurfürstlichen Waldung und die Fi-scherei 1 Meile um die Stadt überlassen.. Als sieJohann Friedrich 1536 bestätigte, betrugen diereinen Einkünfte derselben von der Schloßkirche 1561Gülden 1 Groschen, die Besoldungen der Professorenaber 3795 Gülden; das Fehlende mußten die Klöstergeben, und zwar die kursächsischen 566, die thürin-gischen 766, und die meißnischen auch 766 Gülden. Beider neuen Fundation durch den Kurfürsten August1569 belief sich ihr Einkommen, außer vielen Na-turalien, schon auf 5654 Gülden 14 Groschen 7 Pfen-nige. Ueberhaupt ward August gleichsam der zweiteStifter der Universität, indem er ihr nicht nur neueEinkünfte anwies und dadurch den Gehalt der Pro-fessoren erhöhete, sondern auch für eine Anzahl ar-mer Studirenoer Stipendien stiftete und Woh-nungen bauen ließ, da der erste Stifter und seineNachfolger nur für Wenige durch freie Kost und einegeringe Geldunterstützung gesorgt halten. Bis aufAugust gab js nur 24Stipendien fürarme,gelehrte Gesellen." Dieser wohlthätige Fürst stiftete1564 mit einem Fonds von 36,666 Gülden zu1566 Gülden Zinsen 27 Stipendien, daruntermehre zu 166 Gülden, und vermehrte die Zahl der-selben bis auf 156, welche jedoch zum Theil nurin freier Wohnung und Kost bestanden. Dievon Friedrich dem Weisen 1514 im Schlosseangelegte Bibliothek zählte nur 3132 Werke und ward1548 nach Jena geschafft. Die neue Bibliothekwar zu Augusts Zeiten noch sehr unbedeutend, underhielt später ihren großen Zuwachs durch Privatschen-kungen, namentlich der Professoren Das so w, Kirch-mayer, Nürnberger, Titius, des Kceishaupt-manns von Brinken, des geheimen Kriegsrathesvon Ponikau u. A.

In große Unruhe versetzte Wittenberg 1524 desberühmten Mathematikers und Astrologen Stöfflerin Tübingen Prophezeihung einer allgemeinenSündfluth auf den Februar dieses Jahres, sodaß der damalige Bürgermeister Hohendorf (151?bis 1534) ein Viertel Gebräude Bier aus seinen Bo-den schaffen ließ, um beim Ueberfluß an Wassernicht Mangel an Bier zu leiden.

Höchst nachtheilig für die Stadt und Univer-sität war es, daß IohannFriedrick derGroß-müthige, als der Krieg wegen der Religionsstrei-tigkeiten unvermeidlich schien, Wittenberg zur Fe-stung machte, wobei die Augustinerkirche abgetragenwurde. Auch widerstand sie, nachdem man die Vor-städte niedergebrannt hatte, Moritzens Armee imNovember 1546, und würde selbst Karl V. (19. Mai1547) nach der mühlbeiger Schlackt, mit 7666Mann Besatzung, mit Geschütz und Proviant reich-lich versehen, und durch die Anwesenheit der Kur-

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fürstinn und des Kurprinzen ermuthigt, widerstan-den haben, wäre der Kurfürst nicht in der Gefan-genschaft des Kaisers gewesen. Daher sagte dieserauch:Hätten wir den Vogel nickt, das Nest wür-den wir schwerlich bekommen." So ward sie aberschon den 23. Mai durch die bekannte Kapitulationdes Kurfürsten übergeben. Karl besah hierauf, inBegleitung seines Bruders Ferdinand und desHerzogs Moritz, das verschriene Wittenberg, besuchtedie Kurfürstinn, welche den Besuch in Trauerklei-dern erwiederte, und war großmüthig genug, Ei-genthum, Gottesdienst und die Gräber der Refor-matoren zu schützen, ja er gab denen, die ihn zurVerletzung der Letzteren aufforderten, die ihn ehrendeAntwort:Ich führe nur mit den Lebenden, nichtmit den Todten Krieg." Vierzehn Tage blieb dieStadt in kaiserlicher Gewalt, und hatte den Italie-ner Mad rusca, einen menschenfreundlichen Mann,zum Gouverneur.

Seit jenem traurigen Zeitpunkte ward Witten-berg nicht wieder Residenz, blieb aber doch Festung.Indessen nahm ihre Hauser- und Einwohnerzahl,durch Vergrößerung der Vorstädte, bis zum 36jähri-gen Kriege immer zu, und die alberlinischen Fürstenthaten, wie zum Theil schon erwähnt, auch viel fürdie Universität, seitdem die Hauptnahrungsquelle derStadt, welche auch noch Kreis- und Legestadt fürdie Steuern des Kurkreises ward. Unter denwittenberger Bürgermeistern des 16. Jahrhundertswaren die beiden Kran ache und der BuchdruckerLuft, welcher schon 1522 verschiedene SchriftenLuthers, 1534 die erste vollständige Bibeldruckte, und nach und nach mehre Tausende lieferte,so daß man ihn damals nuroenBibeldrucker nannte.Im Jahre 1612 erhielt der Rath den ersten Syn-dicus.

Große Störungen verursachte auch hier, wie inganz Sachsen, schon unter August, noch mehraber unter Christian I. der Kryptocalvinis-mus. Ueberhaupt gingen von Wittenberg die mei-sten Religionsstreitigkeiten im 16. und zum Theilnoch im 17. Jahrhunderte aus. Die Vor-städte wurden nach und nach größer als dieStadt selbst, schlössen aber auch viele Gärtenund selbst Aecker mit ein. Im 36jährigen Kriegelitt die Stadt sehr viel, namentlich durch Einquar-tierung und andere Kriegslasten von 1626 bis 1646,so daß der Rath auf dem Landtage von 1646 denSchaden auf 466,666 Thlr. angab. Vergeblich griffendie Schweden, seit dem prager Frieden 1635 Sach-sens wüthendste Feinde, die Festung mehrmals an,verbrannten aber 163? mehre Joche der Elbbrücke,so daß sie, durch Sturm und Eis noch mehr be-schädigt, 1657 abgetragen werden mußte. Nach die-sem verheerenden Kriege erholte sich die Stadt wie-der, und im ehemaligen Franziskanerkloster ward1761 vom Senator Quenstedt ein Armen- undWaisenhaus, nebst einer Arbeitsanstalt und Zeugma-nufaktur errichtet. Noch 1756 gründete der ver-dienstvolle Konsistorial-Piäsioent Graf Hohenthalin Wittenberg die erste Bürgerschule in Sach-sen. Allein der 7jährige Krieg (1756-1763) ver-nichtete Alles wieder. Beim Ausbruch desselbenwar die Festung ohne Besatzung, und die Preu-ßen konnten daher, Sonntags den 29. August 1756,ruhig einziehen und sich darin festsetzen. Als hier-auf im August 1759 die Oestreicher und Reiches