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3 (1842)
Entstehung
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truppen die Festung mit einem Angriffe bedrohten, wur-den von den Preußen, zur besseren Vertheidigung, dieVorstädte abgebrannt. Sie mußten aber dennoch in20 Tagen die Festung verlassen, jagten jedoch schon nach7 Tagen die Reichstruppen wieder heraus. Daraufkehrten 1760 die Oestreicher mit Würtembergernzurück und verwandelten die Stadt, durch ein furcht-bares Bombardement am 13. Okt., größtenteils ineinen Schutthaufen. Die preußische Besatzung er-gab sich den 14,, und noch schleiften die Erobererdie Festungswerke, als Friedrich selbst erschien, undsie den 23. Oct. wieder vertrieb. Wittenberg bliebnun in der Gewalt der Preußen bis zum Frieden1763.

Im Jahre 1764 wurden die Festungsrechte auf-gehoben und die Wälle zum Theil in Garten undAnlagen verwandelt. Das Schloß mit der Kircheund den übrigen Hauptgebäuden, mit Ausnahmeder Bürgerschule, wurden bald wieder hergestellt. Aucheine neue Kölzerne Brücke ward endlich, nach 12? Jah-ren, von 17841787, für 84,456 Thlr., wieder erbauet.In diesem Zustande blieb die Stadt, wo sie 1805 denKaiser Alexander von Rußland in ihren Mauernsah, bis im Oktober 1806, wo sie Napoleon, welcherden 20. hier eintraf, da die Preußen die Brückezwar angezündet, die Bürger sie aber, nach ihremeiligen Abzüge, wieder gelöscht und die Franzosendie Stadt ohne Widerstand besetzt hatten, in derEile abermals befestigen ließ. Und dieß brachte ihrdurch den Krieg von 1812, wo sie Friedrich Wil-helm III. auf seiner Rückkehr von Dresden imMai besah, wohl nicht ahnend, daß sie nach einigenJahren, mit dem größten Theile Sachsens, einTheil der preußischen Monarchie sein würde, neues,unermeßliches Unglück. Denn 1813 besetzten dieFranzosen Wittenberg von neuem, verstärkten dieBefestigung, zerstörten alle Anlagen um die Stadt,verwandelten das neue, vor dem Schloßthore erbauteArmenhaus in ein Blockhaus, und brannten zu-letzt auch die Vorstädte nieder. Noch Schlimmeresstand aber der Stadt durch die folgende Belagerungund das Bombardement bevor. Nicht nur die er-wähnten öffentlichen Gebäude, sondern auch viele Bür-gerhäuser gingen dadurch zu Grunde. Endlich wardsie den 13, Jan. 1814 mit Sturm von den Preu-ßen unter Tauenzien genommen, welcher davon,bis an seinen Tod 1824, den Titel eines Grafenvon Wittenberg führte. Die Stadt kam hieraufmit dem Herzogthume Sachsen 181) an Preußen,und ward als Festung beibehalten und durch neueWerke verstärkt.

Außer den erwähnten Kriegsleiden traf Witten-berg auch häusiges Brandunglück, besonders verderb-lich 1588, 1652 und 1684, minder 1551,1640,1671,1687 und 1758. Auch die Pest würhete mehrmalsin ihren Mauern, daß die Universität deßhalb 1506nach Herzberg, 1527 und 1536 nach Jena, und1552 nach Torgau auswanderte, wohin sie auch im7jährigen Kriege flüchtete, während sie sich 1813nach Schmiedeberg begab. Noch einmal 1613 kehrtedie Pest zurück, und 1800 raffte eine bösärtige Frie-selepidemie viele Menschen weg. Daher errreichtefrüher die Bevölkerung niemals die Einwohnerzahlder Gegenwart, da man sonst 7000 als die höchsteangab, wiewohl die Stadt als Sitz der Universität,einesHofgerichts, eines Schöppenstuh ls, einesConsistoriums, eines Kreis am ts, eines Marsch-

kommissariats, nebst einer Kreissteuerein-nahme, eines Hauptgeleites, einer Salz-niederlage, eines Getreidemagazins :c.noch wichtiger war. Seit der Besitznahmedurch die Preußen, sind nicht nur viele Brand-stellen aus dem 7jährigen und letzten Kriege, son-dern auch die beiden Vorstädte wieder aufgebauetworden, und die Stadt befindet sich überhaupt imgedeihlichen Fortschreiten. Auf den Brandstellen des7jährigen Krieges, am Platze des grauen Klosters,hat man 2 ansehnliche Gebäude, ein großes Proviant-Haus und ein Zeughaus mit einer Hauptwacheerbauet. Auch hat man das Andenken an Luthervor dem Elsterthore erneuert und -auf der Stelle, woer den 10. Dez. 1520 die Bannbulle LeosX., daskanonische Recht und mehre Schriften seiner Geg-ner verbrannte, eine Luthereiche gepflanzt.

Da die Vereinigung der Universität mit derFestung nickt länger zweckmäßig schien, so warddie erstere 181? mit der hallischen, unter demNamen der vereinten Universitäten: Halle undWittenberg, verbunden. Ihr Vermögen wird, un-ter dem Namen der wittenberger Stiftung, be-sonders verwaltet. Uebrigens hatte die Universität,seit den Zeiten der Reformation, manche wesentlicheVerbesserung und Erweiterung erbalten. SchonEhriftianl. gab eine zweckmäßige Universitäts-ordnung, und nahm 1598 eine gänzliche Reformmit derselben vor. Am Ende des 16. Jahrhundertserhielt sie auch ein anatomisches Theater, 1612ein eignes Hospital, das aber 1640 durch denKrieg wieder einging. Georg II. schaffte 1660, imEinverständniß mit andern Universitäten, den ver-derblichen Pennalismus ab; allein grobe Ueber-reste desselben blieben doch noch bis in die Mitte des18. Jahrhunderts. Unier ihm ward auch 1660 einbotanischer Garten angelegt. Friedrich Au-gust!, verlieh ihr das Recht, Notarien zu kreirenund Poeten zu krönen, so wie er ihr auch mancheim 30,ährigen Kriege Verlorne Einkünfte zurückgab.Dafür beschränkte er aber die akademische Gerichts-barkeit und verschiedene Befreiungen von Abgaben.Friedrich Augustll, schenkte ihr die erwähntenruysischen Präparate, welche vorher in Dres-den aufgestellt waren. Der schon erwähnte verdienst-volle Graf Hohenthal gründete 1766, nach Pro-fessor Hillers Plane, ein akademisches Semi-nar, welches 1805 durch den Professor Po litzeinebessere Einrichtung erhielt. Friedrich August III.stiftete 1785 die Professur der Oekonomie undKameralwissenschaften, 1796 die Prosektor-stelle, und gab dem Universitätsmechaniker Skuhr,welcher 1795, auf einem Theile des Walles, zumGebrauche der Universität, noch einen botanischenGarten angelegt hatte, eine jährliche Unterstützungvon 125 Thlr. Außerdem beschlossen 1804 die Land-stände die Errichtung eines Hebammen - Insti-tuts, welches auch später errichtet wurde. Sobefand sich die Universität, zu Ansang des 19. Jahr-hunderts, in einem äußerlich und innerlich blühen-den Zustande, und feierte daher 1802 vom 1?20Oktober ihr drittes und letztes Jubiläum,wozu Friedrich August 3000 Thlr. bewilligte,mit eben so großer Freude und Glänze als Anstandund Würde, nachdem sie 1602 unter Eh ristian II.,dessen Bruder, der Herzog August, schon 1601 dasRectorat übernommen hatte und bei der Jubelfeier