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3 (1842)
Entstehung
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Heien Ständen, zu errlchten und ein zweites Hausanzukaufen. Durch den glücklichen Erfolg seines er-sten Versuchs ermuntert, kam der hochherzige Mannauf den Gedanken, ein Waisenhaus zu gründen,Was haben Sie für einen Fonds dazu?" warder von einem Freunde gefragt, dem er sein Vorha-ben mittheilte.

Mein Fonds ist das Vertrauen aufden lebendigen Gott!" war seine Antwort.Und dieser Fonds versiegte nicht. Ein Geschenk von500THIr., welches ihm in dieser Zeit zufloß, be-stimmte ihn, sogleich seinen Vorsatz in's Werk zusetzen. Aengstliche Gemüther wollten ihm bangemachen; Einige riechen, das Haus zur Ersparnißder Kosten wenigstens nur von Holz aufzuführen.Aber der Herr," sagt Francke selbst,stärkte mich im Glauben, als hätte er zu mir ge-sagt: Baue Du es von Steinen, ich willDir's bezahlen!"

(Beschluß folgt.)

Nieolaus Copernicus.

(Beschluß.)

Wie Copeinicus in der trefflichen Zueignungseines Werkes an den Papst Paul 111. selbst sagt,hatte er die Schriften aller alten Philosophen undMathematiker, so viel er deren (mit Ausnahme derWerke des Archimedes, welche mit dem Systemedes Aristarchos aus Samos erst ein Jahr nachseinem Tode erschienen) hatte erhalten können, wie-derholt gelesen, um zu sehen, ob sich nicht irgendeine andere Erklärung von den Bewegungen derHimmelskörper darin finde. Beim Cicero (H»Ä68t.acaä. I. IV. c. 39.) habe er gefunden, daß der Pytha-goraer Hiketas aus Syrakus, und beim Pluiarch(ve plüe, pkilc,«. I. III. c. 13. und 17,), daß auchHeraklides aus Pontus, und die PyrhagoräerPhilolaos und Ekphantos eine Bewegung derErde angenommen hätten. Copernicus wolltedemnach durchaus nicht als Urheber des nach ihmgenannten Systems erscheinen, sondern die Aufsin-dung desselben als dem Alterthume angehörig betrach-ten und sich nur die Erneuerung und die unbestreitbarfestere Begründung desselben beilegen. Dazu bewog ihngewiß eben so sehr seine Bescheidenheit als das Ge-fährliche einer solchen für seine Zeit noch allzu gewag-ten Behauptung. Dem sei, wie ihm wolle, er hattedoch Muth genug, einzig und allein gegen dasAnsehen des Aristoteles und Ptolemäos, ge-gen die Ansicht der ganzen damaligen gelehrten Weltund selbst gegen den Ausspruch der Bibel (Iosua 10,^2, 13.) und den allgemeinen Kirchenglauben uner-müdet darnach zu forschen, und endlich die Ergeb-nisse davon zu veröffentlichen. Schon seit 150?hatte ei angefangen, seine Gedanken darüber nieder-zuschreiben und stete Beobachtungen anzustellen, welcheer mit denen der alten Astronomen verglich, unddabei auch deren Mängel und Unzuverlässigkeit be-merkte. Er verfertigte sich selbst, nach der Anwei-sung des Ptolemäos, die dazu nöthigen Instru-mente, und seine Beobachtungen sind, für derenUnvollkommenheit (sie waren hölzern, nur mitTintenstrichen bezeichnet) in der That muster-haft zu nennen, beschränkten sich jedoch auf Hö-

hen der Sonne, des Mondes, der Planeten undder vornehmsten Fixsterne und auf Entfernungen derPlaneten von Diesen, um hieraus die Oerter derErsteren herleiten zu können. Nur die Lage sei-ner Wohnung, beim Dom zu Frauenburg, wardurch einen weiten, freien Horizont den astronomi-schen Beobachtungen, wenn sie nicht durch Nebeldes frischen Haffs gehindert wurden, vorzüglich gün°stig. Eben so schön war die Aussicht von einemhohen Thurme des Schlosses zu Allenstein, wo sichCopeinicus als Bisthumsverweser mehrere Jahreaufhielt. Seit 1516 erforschte er besonders diegenauere Bestimmung der Umlaufszeit des Mondes,wozu ihn die auf dem lateranischen Konzil wieder inAnregung gebrachte Kalenderverbesserung veranlaßte.

Um 1530 hatte Copeinicus sein großes Werkso weit vollendet, daß ihm nur noch einzelne Verbes-serungen übrig blieben. Durch seine Freunde ver-breitete sich unterdeß der Ruf von seinem Systemeunter den damaligen Gelehrten und erregte ihre Auf-merksamkeit in dem Grade, daß es Jeder kennenzu lernen wünschte. Copernicus fürchtete abernoch die allgemeine Bekanntmachung desselben undtheilte es daher nur einzelnen geistesverwandtenFreunden mit. So erhielt 1536 der ausgezeichneteKardinal Nicolaus von Schönberg eine Abschriftseines Werkes. Drei Jahre später kam der witten-berger Professor Georg Joachim, genannt Rhä-ticus (von seinem Geburtsort Feldkirch in Graubün-den, -j/1576), nachdem er seine Stelle niedergelegthatte, zu Copernicus nach Frauenburg, um vonihm darüber belehrt zu werden, und erhielt auch dieneue Lehre, auf die freundlichste Weise, in ihremganzen Umfange mitgetheilt. Darauf gab er im3. Monate seines Aufenthalts, in Form eines Schrei-bens an seinen ehemaligen Lehrer, den Mathema-tiker Schoner in Nürnberg, eine ausführliche Nach-richt, welche hierauf unter dem Titel:narratioprim»" gedruckt und verbreitet wurde. Auch brachteer einen recht guten Abriß der ebenen und sphä-rischen Trigonometrie von Copeinicus mit zurück.

Durch dieses Alles ward das Verlangen nachdem ausführlichen Werke, dessen Vollendung schonbekannt war, immer größer. Copernicus hieltjedoch dessen Veröffentlichung aus guten Gründennoch immer zurück, weil er mit Recht Anstoß beider großen Mehrzahl seiner Zeitgenossen überhauptund im Besondern bei der katholischen Kirche, jaselbst Verketzerung und Widerruf befürchten mußte.Die Gegner seiner Lehre rechtfertigten auch schon da-mals diese Besorgniß, indem Einige ihn für einenruhmsüchtigen Neuerer erklärten, Andere einen Ko-mödienschreiber aus Elbing anstifteten, ihn auf gleicheArt, wie Aristophanes den weisen Sokrates,mit seiner Ansicht auf die Bühne zu bringen, undihn in den Augen der Menge lächerlich zu machen.Den Wünschen seiner Freunde zu willfahren, ent-schloß sich Copernicus indessen, Tafeln nach sei-nen Elementen zu berechnen, und herauszugeben,jedoch ohne alle Erklärungen und Beweise. Damitwaren aber diese, namentlich der Bischof Giesevon Kulm, dieser große Gönner und vertraute Freunddes Copeinicus, nicht zufrieden. So von denVorstellungen und Bitten seiner Freunde bestürmtund vielleicht auch das baldige Ende seiner irdischenLaufbahn ahnend, willigte er endlich in die Her-ausgabe des Werkes ein und übergab die Handschrift