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3 (1842)
Entstehung
Seite
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Mestawin II. geendet hatte. Pommern ward unterihrer Regierung 14mal getheilt und durch fortdauerndeKriege mit den Polen, Dänen, Kreuzrittern, Preu-ßen und den Markgrafen von Brandenburg, welchefrühzeitig nach dem Besitze der Seeküste strebten, undden Anfang 1273 mit der Erwerbung von Stolpeund Schlawe in Hinterpommern machten, schrecklichverwüstet und fast ganz entvölkert. Stettin, Kolberg,Demmin und andre Städte, wie Flecken und Dör-fer, wurden in Aschenhaufen und ganze Landstrichein Einöden verwandelt. Vorpommern, welches110? den Polen zinspfiichtig geworden war, kam1121 noch unter polnische Oberhoheit. Zu glei-cher Zeit wurde auch von dem polnischen HerzogeBoleslav die Bekehrung der heidnischen Pommernzum Christenthum« ernstlich betrieben und end-lich vom Bischof Otto von Vamberg, nach vie-len vergeblichen Versuchen, von 11241128 glück-lich in's Werk gesetzt, da schon der Herzog War-tislav und seine Gemahlinn Christen waren, undsich in seiner Residenz Kammin sogleich eine christ-liche Gemeinde bildete. Auf der Insel Rügen warddas Christenthum durch Waldemarl. von Däne-mark eingeführt, und in Hinterpommern erwarb sichSubislav I. große Verdienste um die Ausbreitungdesselben; er gründete auch 1170 das reiche und schöneKloster Oliva bei Danzig. Die vorpommer-schen Herzoge und Brüder, Kasimir und Bogis-l a v, nahmen ihre Lande vom deutschen Kaiser undReiche zu Lehen, und wurden 1181 von Fried-lich I. zu deutschen Reichsfürsten ernannt; spa-ter ward ganz Pommern ein Reichslehen.

Seit der Einführung des Christenthums gingenviele deutsche Priester, Mönche, Handwerker, Land-leute, Künstler und Kaufleute, besonders aus Nie-dersachsen, nach Pommern. Auch die Herzoge folgtendem Beispiele der Klöster, und zogen Adlige, Bür-ger und Bauern durch mancherlei Vorrechte in ihrLand. Es wurden daher nicht nur Klöster, Kirckenund Schulen errichtet, sondern auch ganze Dörferund Städte von den Deutschen angelegt, wie An-klam, Gollnow, Ukermünde, Freienwalde,Grimmen, Damm u. a. Deutsche Sprache, Rechte,Sitten und Bildung verdrängten das Wendische beiHofe und im Volke. Die Wenden wurden zurück-gesetzt und selbst unterdrückt, so daß Viele aus Vorpom-mern zu den Kassuben nach Hinterpommern flüchte-ten, und der ganze Snich zwischen der Leba undGrabow von Vorpommern abfiel. Er vereinigtesich mit Pommerellen, wo Samburl. (1-1207)Fürst war, und zuerst den herzoglichen Titel an-nahm. Der Fürst Iaromar von Rügen gründete1212 Stralsund, damals nur Sund genannt.

Herzog Barnim I. (^ 1278) von Vorpommernbefreite sich 1227 von der dänischen Herrschast, welcheseit 1185 gedauert hatte, erbauet« einige Städte,wie Greifenhagen, Bahn, Damm u. a., undregierte überhaupt so wohlthätig, daß er sich denBeinamen des Guten erwarb. Bald darauffolgten wieder Kriege mit Meklenburg wegen derrügenschen Lande, welche durch Erbverbrüderung, nachWitzlavs IV. von Rügen Tode 1325, an Pommernsielen. Indessen behauptete Pommern seine Unab-hängigkeit von Dänemark, und Herzog Erich I. vonStolpe-Wolgast, Enkel der Schwester Margare-thens von Dänemark, war selbst von 14121439

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König von Dänemark, Norwegen und Schweden;während dieser Zeit hob er den Lehnsverband derInsel Rügen mit Dänemark auf. Gegen dasFaustrecht und zur besseren Rechtspflege errichteteHerzog WartislavIX. von Wolgast 1421 Burg-oder Quatembergerichte in den 4 WahlstädtenStralsund, Greifswald, Anklam und Dem-min, wo alle Streitigkeiten der Unterthanen undselbst der Fürsten geschlichtet werden sollten, undstiftete 1456, auf den Rath des Bürgermeisters Dr.Rubenow in Greifswald und des Bischofs Hen-ning von Kammin, die Universität zu Greifswald.Alle nachfolgende Herzoge ließen es sich angelegensein, diese Pflanzschule der Wissenschaft, als eine ch-renwerthe Zierde ihres Landes, zu unterstützen undzu beschirmen. Nach dem Tode des kinderlosenWartislavsX. 1479 war BogislavX. (-j-1523)von Stettin noch der einzige Herzog von Pommern.In demselben Jahre ward auch der Erbfolgestreitmit Brandenburg durch einen Erbvertrag beigelegt,welcher Pommern nach dem Aussterben seines an-gestammten Fürstenhauses Brandenburg zusicherte.Bogislav machte mit Hilfe seiner trefflichen Räthe,Werner von der Schulenburg, Georg vonKleist und Henning von Steinwehr, man-cherlei Verbesserungen und nützliche Einrichtungen.In den letzten Regierungsjahren Bogislavs be-gann Luthers Kirchenverbesserung sich auch in Pom-mern zu verbreiten. Der Franziskanermönch Io-hannKnipstrow zu Pyritz vertheidigte daselbstschon seit 1519 die lutherischen Lehren, und Io-hannBugenhagen im Kloster zu Belbuck in Hin-terpommern, zugleich Lehrer zu Treptow an derRega, ward 1519 durch Luthers SchriftVonderbabylonischenGefangenschaftderchrist-lichen Kirche" dafür eingenommen. Er gewannauch den Abt Boldewan und mehre Mönche desKlosters sür die neue Lehre. Boldewan und Bu-ge n h a g e n gingen zuLuthernnach Wittenberg, dieMönche aber nach Stralsund und verbreiteten dortdie Reformation. Der alte Herzog hatte zwar Lu-ther« in Wittenberg mit Wohlgefallen predigen ge-hört, konnte sich aber doch nicht von dem Glaubenseiner Väter trennen, und starb am 30. September1523 auf seinem Schlosse zu Stettin nach einer50jährigen wohlthätigen Regierung. Sein ältesterSohn Georg (152331) folgte ihm, und regiertemit seinem Bruder Barn im IX. gemeinschaftlich.GeorgsSohn undNachfolgerPhilipp (153160)mußte aber auf Barnims dringendes Verlangendie Theilung des Landes vornehmen, welche es wie-der in die Herzogthümer Stettin (mit Hinterpom-mern und dem pommerschen Antheil an der Neu-mark) und Wolgast (mit dem Fürstenthume Rü-gen) schied. Beide Herzoge führten gemeinschaftlich,mit Zustimmung der Landstände auf dem Landtagzu Treptow, 1534 die Kirchenverbesserung mit Hilftdes v. Bugenhagen in Pommern ein, und derBischof Erasmus Mandüwel von Kammin ver-mochte es nicht durch seinen Widerspruch zu ver-hindern. Bis zu dieser Zeit gab es in Pommern undauf Rügen, mit Einschluß des Bisthums Kammin,45 geistliche Stifter, welche hierauf, bis auf die denHerzogen anheim fallenden Feldklöster, zu wohlthä-tigen Anstalten verwendet wurden. Das BisthumKammin, ward beibehalten, aber der bischöflicheStuhl seit 1556 stets mit pommerschen Prinzen be-