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3 (1842)
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davon) durch seine schönen Häuser und Fluren aus,und hinter demselben kommt man in ^ St. zumgreifswalder Bodden. Ein aus den Stadteinkünftenangelegtes und unterhaltenes Bollwerk faßt landein-wärts den Hafen ein, längs welchem sich das DorfWvck hinzieht.

Nördlich von der Stadt ist auch eine Saline,welche mit Torf siedet, sich aber nur durch großeWohlseilheit Absatz verschafft. Die aus 2 Brunnengeschöpfte Soole ist nur 34löthig, wird vermit-telst einer Windmühle gefördert und durch diese auchaus die 5 Gradirwerke gepumpt. Vom letzten Gra-dirwerke wird sie durch unterirdische Röhren zu denPsannen geleitet. In 48 Stunden werden 2 Pfan-nen voll, jede zu 48 Scheffeln gerechnet. 3« jedemSud werden 18,000 Stück Torf gebraucht, welcheman aus dem nahen Torfmoore erhält. Die Soolesetzt fast gar keinen Pfannenstein und nur sehrwenig Dornstein ab. Die Mutterlauge wirdnicht weiter benutzt; auch das Einfrieren der Soolefindet nicht Statt, weil die Winterkälte hier seltenanhaltend ist. Mit der Torfasche werden die nahenMoräste ausgefüllt. Noch ist die greifswaldischeOie (Insel) zu merken, welche von 3Bauerfamilienbewohnt wird. Diese haben sie von der Stadt ge-pachtet und treiben Viehzucht, Ackerbau und Fisch-fang. Der Boden ist zwar von besonderer Frucht-barkeit, aber der Flächenraum zu unbedeutend; da-her gewährt den Bewohnern die See durch die Fi-scherei den meisten Erwerb. Im 16. Jahrh, warder Störfang noch von Bedeutung; jetzt ist derFang eines Störs eine Seltenheit; dagegen werdenLachse und ringe häusig gefangen. DieEinwohner sind gutmüthige, kräftige und unver-derbte Naturmenschen. Die männliche Jugend suchtihr Fortkommen in den benachbarten Seestädten undStranddöifern als Schiffer oder Fischer. Diese In-sel ward der Stadt schon 1291 von Vogislav IV.geschenkt. Im Jahre 1668 ward sie für ein Kapi-tal von 1000 Thlr. an den General-Gouverneur Feld-marschall Wrängel auf Lebenszeit zur Jagd ver-pfändet und erst lange nach dessen Tode 1749 vondem Grafen Brase wieder eingelöst. Dampf-schiffe gehen von hier nach Rügen und Schweden,und man kann sogleich den Ryck hinabfahren, woman links Wyk und rechts Eldena erblickt.

Greifswald, urkundlich Gryphis, Gry-pheswolde, Gripeswald, entstand in der er-sten Hälfte des 13. Jahrhunderts, nach der allge-meinen Annahme 1233 daher 1833 das 600jäh-rige Jubiläum der Stadt gefeiert wurde durchdenAbtWigard von Eldena oder Kloster Hilda,von der Hilda, nun Ryckflusse, so genannt, wieauch- die Gegend bei der Mündung derselben in dieOstsee hieß, nachdem das Kloster selbst, zu Anfangedes Jahrhunderts, vom Fürsten Iaromar I. vonRügen gestiftet worden war. Die Mönche erbauetenunter ihrem Abte an einer westwärts von dem Klo-ster etwa ^ Stunde entfernten, damals waldigen Ge-gend, welche vermuthlich das Privateigenthum einesMannes von der alten pommerschen Familie derGreifen war, vielleicht eines Bruders ihres Ordens,eine Kirche zu Ehren der heiligen Maria, der auchihr Kloster geweiht war. Zahlreich kamen die Pilgerherbei, und man mußte zu ihrer Ausnahme ein Hos-pital und später ein zweites für die kranken Fremd-linge erbauen, von denen das erste dem h. Geiste,

das letztere dem h. Georg gewidmet wurde. Hieraufließen sich bald einige Ansiedler um des Handels wil-len nieder; denn hier, wie anderwärts, ward nachden Messen, durch Tausch und Kauf von Waaren,Handel getrieben. Die vortheilhafte Lage des Ortesin der Nähe des Rückflusses und der Ostsee, ludzu Verkehr, Handel und Schifffahrt ein und zogimmer mehr Ansiedler herbei, so daß bald eine Ge-meinde entstand. FürstWitzlav I. von Rügen gab1241 der Abtei Hilda, deren sämmtliche Güterund Gerechtsame bestätigend, die Marktgerechtigkeitund zugleich die Erlaubniß, Handwerker und Künst-ler aufzunehmen. Diese Bestätigung erneuerte 1248auch Wartislav III. (-1/ 1263) von Pommern,und nahm im folgenden Jahre, weil die StadtSund immer größer und mächtiger ward, dasneue Städtchen Grypeswald von dem Kloster zuLehen, dessen Abt sich nicht mehr getrauete, das Re-giment über die vielen und wohlhabenden Einwohnerzu führen. Von Wartislav erhielt hierauf derOrt 1250 das lübiscke Reckt, mit eigener Ge-richtsbarkeit, und alle Freiheiten, deren sich dieStadt Lübeck selbst zu erfreuen hatte; daher wardauch das Gemeindewesen und die Geschäftsverwaltungdesselben nach dem Beispiele jener Stadt eingerichtet.Herzog Wartislav gab ihr auch das Recht derBefestigung und Vertheidigung, Barnim I. (^ 1278)das Niederlags- und Stapelrecht, und ihreNachfolger suchten seitdem das Gedeihen des Ortesdurch Schenkungen und Privilegien aller Art zu be-fördern, und die letzteren wurden durch die Königevon Dänemark, Norwegen und Schweden, wie an-drer Nachbarfürsten in ihren Landen, noch sehr ver-mehrt. Es bildeten sich daher auch 2 Handelskom-pagnien, die Berg er- und Schon enfahrer, welchesich 1755 vereinigten. Seit 129? hatte Greifswald2 Hafen am Ryckflusse und an der dänischen Wyk.Seit 1310 trat die Stadt auch in den Hanse-bund, und stand daher mit den ersten Handels-plätzen in Verbindung. Nach Urkunden von 1325und 1389 besaß sie auch das Münzrecht, und be-hauptete es bis 1525. Sie schloß daher Bündnisseund Verträge mit Städten und Fürsten zur Sicher-heit und Förderung ihres Handels, und unterhielteine ansehnliche Bürgermiliz zu Fuße und zu Pferdezur Vertheidigung ihrer Mauern. Mit derselbenunterstützte sie oft selbst ihre Herzoge, namentlich imrügenschen Erbfolgekriege (132528), als nackdem Tode Witzlavs IX. von Rügen und War-tislav s IV. von Vorpommern die Fürsten vonM eklen bürg den hinterlassenen Prinzen Vogis-lauV., BarnimIV. und Wartislav V. die Erb-folge in Rügen streitig machen wollten. Zum An-denken an diese Begebenheit wurde ein Kirchenfestangeordnet, welches noch jährlich in der Nikolaikircheunter dem Namen des Fürsten fest es begangen wird,und von der Schuljugend gewöhnlich das Wecken-fest, von den Wecken, Semmeln, welche sie da-bei für einige Thaler erhält, genannt zu werdenpflegt. Frühzeitig war der Handel mit getrock-neten und gesalzenen Fischen, besonders Häringen, sehrausgebreitet, und daher bildeten auch die Böttcher inGreifswald die erste, mit Innungsartiteln verseheneZunft 1321.

Die Zunahme der Bevölkerung machte noch inder 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts den Bau einergroßen Kirche nöthig; man bauete die Iakobi-