Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
Seite
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dem jungen Fürsten eine ruhmgckrönte Zukunft.Da der König zufolge dieses Urtheils, und weil derPrinz sich jetzt eifrig bestrebte, den Wünschen seinesVaters nachzukommen, ihm seine Liebe wieder vonneuem zuwendete, so ward nach der Rückkehr ausdem Feldzuge das Verhältniß zwischen dem Königeund dem Kronprinzen ein immer besseres. Fried-rich umgab sich mit einer ausgewählten Gesellschaftgelehrter und interessanter Männer. Unter ihnenbefand sich der junge Chevalier von Chasot, wel-chen der Prinz am Rhein hatte kennen lernen, undder sich durch Witz und Kenntniß der Kriegswissen-schaften auszeichnete. Herr von Knobelsdors,dessen Geschmack für Malerei und Baukunst sich inItalien ausgebildet, Jordan, ehemals französi-scher Prediger, der nach Niederlegung seiner Stelleverschiedene Reisen durch Holland, England und Frank-reich gemacht hatte, der Baron Keyserling, einMann voll Witz und Laune, und welchen Fried-rich gewöhnlich seinenlieben Cäsarion" zunennen pflegte, waren nebst den Malern Pesneund Buisson, den Musikern Graun und Benda,und einigen jungen Offizieren, welche Friedrichliebte, fast fortwahrend in Rheinsberg. Den größ-ten Theil des Morgens brachte der Prinz in seinemVibliothekzimmer zu, worin sich eine Sammlungder beßten französischen Originalwerke befand. Diegriechischen und lateinischen Klassiker konnte er zwarnicht in der Ursprache lesen, aber er studirte sie inden beßten vorhandenen französischen Uebersetzungen.(Fortsetzung folgt.)

G r e i f s w a l l»,

eine der vornehmsten Ostseestädte, mit einem sehrguten Hafen am greifswalder Bodden (Busen), 1 St.vom Meere, mit welchem die Stadt durch den Ryck-fluß, der kleine Seeschiffe tragt, in Verbindungsteht, 3z Meile von Stralsuno, 18 M. von Stet-tin und 29 M. von Berlin entfernt, liegt im gleich-namigen Kreise, Regierungsbezirk Stralsund, undzahlt in ungefähr 1000 Hausern 10,300 Einwohner,welche sich hauptsächlich von der Schifffahrt, Schiff-bau, Fischerei, Branntweinbrennen und dem an-sehnlichen See - und Landhandel nähren. Dazu kom-men noch stark besuchte Jahrmärkte und einige Fa-briken, welche Leder, Oel, Stecknadeln, Seife undTaback liefern. Die Stadt, aus der Alt- und Neu-stadt bestehend, mit 3 Vorstädten, hat noch jetztschwedische Rechtsverfassung, und ist der Sitz desOberappellationsgerichts, eines Hofgerichts, eines Ober-gerichts, eines Kammer- und Kreis-, eines Stadt -und Waisengerichts, eines Landrathamtes, einer Ge-neral- und Stadtsuperintendentur, eines Bauinspek-tors, eines Hauptzollamtes, einiger Konsulen u. Diehiesige Universität (s. Bor. B. I. S. 71), von derpreußischen Regierung in ihren Einkünften und Hilfs-anstalten bedeutend verbessert, mit einem philolo-gischen und theologischen Seminar, einer chirurgi-schen Akademie:c., ist mit dem landwirthschaftlichenInstitute in Eldena eine der trefflichsten Lehran-stalten des Königreichs, wird aber dessenungeachtetnicht zahlreich (von höchstens 200 Studenten) be-sucht. An derselben war zuletzt auch der DichterKose garten Professor der Theologie, und starb hier1818, in welchem Jahre Wilhelm Ahlwardt,

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Uebersetzei Ossi ans im Metrum des Originals, Pro-fessor der alten Sprachen ward. Außerdem sindhier Unterrichts- und Wohlthätigkeitsanstalten: 1 Gym-nasium mit 11 Lehrern, unter denen v. Mohnikevon 1810 bis 14 Conrector, und W. Ahlwardtvon 1811 bis 1818 Rector war; 1 Schullehrerse-minar, 3 Küsterschulen, 1 Waisenhaus, 1 Landes-lazareth, 1 Armen- und Arbeitshaus, mehre Hos-pitäler ic.

Unter den 3 Kirchen, derMarien -, Iakobi -und Nikolaikirche, zeichnet sich die letztere durchihren hohen Thurm, welcher alle andere überragtund eine sehr weite Aussicht bis auf die See undnach Rügen gewährt, durch ihre Größe, ihren in-neren Bau, eine schöne Orgel und einige vorzüg-liche Gemälde aus. Unter den übrigen Gebäudender Stadt ist die Akademie das schönste, die Hör-säle, die Sammlungen von physikalischen Instrumen-ten, Modellen und Naturalien, das geologische Mu-seum, das anatomische Theater enthaltend. In denHörsälen sieht man die Bildnisse der Professoren,und darunter auch das des sehr dicken ProfessorsSchock, der vor Todesfurcht starb, als er hörte,daß der Czaar Peter den Wunsch geäußert habe,ihn aufschneiden zu lassen, um zu sehen, wie vielFett sein Bauch enthalte. Auch die Bildnisse derrostocker Professoren sind hier, welche 1456 nachGreifswald geflüchtet waren, und dadurch zunächstdie Stiftung der Universität veranlaßten, obgleichvon meklenburgischer Seite beim Papst Kalixt III.Vorstellungen dagegen gemacht wurden. In demgroßen Saale, welcher durch den 2, und 3. Stockdes Hauptgebäudes geht, befindet sich die Bibliothekvon 3040,000 Bänden und hinter dem Gebäudeder kleine botanische Garten. Greifswald hat auch2 Apotheken, die alte Stadt- oder Rathsapothekeschon seit 1365 und eine conzessionirte königliche seit1705. Die Stadt besitzt auch ein Theater,aus welchem aber nur wandernde Truppen spielen,und für geselliges Vergnügen bestehen mehre ge-schlossene Gesellschaften. Die angenehme Lage derStadt, deren ehemalige starke Befestigung durch hoheWälle, tiefe Gräben und starke Mauern noch sicht-bar ist, wiewohl man sie seit 1720 in reizendeAnlagen und Gärten verwandelt hat, gewährt, mitden schönen Spaziergängen im Eldenholze, einenreichen Naturgenuß, und die Ruine Eldena mitihren freundlichen Umgebungen einen erhabenen Anblick.Die Nähe des anmuthigen Elisenhaines, einesTheiles des eldenaischen Buchenwaldes, welcher zuEhren der Königinn Elisabeth, als sie, noch Kron-prinzessinn, den 16. Juni 1825 mit ihrem Gemahlediesen Theil des Waldes zuerst besuchte, so genanntworden ist, zieht als Belustigungsort der Greifs-walder in der schönen Jahreszeit einen zahlreichenBesuch herbei. Merkwürdig ist auch die Ruine derKlosterkirche zu Hilda. einst die schönste der Gegend,welche schon vor der Gründung der Städte Stral-sund und Greifswald in voller Pracht dastand, alsRuhesttate mehrer Herzoge und Herzoginnen Pom»merns, sowie vieler Großen, welche das Kloster be-schenkten, und des Abtes Wizard, unter dessenLeitung die Stadt Greifswald entstand. Vor demHochaltare dieser Kirche nahm Wartislav III. dieStadt, in Gegenwart des Abtes und im Namendes Klosters, 1249 zu Lehen. - Eldena zeichnetsich auch unter den Dörfern um Greifswald (1 St.