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aber machen sie auch große Versendungen in ent-ferntere Gegenden, und geben einer Menge Men-schen Beschäftigung durch's Kräutersammeln. -— Ober-halb Krummhübel, an der kleinen Lomnitz und amEingange in den Melzergrund, ist die VaudengruppeWolfs hau, deren Einwohnern, der hohen Verg-waldung wegen, während des Decembers die Sonneunsichtbar bleibt. Von hier führt, AM. westlich,der Weg zum Lomnitzfalle, ebenso weit südwestlich,im Eulengrunde hinauf, der Weg zur Koppe, als derkürzeste von Schmiedeberg aus.
Schmiedeberg, am Esel- oder Iselbache, istseiner stattlichen Handelspaläste, Garten- und Park-anlagen wegen die anmuthigste Landstadt, und wäre,nach dem Urtheile eines Niederländers, mit demHaag vergleichbar, läge sie in der Ebene. Unge-fesselt durch Mauern und Thore, strebt sie in einerlangen Gasse im Thale über eine Stunde weit hin,und man wohnt hier in der Stadt und zugleichauf dem Lande. Schmiedeberg wurde nach zwei gro-ßen Bränden von 1742 und 1792 größtentheilserneut, und ist beute eigentlich nur eine reizendeRuine überlebter Manufaktur - und Handelsgröße,immer aber noch die zweite Handelsstadt des Gebir-ges in Leinen-, vorzugsweise aber in Vandwaaren.Die großen Lager magnetischen Eisenerzes in demGlimmerschiefer der Gegend gaben der Stadt den Ur-sprung, indem schon im 12. Jahrhunderte Bergbauund Hüttenwesen in der Gegend bedeutend betrie-ben wurden. Die Versuche in neuerer Zeit sind, imVerhältniß zum Preise des nöthigen Brennmaterialszu wenig lohnend, wieder aufgegeben worden. —Die katholische Hauptkirche, früher evangelisch, tragtan ihrem Thurme ein merkwürdiges Steinbild, wahr-scheinlich aus der Zeit der Templer. Es ist eine Ma-donna, in roher Form und auf einem Sockel gear-beitet, dessen Verzierung ein Molochskopf ist, wel-cher ein Kind verschlingt. Das Ganze diente allemAnscheine nach dazu, ein jetzt verlorenes ^cce twmoin der untern Nische gegen Unwetter zu schützen.Solche templerische Ausschmückung kommt bei älte-ren schlesischen Kirchen oft vor, namentlich drei-mal in Glogau, Einmal zeigt sich der Trägstemals Drache oder Hund, ein andermal als Affe oderunerkennbares Zerrbild.
Eine ganz eigenthümliche Winter-Bergpar-tie der Schmiedeberger ist die nach den Gränzbau-den. So heißen die drei letzten und höchsten Wohn-häuser des an den Beigen hin zerstreuten Ober-dorfes von Klein-Aupe, dessen Hochebenen schonzu dem böhmischen Antheile des Riesengebirges ge-hört. Diese Bauden sind vornehmen Ursprungs;denn die östreichischen Offiziere: Graf Kirchschlager,Fürst Reuß und v. Brunnecker, welche eines gewis-sen Vergehens wegen hierher zum Anbaue verwiesenwaren, sollen sie angelegt haben. Unter denselbenist die hübner'sche Baude, ein stattliches Haus vollheiterer Räume, am vorzüglichsten zur Aufnahmevon Gästen eingerichtet, und ein wahres Hotel desRiesengebirges zu nennen. Hier findet man einenTanzsaal, darin einen wiener Flügel, und namentlichin Forellen, Eierkuchen und dergleichen leichter ly-rischer Kost eine freilich theuere, aber so gute Ve-wirthung, wie man sie kaum in einer sonst so un-wirthlichen Höhe erwarten sollte. Dabei spielt derUngarwein, in den feinsten Nuancen von herb undsüß, eine Hauptrolle, und lockt besonders im Win-
ter sehr zahlreiche Trinkerschaaren aus den Thälernhierher, überhaupt aber ein lebenslustiges Publicumzur vielseitigen Originalität des Vergnügens aus die-ser einsamen Hochebene, deren Umgebung durch dienahe Riesenkoppe und ihre gewaltigen Nachbarbergegroßartig ist. Hinauf fährt man von Oberschmiede-berg aus auf Hörneischlitten mit einem vorgelegtenwohlgeübten Pferde, von einem Führer geleitet.Oben ist Musik und liedliches Wesen. Man tanzt,trinkt, spielt, schwatzt und lacht, und denkt endlich,sobald der Mond aufgegangen, wieder an's Hinab-fliegen, indem je Einer oder ein Pärchen einen Hor-nerschlitttn einnimmt, und unter der Leitung desvoransitzenden gewandten Führers in kaum einerhalben Stunde über die Schneedecke hinabgleitet,während zur Auffahrt gegen zwei Stunden nöthig sind.Aehnliche Schlittenpartieen finden in der Schweiz, vomMont-Cenis herab, Statt, von den Engländern dortdas Ramassen genannt. Auf ähnliche Weise brin-gen die Gebirgsbewohner im Winter von den steil-sten Abhängen Holz in die Thäler.
Ueber das ganze Thal von Schmiedeberg nachHirschberg, dieses Elysium Schlesiens mit dem Hoch-gebirge im Hinteigrunde, hat man auf dieser Ost-seite die unbeschränkteste entzückende Uebersicht aufden Friesensteinen (2834F.), einer leicht zugäng-lichen Gruppe von Granitmassen, welche den höch-sten Punkt des landeshuter Kammes bilden. Die-ser stößt südwärts an den schmiedeberger Kamm,und über diesen führt, unter dem Minister Hoymangelegt, die höchste, bis 2233 Fuß sich erhebendeKunststraße im preußischen Staate. Man muß da-her hinreichend Vorspann nehmen, und auf demsogenannten Vorspannstein auf der Höhe des Ber-ges sind schon Millionen Thaler gezählt worden.Hier war es, wo der große Friedlich einst ausrief:„Es giebt nur ein Schlesien!"
Auf der Westseite des Gebirges ist ein ähnlicherherrlicher Uebersichtspunkt, der Kapellenberg, mitder darüber führenden Straße von Schönau nachHirschberg, und zwar auf einer Rasenbank, an derStelle der ehemaligen Kapelle, welche dem Bergeden Namen gab. Hier überblickt man die ganzeKette des Riesen- und Isergebirges, sowie die Thä-ler des Vobers und Zakens, und die im Vorgrunderuhende Stadt Hirschberg.
Obschon seinem Charakter nach ganz von demRiesengebirge verschieden, ist das Isergebirge docheigentlich nur als dessen niederer nordwestlicher Theilzu betrachten, da beide Höhenzüge weder durch ei-nen Fluß, noch durch ein bedeutendes Thal geson-dert werden, und die letzten Berge des Isergebirgeszugleich die Vorbcrge des hohen Riesengebirges sind.Auf dem Iserkamme, der steil nach Schlesien undterrassenförmig nach Böhmen abfällt, läuft die Gränzehin, und von ihm aus gehen auf der böhmischenSeite zwei niedrige Bergzüge parallel. Sie werdenvon dichter Nadelwaldung bedeckt, welche nur bis-weilen feuchte, unfruchtbare Thäler unterbrechen.Das ganze Gebirge ist bei seinem düstern, unwirth-lichen Charakter, bei seinen Windbrüchen, Sümpfen,Moorgründen und wenigen einsamen Pfaden, we-nig zur Wanderung einladend, daher ungleich wenigergekannt, als das viel höhere, aber still heitere Riesenge-birge, von welchem es den offenbaren Gegensatz bildet.
Der Hauptpunkt des Gebirges ist die Tafel-fichte, der nordwestlichste und zugleich höchste Berg