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listen Leopold
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verdankt, ist gehörigen Orts bereits angedeutet wor-den. Aber seine starre Einseitigkeit machte ihn un-fähig, dasselbe weiter fortzubilden, und sich in neuenVerhältnissen zurechtzufinden. Das Beßte von sei-ner militärischen Schöpfung, nämlich der den Trup-pen beigebrachte Geist der Ordnung, des Gehorsams,und ein großes Selbstvertrauen, wirkte jedoch langenach seinem Tode fort, und trug zu den siegreichenErfolgen Friedrichs des Großen mehr bei, als dietaktischen Künsteleien der Ererzirmeister aus Leo-polds Schule. Das Vertrauen der Truppen zuseinem Anführertalent war gränzenlos, und erklärtzum Theil ihre fast beispiellose Hingebung? die Sol-daten hielten ihn für einen Hexenmeister, der sichkugelfest machen könne; denn in 22 Schlachten und2? Belagerungen war er nur einmal leicht verwun-det worden, obgleich er sich stets den größten Ge-fahren aussetzte.
Leopolds Feldherrntalent muß aus zwei ver-schiedenen Gesichtspunkten beurtheilt werden, undsteht nicht ohne Makel da. Seine Entwürfe warenklar durchdacht und kühn, die Ausführung dersel-ben geschah mit Entschlossenheit; Hindernisse undGefahren schreckten ihn niemals: unaufhaltsam schritter dem vorgesteckten Ziele zu und erreichte es stets,weil an Hartnäckigkeit und Ausdauer Niemand ihmgleich kam, und diese Eigenschaften schon allein denSieg verbürgen können. Aber seine Siege warenin der Regel viel zu theuer erkauft; denn es fehlteihm die nöthige Gewandtkeit des Geistes, um einegeschickte Auswahl der Mittel zur Erreichung tak-tischer Zwecke treffen zu können. Er opferte Tau-sende, wo Andere mit Hunderten dasselbe bewirkten,und verstand sich nicht auf die bei anhaltendenKämpfen so nöthige Menschenschonung. Leopoldmag dieß selbst gefühlt haben; denn er verhehlteoft absichtlich die Größe seiner Verluste.
Das gelungenste Bild des Fürsten, von dempreußischen Hofmaler Anton Pesne gemalt, befin-det sich auf dem Schlosse zu Dessau, und stellt ihnin der Feldmarschallsuniform mit Unterkleidern vongrober grauer Leinwand dar, wie er sie fast bei je-der Gelegenheit zu tragen pflegte. Im Jahre 1790ließ ihm Prinz Heinrich von Preußen zu Rheins-berg ein Denkmal setzen. Ein größeres Standbildvon carrarischem Marmor wurde 18NN zu Berlin,dem königlichen Schlosse gegenüber, im Lustgartenausgestellt. Die beste Lebensbeschreibung des Fürstenhat Varnhagen von Ense geliefert.
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August Wilhelm Iffland.
(Beschluß.)
Nur um so fester kettete Iffland dieser neueBeweis des königlichen Wohlwollens an Berlin, undaufs Neue schlug er um diese Zeit ein Engage-mentsanerbieten nach Wien aus.
Inzwischen hatte die rastlose Thätigkeit seinekörperlichen Kräfte erschöpft und die geistigen er-müdet. Gleichwohl trat er im Herbste 1811 zuBreslau in einigen Gastrollen noch mit einer Frischedes Humors auf, welche seine innere Zerrüttungkaum ahnen ließ. Von dieser zeugen in einem sei-ner Briefe im August des genannten Jahres folgendeWorte: „Ich bedarf nicht zu beten: Schaff in mir
Gott, ein reines Herz! wohl aber: Schaff in mir,Gott, ein frohes Herz!" —
Ungeachtet seiner körperlichen Leiden und mehr-maligen Vlutauswurfs reiste er von Breslau Tagund Nacht nach Frankfurt a. M., und war vondem dortigen Gastspiele durch die abmahnenden Vor-stellungen seiner Freunde, seiner Gattinn und desArztes nicht zurückzuhalten. Ungeachtet dieser neuenErschöpfung trat er am andern Abende wieder inDarmstadt auf, ging dann nach Manheim, dem Mit-telpunkte seiner liebsten Erinnerungen, und genoßin ihnen an Ort und Stelle noch einmal die Tageeiner schöneren Vergangenheit. Auch hier gab er ei-nige Gastrollen, und nahm dann Abschied von sei-nen noch vorgefundenen Freunden, deren Wieder-sehen er nicht mehr zu hoffen schien.
Als er über Braunschweig sehr erschöpft nachBerlin zurückgekehrt war, fesselte ihn ein Fußübelmehre Wochen an's Zimmer. Kaum genesen, warfer sich im Dränge seines lebhaften Pflichtgefühlssogleich wieder in den breiten Strom seiner Geschäfte,und war auch von der Bühne nicht zurückzuhalten.Er folgte 1812 einer Einladung nach Karlsruhe, woman ihn durch vortheilhafte Anträge zu gewinnensuchte. Allein er schlug sie eben so standhaft aus,wie die früheren von Wien, und wahrscheinlich mehraus Anhänglichkeit an das königliche Haus, als andas berliner Publicum, mit welchem er, bei allerbeifälligen Wirksamkeit auf dasselbe, dennoch nichtganz zufrieden gewesen scheint.
Nach dem Ausbruche des Krieges 1813 gab erden dringenden Vorstellungen des Arztes nach, dasBad Reinerz in der Grafschaft Glaz zu besuchen.Die dortige treffliche Molkenkur schien seine gesun-kenen Kräfte neu zu beleben, und er kehrte mit ei-nem neuen Lebensgciste nach Berlin zurück. Hierbetrat er die Bühne wieder, und zwar in zum Theilangreifenden Rollen, wie Wilhelm Tell, welchen ermit fast jugendlichem Feuer spielte. Es war indeß nurdas letzte Auflodern der Künstlerflamme, welche mitseinem Leben bald auf immer zu erlöschen drohte.
Ifflands Kränklichkeit wuchs bei seiner un-ausgesetzt großen Anstrengung dergestalt, daß dasphysisch« Unvermögen von seinem unermüdli-chen Geiste sich nichts mehr abtrotzen ließ. Ermußte sich nicht nur von der Bühne, sondern auchvon seinem Geschäftskreise bei derselben zurückziehen.Um diese Zeit verkaufte er sein Landhaus im Thier-garten, welches ihm nach seiner eigenen Aeußerungwenigstens einigen Ersatz für die geliebte Rhein-gegend darbot, und lebte fortan in der Abgeschieden-heit seines Krankenzimmers.
Einen großen Moment gab es bald daraufin Berlin, den Iffland s dichterisches Talent we-nigstens noch durch ein öffentliches Lebenszeichen zufeiern suchte. Die langen wilden Kriegsstürme derZeit schienen ausgetobt zu haben; Irene lächeltedurch die gebrochenen Wolken, und die königliche Fa»milie kehrte nach Berlin zurück. Iffland schriebfür dieß festliche Ereigniß das kleine Stück: „Liebeund Wille", und bei der Ankunft der Kaiserinn vonRußland einen Prolog. Diese erschien im Theater,und Iffland ließ es sich nicht versagen, noch ein-mal, wenn auch nur im Hintergründe, dort zu er-scheinen. Es war am 23. Januar 1814.
Mit dem Beginn der Saison eilte er noch ein-mal zu der heilkräftigen Najade von Reinerz; al-