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3 (1842)
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beigetragen. Dagegen war sein Bruder Johann,welcher die Neumark besaß, höchst sparsam, sam-melte einen ansehnlichen Schatz und ließ auch dieFestungen Küstrin und Peitz erbauen. Diesem glichJohann Georg (157193), welcher die Regie-rung gleich mit dem rühmlichen Vorsatz antrat, durchweise Sparsamkeit die Staatsschulden bald wieder zutilgen. Die wuchernden Juden wurden des Landesverwiesen und über Lippold ein strenges Gerichtgehalten. Seine ganze Sorgfalt richtete der Kurfürstauf die Staatsverwaltung und die Beförderung desallgemeinen Beßren; daher die Finanzen, das Kir-chen- und Schulwesen, Gewerbe und Handel, die er-sten Gegenstände seiner Aufmerksamkeit waren. Da-bei unterstützte ihn ein alter, treuer Diener seinesVaters, der greise Distelmeyer, und seit 1578der als Staatsmann, General-Baumeister und In-genieur ausgezeichnete Graf Rochus Guerini zuLinar. In Berlin stiftete er 1574 das Gymnasiumzum grauen Kloster, und öffnete zuerst seinen Staatvielen wegen der Religion vertriebenen Franzosenund Niederländern. Die Regierungen JoachimFriedrichs (1598-1608) und Johann Sigis-munds (16081619) verstricken für Brandenburgin Ruhe und Frieden, bis auf einige Störungen,welche des Letzteren Uebertritt zur reformirten Kirche1613 veranlaßte. Desto trauriger war die Regie-rungszeit Georg Wilhelm« (1619-1640, f. Bor.Bd. II. S. 9, 21 u. 28) durch den 30jähr. Krieg (1618bis 1648), dessen Wunden erst der große KurfürstFriedrich Wilhelm (1640-88, f. Bor. Bd. I.S. 115 und 121), durch seine weise Staatsverwal-tung wieder heilen konnte. Dieß geschah auch durchdie Aufnahme vieler um der Religion willen flüchtigerFremdlinge, die sich als Ackerbauer, Handwerker,Künstler, Gelehrte, Kaufleute, Fabrikanten :c. inBrandenburg niederließen, wie noch unter seinemNachfolger Friedrich III. (16881713, s. Bor.Bd. II. S. 99, 105), welcher durch die Erhebungdes Herzogthums Preußen zum Königreiche, da Ber-lin immer die Residenz blieb und er als König Fried-rich l. um so mehr Pracht und Verschwendung zei-gen zu müssen glaubte, auch Brandenburgs Florauf diese Weise beförderte. Für den wahren Wohl-stand des Volkes waren freilich die Regierungen Fried-rick Wilhelms!. (171340) und Friedrichs II.(174086) bei weitem wichtiger: es wurden neueVorwerke angelegt, große Strecken urbar gemacht,viele Brandstellen aufgebauet, mancherlei Anstalten,größtentheils durch neue Kolonisten, gegründet, Fried-rich Wilhelm I. verwendete von 172339 alleinauf den Häuserbau 187,366 Thlr., und Friedrich II.die große Summe von 20 Millionen, wovon die Hälfteauf die Bauten in Berlin und Potsdam kam. IhreNachfolger Fried cich Wilhelm II. (1786179?)und Friedrich Wilhelm III. (17971^40) wa-ren nicht weniger bemüht, mit landesväterlicher Huldfür Brandenburgs Wohlfahrt zu sorgen, die Land-wirthschaft, Gewerbe, Kunstfleiß und Handel, dasKirchen- und Schulwesen zu befördern, und ihrewohlthatigen Bemühungen sollen in ihren nachfol-genden Viographieen ausführlich gewürdigt weiden.(Man sehe auch den Art. Berlin Bd. I. S. 20,30 und 49.)

Leopold von Anhalt-Dessau,

königl. preußischer Feldmarschall.(Fortsetzung.)

Diese ruhige Haltung imponirte dem Geg-ner so sehr, daß er von jedem ferneren» Angriffeabstand, und die Preußen ihren Rückzug unange-fochten fortsetzen ließ. Das waren die Früchte dervon Leopold eingeführten Disciplin, welche die Trup-pen hier vom Untergange rettete. Von diesem Tagean bekam er eine entschiedene Vorliebe für die In-fanterie, und war von ihrer Unüberwindlichkeit voll-kommen überzeugt. Diese That fand allgemeine An-erkennung. Der König ernannte ihn zum Generalder Infanterie, und übertrug ihm im Feldzuge1704 den Befehl über das bis auf 12,000 Mannverstärkte Reickskontingent, mit welchem er den13. August an der Schlacht bei Blindheim oderHöchstädt den rühmlichsten Antheil nahm. Leo-pold befehligte hier den rechten Flügel der Infan-terie, aus 11 preußischen und 7 dänischen Bataillo-nen bestehend. Als die schlecht geführte Cavalerieder Verbündeten ihre Infanterie verließ und in Ge-fahr brachte, ergriff der Fürst eine Fahne und führteseine Truppen in fester Ordnung gegen den Feind,der seinem Angriffe nicht lange widerstand. PrinzEugen hatte sich dieser Heldenschaar ebenfalls an-geschlossen, und gab dem Fürsten das rühmlicheZeugniß, daß der Sieg ohne seine kraftvolle Ein-wirkung sehr zweifelhaft gewesen sein würde. Auchder Oberfeldherr, Herzog von Marlborough, be-zeigte ihm seine Dankbarkeit. Die Ueberwindungder Vaiern und die Vertreibung der Franzosen vom rech-ten Rheinufer war die nächste Folge dieses Sieges.Der Eroberung von Landau, womit dieser Feldzugendigte, wohnte Leopold gewissermaßen als Frei-williger bei, da seine Truppen beim Hauptheere un-thätig blieben, nahm aber gleichwohl so erfolgreichenAntheil an dieser Unternehmung, daß er sich vieleNeider zuzog. Den Winter brachte er, wie gewöhn-lich, in Dessau zu.

Prinz Eugen hatte während des Feldzugs inBaiern von den preußischen Truppen und ihrem fürst-lichen Anführer eine so hohe Meinung bekommen,daß er sie auch ferner unter seinen Befehlen zu Ha-ben wünschte, und da ihm Oberitalien zum Kriegs-schauplatz angewiesen worden war, sehen wir 1705den Fürsten Leopold mit 8000 Mann auserlesenerTruppen diesen klassischen Boden betreten. Es galthier zuvörderst dem Herzog von Savoyen zu Hilfezu kommen, welcher seine Waffen dem Kaiser zu-gewendet hatte, und deßhalb von den Franzosen ha«mitgenommen wurde. Wegen unzulänglicher Streit-kräfte konnte Eugen den Feldzug erst im Juni er-öffnen, und fand überall den stärksten Widerstand.Indeß drang er glücklich bis zur Adda vor, undwollte diesen Fluß bei Paradiso überschreiten. Leo-pold führte die Avantgarde, ließ unter den schwie-rigsten Umständen eine Brücke bauen, konnte aberden Uebergang hier nicht bewerkstelligen, da dieStellung des Gegners hinter dem Flusse zu starkwar. Eugen befahl deßhalb den Abmarsch gegenCassano, wo am 16. August ein anderer Ver-such gemacht wurde. Die Adda wird hier von zweiKanälen begleitet, was den Uebergang noch mehrerschwerte, denn das Waffer ging den Soldatenimmer noch bis an die Schultern. Leopold be-