Druckschrift 
3 (1842)
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

L

».

27

uburg abzie-Hieß that ertz seines Zel-n, der aberDer Bürger200 Guldenseitdem all-ch und nach,ceigniß (dasigt ist) zum:Die Hus-daher vonBethlehem">rd, welchesl Ferne her-

Lürgerschule> ihren Leh-lskirche, wo) ein Dank-ithhaus, woGesang undVogelwiese,en Tempel,>s schließen,empels einei unter dien zerstreuend belustigenlber niemalsn geschmück-ictniig, undruft. Dar-use. Abendschlag in diezum Voc-niedergelegtie Madchen,>, das Fest>g zieht dieer vergnügtZelte undMenschen ineine ganzeZerstreuung3 Tage be-ll, Iahrhun-eburg, ent-:bauete undder Alten-Spuren derchen Dorfe?m auf derVeste stand,ind schönensammenflußt frühzeitiganfange des, daß manne Mauern?dächtnißtag:l, welchenahrten nachinen großenl nach ent-m 29. Juli

Nachmittags 3 Uhr an 14 Tage hindurch gehaltenwurde. Sie trug nicht wenig zum Aufblühen derStadt bei, und zog auch frühzeitig Juden nachNaumburg, wiewohl die Stadt bis in's 15. Jahr-hundert vor Erfurt, Halle, Merseburg lc. mit ih-rem Handel nicht emporkommen konnte. 'Daraufhatte sie wieder mit Leipzig einen langwierigen Kampfzu bestehen, dessen Ostermesse dem naumburgerGründonnerstags-Markte, der auch Meßrechte hatte,großen Abbruch that. Nach fast 150jährigen Strei-tigkeiten kam endlich den 14, März 1607 ein Ver-gleich zu Stande, nach welchem Naumburg allenMeßrechten für jenen Markt entsagte. Seitdemsuchte es auf andre Weise seinen Handel zu befestigen,und legte sich besonders aufWechselgeschäfte, wiees denn schon seit dem 29. Nov. 1594 vom Her-zog Friedrich Wilhelm, gleich Leipzig, Dres-den :c., zu einer der 5 sächsischen Wechselstädteerhoben worden war. Dieß bezog sich jedoch mehrauf den Ein - und Umtausch verrufener Münzen, alsauf eigentliche Wechselgeschäfte. Für diese gabder Herzog Moritz Wilhelm den 11. Juli 1693der Stadt eine Markt-, Handel- und Wech-selordnung, nach welcher auch das hiesige Han-delsgericht, von den Stadtgerichten verwaltet, zuentscheiden pflegte. Seit der Mitte des 18. Jahr-hunderts hat sich indessen auch der Wechselhandelnach Leipzig gezogen. Sehr bedeutend war sonstdie Bierbrauerei, da das hiesige Bier von solcherGüte war, daß man es den thüringischen Mal-vasier nannte, und weit und breit, sogar außer-halb Deutschland verführte. Eine Kanne solchenMalvasiers mußte im 16. Jahrhundert jährlich alsGeleitszins nach Weißenfels entrichtet werden.Nicht unbedeutend war der seit 1704 privilegirteHandel mit Federn und Borsten nach Holland.So war auch in der letzten Hälfte des 13. Jahr-hunderts der Oelhandel sehr lebhaft. Das Alleshat sich im Laufe der Zeit, durch Umstände undVerhältnisse, besonders in der Gegenwart sehr ge-ändert; Naumburg ist aber immer noch etn wichti-ger Fabrik- und Handelsort geblieben, und seine Be-völkerung und Häuserzahl hat seit 1793, wo man nur6000 Einwohner und gegen 900 Häuser zählte, be-deutend zugenommen. Zur alten Peter-Paul-Messe kam 1318 noch eine Wintermesse, undbeide wurden bis zum Anschluß Sachsens an denpreußischen Zollverband sehr bedeutend, haben aberseitdem wieder sehr verloren. Auch verlegte man beideMessen 1830 auf den Montag der Charwoche undden ersten Montag im September. Außer dem nach-theiligen Wechsel ihrer Erwerbsquellen litt die Stadtviel durch Krieg, Brand und die Pest.

Die steten Fehden abgerechnet, an welchen Naum-burg im Mittelalter Theil nehmen mußte, ward esschon 1069 von den Sachsen, 1116 von dem Erz-bischof Adelgot von Magdeburg, 1263 vom Her-zog Albert von Vraunschweig, 1296 vom KaiserAdolf von Nassau, 1429 von den Hussiten, 1446von den Böhmen und 1631 von Tilly erobert.Vor der Schlacht bei Lützen 1632 hausten die Kai-serlichen, nach derselben die Schweden so schrecklichin der Stadt und Umgegend, daß man kein Zug-vieh zur Bestellung der Felder behielt. Nur gegendie Schweden unter Königsmark vertheidigte sichder Ort 1642 unter dem tapferen Obersten vonGoldacker mit Erfolg. Am Johannistage nach

der Kapitulation von Wittenberg 1547 zog KarlV.mit den gefangnen Fürsten Johann Friedrich I.und Philipp von Hessen in Naumburg ein, undlegte dem Rathe wegen seines Zwistes mit dem Bl-schofIulius von Pflug eine Geldbuße von 20,000Gulden auf. Auch richteten die spanischen und wal-lonischen Garden in den Kirchen, wo sie keine Mon-stranzen fanden, vielen Unfug an. Die Erpressun-gen, mit welchen Karl XII. von Schweden bei sei-nem Einfalle 1706 und 170? Sachsen drückte, theilteNaumburg mit dem ganzen Lande, und im fah-rigen Kriege blieb es auch nicht frei von mancher-lei Leiden. Nicht weniger litt es im Kriege von1306, wie von 1812 bis 1315 durch Einquartierungund Lazarethe. Von 1298 bis 1798 wüthete39 mal das Feuer in seinen Mauern, am heftigsten1446, wo nur die Iakobsgasse stehen blieb, 1463und 1505, wo nur 100 Häuser gerettet wurden,1517, wo 770 Häuser, 1532 und 1714, wo mitNeben- und Hintergebäuden gegen 800 Häuser,und 1716, wo 255 Häuser ein Raub der Flammenwurden. Der Brand von 1790 hatte endlich einegute Feuerordnung zur Folge. Die Pest rafftebesonders 1432, 1506, 1543, 1607, 1603 und1625 eine große Menge Einwohner weg.

Naumburg hat in älterer und neuerer Zeit vieleausgezeichnete Männer hervorgebracht, namentlichdie Philologen Gräue (^ 1703 in Utrecht), Lobeck,(Prof. in Königsberg), Siebe lis (Rector in Vau-tzen), den Literator Gruber (Prof. in Halle), dieGebrüder Schweißer u. A. m. Auch der unglück-liche Jüngling Friedrich Stapß, welcher Napo-leon als den Unterdrücker Deutschlands 1309 inSchönbrunn ermorden wollte, war aus Naum-burg, der Sohn des Pastors Stapß an der Oth'marskirche.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim.

(Fortsetzung,)

Im Jahre 1740 sollte Gleim seinen Wohlthä-ter von Reinhardt, welcher zum dänischen Fi-nanzminister befördert worden war, als Sekretärbegleiten; Reinhardt starb aber plötzlich vor sei-ner Abceise, und unser Gleim ging nun nach Ber-lin und von da nach Potsdam, wo er Hauslehrerund Freund des Obersten von Schulz wurde. Einaus Unvorsichtigkeit am Kaffeetische der Frau Ober-stinn zerbrochenes Kaffeegeschirr von Porzelan, wel-ches er durch ein in Meißen bestelltes, mit AesopsFabeln bemaltes auf eine sinnige und geschmackvolleWeise erseht hatte, machte ibn dem Prinzen Wil-helm, Sohn des Markgrafen Albrecht zu Schwebt,bekannt, und dieser nahm ihn als Sekretär in seineDienste. Hier schloß er auch seine zärtliche Freund-schaft mit Ewald v. Kleist. An der Tafel desPrinzen Wilhelm hörte Gleim von einem bra-ven Offizier, der im Duelle verwundet worden sei.Ohne ihn zu kennen, eilt er zu ihm, um ihn zutrösten und zu zerstreuen. Er findet einen Freund derMusen, den er nun durch Vorlesen erheitert; jaer rettet ihm vielleicht das Leben durch eine Stellein seinenscherzhaften Liedern." Kleist muß näm-lich über dieselbe laut auflachen, zieht dadurch denverwundeten Arm schnell zurück, und es springt