Kluge und nützliche Staatskunst,140zu raumen, so hat man einen glücklichen Ausgang desto geschwinderzu verhoffen, (§. 69.) darum gar zu eifrig, zu hitzig, zu scharf undunbedachtsam in seinem Thun und Werken ist nicht rathsam, son-dern alles soll man wohl voraus bedencken, sich das Ende reiflich vor-stellen und alles wohl vorsehen, (§. 13.) in Mangel dessen die öftersallzuspäte Bereuung folget. Mit einem Wort, man soll in allembehutsam handelen, seine Geschäfte achtsam anstellen, (§. 69.) wiedie allgemeine politisch=moralische Lebens=Regel ermahnet: Bedenkewohl, wohl du thust. Also soll man niemand merken lassen, waseigentlich deine Gedanken, Meinung, Vornehmen, Vorhaben undAbsicht von dieser oder jener Sach sey, davon man Kennschaft hat;oder worinn nemlich deine Wissenschaft bestehet; wohin man seineInclinationen oder Neigungen hinstellet, was dein Verlangen ist,was man suchet, liebet, förchtet, hasset (§. 60.) und wofür man ei-nigen Abscheu trägt. Ein sparsamer Weltmann soll sich abhal-ten grosse überflüßige Banquetten, Hochzeiten, Kirchweihen,Prassereyen, Balletten, Spiele, und andere verschwenderi-sche Divertissementer anzustellen; wie auch sich von grossen As-sembleen, Compagnien oder Zusammenkünften und von allerhandunnützlichen Rendez-vous hüten. Ja er solte sich solche überflüßi-ge Tractementer als einem feindlichen Rath vorstellen, nemlich, alswann ihme solches seine Feinde gerathen, um ihn zu seinem Unter-gang zu führen, wie dann auch gewöhnlicher massen die Armuth,die Noth und Elend auf grosses Prassen und Schlemmen eine Folgeist. Unterdessen solle er nicht geitzig seyn, sondern gastfreygebig,nemlich, wo es die Ehr, das Ansehen, die Schuldigkeit, oder eineandere Ursach erfordert.115.In allen Dingen das Mittel halten, ist sehr vorsichtig und ver-nünftig gehandelt (§. 113.); daher ist die Neutralität und Un-partheylichkeit während allen Factionen, Rebellionen, Con-spira-
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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