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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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Kluge und nützliche Staatskunst,136Zeit und Gelegenheit kommen, daß, wenn dergleichen Unbilde ganzwiderrechtlich zugefügt worden, ohne im mindesten etwas verschuldetzu haben, anderen zu Nutzen, solche Untreu, Unbild und Uebelthat[ohne dannoch, daß man mit unbezämten rach= oder tückischer Weissich revangiren soll), gebührlicher Weis bestrafet werden (§. 6.).Wer also alle ihme von anderen geschehene Unbild, Schaden, Ver-folgung, Betrug, Verrätherey, Confusion, Streit, Spottreden,Schmach⸗ und Feindſchaften (ſowol oͤffentliche als heimliche) groß-müthiger Weis simuliret, und die Zeit einer vorhero wohlüberlegtergerechter Bestrafung erwartet, der zeiget Verstand zu haben; die Zei-ten sind sehr verschieden, in einer Zeit verlachet man öfters einem,den man in einer andern Zeit förchten, lieben oder ersuchen muß, undvonnöthen hat, mithin von selbsten eine vollständige Gnugthuung vordas erlittene erfolget; also ändern sich die Zeiten, und wir verändernuns in den Zeiten; und die Menschen begegnen sich in verschiedenenGelegenheiten. Es kan dahero nicht schaden, wenn ein Staatist ei-ne fleisige notitiam aller merkwürdigsten Zufällen, die ihm von an-deren wiederfahren, haltet theils zu seiner selbsteigener, theils zu an-derer Menschen Besserung, damit nicht durch ubereilte Satisfactions-gesinnung aus kleinen Schaden ein grösserer erwachse.§. 112.Ein Politicus solle nimmer müsig seyn, noch einen Tag vorbeyschleichen lassen, ohne etwas löbliches, nützliches, heilsames oder er-spriesliches gelesen, geschrieben, studirt oder verrichtet zu haben§. 30.79.85.), nach Rath jenes fleisigen Mahlers, der uns diesenlöblichen Denkspruch hinterlassen: Nulla dies sine linea. KeinenTag ohne Zeile, sonderen doch etwas gutes verrichten, womit ihmeselbsten oder seinem Nebenmenschen gedienet seye. Kurz, man mei-de alle Faulheit und Müßiggang (§. cit.), denn solcher ist nicht al-lein der Seelen schädlich, sondern auch dem Leibe. Hohe, vorneh-me, gelehrte, fromme und weise Personen haben zu Zeiten eine löb-liche