Kluge und nützliche Staatskunst,122Ich heise dieses auch mit Fleis ein blinder Gehorsam, wie solches einvortreflicher und gelehrter französischer Kriegsmann gethan. La Cond.de mars. chap. 7. pag. 68. seg99.Ein Officier soll allezeit wahrnehmen, wo er sey, und mit wemer spreche (§. 1.2.) auf daß er allezeit seinen Oberherrn den behöri-gen höchsten Respect beweise, obschon er etwa einmal davon bestrafetwird (§. 60. 98.). In Feldzügen ist es viel rathsamer, daß ein Ca-pitain hinter dem Volk sey, als vornen, auf daß er zusehe, daß kei-ner entgehe, oder sonsten etwas sträfliches begehe. Es hat sich alsomehrmalen zugetragen, daß durch solche Unvorsichtigkeit die Solda-ten hier und dort im Durchziehen entweder desertirt, oder den gemei-nen Mann bestohlen (zur höchster Schäme aller Kriegsrechten, jagleichfalls zum Trutz der schärfesten Kriegsordres) und geplündert,welches hernach der Capitain mit seinem grösten Schaden hat müssenerstatten, in dergleichen Fällen soll ein Officier streng seyn; denn gu-te discipline und Ordre erhält die Soldaten im Zaum, und der ge-meine, im Kriegswesen unschuldige Mann behält das Seinige: Op-timé enim Ducis severitate militum improbitas, nimia audacia,rapinae & quaevis scelera compescuntur. Vern. polit. lib. 4. pag.470.§. 100.Es ist nicht rathsam in feindlichen Landen, daß ein Of-ficier durch grosse Waldung marschire, sonderlich mit Ca-vallerie oder Reuterey, und soll er dahero alle Umwege suchen,wenn er nicht anders kan. Es ist dieses aber hier vornehmlich vonReuterey zu verstehen, welche allezeit auf dem ebenen Feld ihre Dien-ste thun kan, hingegen ist es öfters eine verspielte Sach für die In-fanterie [oder Fußvolk] auf dem platten Land, wofern sie nicht beyeiner
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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