oder politische Maximen.121gemeinen Lebensregel annehmen: daß, ehe er einen Stand eingehen,oder eine Kunst [oder Handlung, und was es nur ist] amplectire,er wohl bedenken soll, ob er darzu recht inclinirt oder geneigt seye(§. 7. 15. 20.), und ob er sich darinn während seinem ganzen Lebens-lauf wird schicken können; ob er alles gutes und Böses, wie es nurvorkommen wird, unverdrossen und unermüdet wird ausstehen undausmachen können, denn es wäre viel besser, auch heylsamer, nie-mahlen etwas zu unternehmen; als solches hernacher nicht wohl ver-richten, versehen noch betretten. Diese Anmerkung ist jedem noth-wendig, insonders aber denjenigen, so gesinnet seynd, in Kriegs-diensten zu gehen. Demnach so ist es ohnstreitig wahr, daß einMensch, nur zu einer Kunst, Wissenschaft, und einem Lebensstandeine naturliche Inclination oder mehr besondere Zuneigung hat; wiedieses auch der gelehrte spanische Philosoph und Arzneylehrer, HerrJ. HUARTE in seinem Examine de ingenios para las sciencias mitGrund behauptet. Ein Politicus aber, welcher sich in Kriegsdien-ste begibt, thut vernünftiger, wenn er zuerst eine untere Post antritt.als gleich auf einmal eine hohe anzugehen. In allen Ständen derWelt ist es keine Unehr, in den untersten Stellen anzufangen, umallgemach oder Stufenweis (nach dessen Glück, Geschicklichkeit Her-kommen, oder nach dessen Verdiensten) zu höheren Ehrenstellen undWürden zu steigen, denn durch solche allgemählige Promotion wirdman allezeit desto mehr Einsehen und Respect vor ihn haben. EinMilitair, soll sich mit seinen Oberherrn als Untergebenen wohl überdem vorsehen, was das Interesse angehet, denn dies ist die öftersteUrsach, wodurch einer mit dem andern in Haß und Zwiespalt geräth.Durchaus soll er sich allezeit unterthänig und gehorsam zeigen (§. 66.),und dieses in allen Gelegenheiten, ja, sogar soll er nachmal einenblinden Gehorsam und Unterthänigkeit zeigen; das ist: wenn ihmeetwas vom Oberherrn auferlegt wird, in Sachen, die er nicht dire-ctè zu verrichten schuldig wäre. Diejenigen, welche in Kriegsdien-sten lange Zeit gestanden, wissen wohl, von was für einem grossenVortheil ein solcher blinder Gehorsam und politische Submißion seye.2Ich
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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