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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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oder politische Maximen.119tig sind (§. 27.). Hiedurch werden sie eben betrogen, und man be-schweret darum sein Gewissen nicht.96.§.Der alte Staatserfahrne Lisander hat uns hier eine kluge Ru-brique und Staatsregel hinterlassen: daß man sich des Fuchsbalgsbedienen solle, wo man die Löwenhaut nicht gebrauchen kan;das ist: wo man nicht mit Gewalt etwas auswürken oder durchdrin-gen kan, da muß man List und Kunstgriffe gebrauchen. Da über-dem ein Kunstgrif und Stratagema oftermalen mehr behänd, kräfti-ger und vortheilhafter ist, als alle Macht und Gewalt. Ein Po-liticus solle viele Sachen mit Fleis ignoriren, das ist, äusser-lich nicht vermerken lassen, daß er einige Wissenschaft davon habe(§. 9.); sondern sich so verhalten, als wann ihme diese oder jene Sachganz unbekennt sey (wenn man ihme sonderlich eine verdriesliche Zei-tung anbringt, oder über eine schädliche Sach errinneren will, dieer doch weis); dieweil es oft die Noth erfordert, die Wissenschaftvon einer ihm gar wohl bekennter Sachen zu bergen. Man erfäh-ret eben hiedurch noch andere Sachen, die man in der That nicht ge-wust (§. 46.). Die nemliche Beschaffenheit und Vortheil hat es auchöfters in gelehrten Sachen, denn zuweilen die allerklügsten und ge-lehrtesten Männer haben dieses wissen zu spielen. Zumahlen, es gibtgewisse Vorfälle, wo die gröste Kunst darin bestehet, sich zu verstel-len und zu dichten, als wüste man nichts (§. 44. 61.). Man solldarum aber durchaus kein Ignorant seyn, sich aber zu etlichmalenunwissend und ungelehrt anstellen, ist sehr dienlich und preißwürdig.Einfalt und Unwissenheit ist nicht allezeit gut, derhalben ist es auchnicht allezeit dienlich, seine Wissenschaft zu simuliren oder mit Fleißzu ignoriren, sonderlich bey ungelehrten, ungeschickten und Einfäl-tigen; dieweil öfters daher Verachtung und Geringschätzung entste-hen kan. Bey Idioten, Thoren, Narren und Ungelehrten, brauchtman sich nicht zu affectiren, sondern jeden nach seinem Witz, Ver-ſtand