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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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99oder politische Maximen.die auf einem mit vollem Segelen schnell fortgetriebenen Schiffe sichbefinden, der an sich selber fester Strand zu bewegen scheinet; Ebenso falsch urtheilen wir gemeiniglich von der Zeit und unserem Leben.Wir sehen den Tag zu Ende gehen, wir hören die Uhr schlagen,wir zehlen die Stunden, und verwundern uns, wie geschwind dieStunden aufeinander folgen, und wie schnell die Zeit verschwindet,da doch in der That nicht die Zeit, die ewig=bestehende Zeit, sondernwir selbsten dahin eilen und vergehen. Ja alle Augenblicke rufen unszum Grab und zur Verwesung! Durch das beständige Umdrehen derSonnen entstehet Tag und Nacht, Hitze und Kälte, wie in einemphysicalischen Tractat (*) weitläuftig erwehnet habe. Hiedurch wirdzugleich der anmuthige Frühling, der reisende Sommer, der nähren-de Herbst, und der ernsthafte Winter über die Einwohner des Erd-bodens geführet, und der nützliche Wechsel des Wetters gebohren.Und dieser Wechsel ist es, der uns die Augen verblendet. Wir glau-ben, wie Tag und Nacht sich enden, wie sich Kälte und Wärmeänderen, wie Regen, Sturm, Blitze und Gewitter wechselen, undso ändern sich die Zeiten:Da doch die Ewigkeit kein Schatten und kein Licht;Kein Herbst noch Frühling theilt, kein Wetter unterbricht.Die Zeit ist das edelste Guth, daß uns, unter andern unschätzbarenGaben, von GOtt mitgetheilet (§. 30.). Sie ist eigentlich die Fol-ge der Dingen, die Abwechselung des Gegenwärtigen und Zukünf-tigen, dadurch das Vergangene bestimmet wird. Darum machenwir drey Abschnitte der Zeit. In diesen Abschnitten der Zeit liegetdie Folge der Dingen. Ja, wann keine Dinge wären, so wäre auchkeine Zeit, die Zeit ist die Abmessung derselben, man stellt sie sichvor als eine Linie, auf welcher die Dinge, und wir fortgehen, unddie mancherley Abschnitte dieser Linie nennen wir Jahre, Monathen,Wochen, Täge, Stunden, Minuten, Secunden, Tertien u. s. w.nachN 2[*) Philosophisch=mathematische Schaubühne rc. I. Theil, I. Artickel, §. 8.9. 14.