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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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oder politische Maximen.9§. 75.Ein Politicus soll alle Sparsamkeit üben (§. 26. 37.),und nicht verschwendisch noch überflüßig leben. Doch eine sol-che Sparsamkeit, die weit von allem Geitz, und sträflicher Begierdedes Gelds entfernet ist (§. 17. 19. seqq.). Er soll ein guter Oeco-nomus oder Haußwirth in allem seyn, aber kein Geitzhals nochWucherer. Er soll sich ohnfehlbar vor alle Schulden hüten (sonderlichvor große) so viel als möglich, dann wie lebt nicht derjenige, welcheranderen viel schuldig ist, in dem größten Joch einer sclavischen Ein-falt; in der größten Unruhe und Verdruß, ja ohne Credit, Glau-ben, Ansehen noch Respect; insonderheit, wenn man sehr bedürfti-gen Creditoren schuldig ist. Hat man mit Bedürftigen (und die dasihrige vonnöthen haben) zu schaffen, so ist ausser allem Zweifel, daßselche nicht lang borgen, und daß man allerhand Hohn, Spott,Schmach und Unehr von ihnen zugewarten hat, welches billig einenjeden, der von gesunder Vernunft ist, Schulden zu machen, abschrö-cken solle, wofern es nicht die hochste Noth erfordert. Ist es nichtvil besser, ehrlicher und löblicher sparsam zu leben, als die Confusionzu haben, einem Wirth, Becker, Brauer, Metzger, Schneider,Zimmermann, Fuhrmann, Taglöhner und einer unzähligen andererAit Leuten von selbem Stoffe schuldig zu seyn, und welche gewohntsind, ihren Debitoren von Morgens frühe bis in die späte Nacht dasHaus zu belagern und ihnen nacheinander ins Haus zu laufen, alswein ein Sturmlauf vorhanden wäre. Ja, ist es nicht tausendmahlbesser, den Nahmen eines sparsamen Haushalters zu haben, als vonbelürftigen und oft unverschämten Creditoren in alle Welt beschrienund decreditirt zu werden, ärger denn falsche Münz. In Summa, esist eine unerträgliche Dienstbarkeit, sonderlich, wenn ein Schuldnermit ungedultigen, barbarischen und unbeschämten Creditoren zu schaf-fer hat. Hernach muß man auch gern gestehen, daß es sich zuträgt,daj die Creditoren oftermahlen selbsten nicht lang borgen können, unddas Ihrige selber vonnöthen haben. O! wie rathsam ist es daherozuM 3