oder politische Maximen.deine Feinde und Mißgönner erfreuen, so gar deine Verfolger werdendadurch allerhand avantageuse Occasionen absehen, um dir jemehr et-wa den Muth fallen zu thun, dich zu unterdrucken, und ihre gänzli-che Rach an dir zu nehmen. Darum: In malis mœstitiam, in bo-nis dissimula effusam laetitiam. Fred. part. 2. num. 29. Ebendurch solche Simulirung betrügt man seine Feinde und Verfolger(§. 9.). Kurz, man soll sich in allem schicken; dann meinesErachtens, scheinet mir derjenige einer der glücklichsten dieses zeitlichenLebens zu seyn, welcher in allem und mit allen zufrieden ist; der sichin allem Bösen und Guten ergeben und jedes annehmen kan; der imGlück und Wohlergehn demuthig und mäßig; im Unglück aber undTrübsalen gedultig und starkmüthig ist (*); und der beständig und un-verdrossen, wann schon die ganze Welt umgeworfen würde. Diesenkan man mit Recht einen wahren Weltklugen und vollkommenenStaatsmann heiſſen.§.33.In Gesellschaften und Zusammenkünften sollen wir niemandwidersprechen (§. 12.) obschon jemand aus Unverstand oder Dum-migkeit und Einfalt oder gar aus Vorsatz und Hartnäckigkeit redet,sondern man lobe ihre Gedanken als vernünftig und gegründet (§. cit.).Wann auch schon einer falsch unwahr und einfältig uber eine Kunst,Wissenschaft, über eine Geschichte, über eine Handlung oder sonstüber andere Weltsachen raisoniret oder judiciret; so unterstehe dichnicht denselben darüber zu corrigiren, wann du sehest, daß er in seinerOpinion eigensinnig, halsstärrig und einbildisch ist (§. 9. 32.). Sol-chenF 2Wann es dir in diesem zeitlichen zergänglichen Leben nicht nach deinemWunsch und Willen ergehet, so ist derjenige, der GOtt kennet undauf ihn trauet, freudig, getrost und gedultig, weil er gewiß weiß, daßalles nach dem weisen Rath, Willen, und vorsichtigen Schluß GOttesgeschehe, welcher alles, was dir auch böse, schwer und widerwärtig zuseyn scheinet, zum Besten wendet. Darum sollst du nimmer den Muthverlieren, sondern in allem eine unüberwindliche Entschlossenheit undErgebenheit fassen.
Druckschrift
Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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