oder politische Maximen.Die Heuchler und Schmeichler hat der alte heidnische WeltweiseBION unter den wilden Thieren einen Tyran und unter den Zahmendas Aergste zu seyn verglichen. Conrad. lycosthen. in apophth. adulat.Kayser Rudolphus der erste und König Alphonsus der Weise in Arra-gonien, haben die Fuchsschwänzer den Wölffen verglichen. Dornav.in Rudolph. hasp. & panormit. lib. 3. cap. 17. Vor solche Art Men-schen hat ein Politicus sich zu bewahren, dann bey diesen erfahretman öfters wahr zu seyn, was die Spanier sagen: Muchos besanmanos, que querrian cortadas; daß ist: viele küssen die Hände,welche sie lieber abgehauen sehen. Die Politic lehret uns, daß, wannwir bey der Welt in Liebe, Gunst und Autorität stehen, wir aberunsere Gemüther nicht entdecken wollen (§. 10.), vielmehr aber istuns vonnöthen, daß wir die Gemüther anderer kennen und ihre Nei-gungen wissen (§. 1. 3.). Uebrigens mit anderen lebe also, daßdie gröste Freundlichkeit, Leutseligkeit und Menschen=Liebein deinem Gesicht mit Worten und Gebärden erscheine. Mansoll sich allen freywillig und hurtig zu Dienst anerbieten und behülflichzu seyn scheinen. Alles dieses aber mit Maaß, indem man auch öf-ters daher in Verachtung gerathen kan, insonderheit, wann mannach Diensterbietung sein Versprechen nicht halten kan. Derhalbenmuß man in Diensterbietung und im Versprechen nicht allzeit zu be-hend seyn, und im Gegentheil zu Zeiten seine gutwillige Neigungeneinhalten, nachdem es die Zeit, der Ort, die Person, die Noth oderdie Gelegenheit erfordert (§. 1.). Der König Antigonus ist imScherz Dosen (von dem griechischen Wort δώσω oder δόσον) gleich-sam dabo genennt worden, weil er öfters viel versprochen, aberwenig gehalten. Plutarch. in aemil. tom. 1. pag. 258. Kayser Per-tinax wurde daher Chrestologus; das ist: mildreich in Worten, ge-nennt. Capitolin. in vit. ejus cap. 13. Kurz, ein jeder soll hin-ten, was er redet, schreibt und zusagt. Ja, man soll auchden Feinden das Versprechen halten; wie dieses zu allen Zeiten diewahren vornehmsten Staatsgelehrten und Rechtsgelehrten ermahnethaben.B 3
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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