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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
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I. GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT DES CLEVISCHEN NIEDEnMIEINS.

Des hoffnungsvollen Erbprinzen Todes zu Rom gedachten wir. Sein jüngerer BruderJohann Wilhelm (15921609), zu Lebzeiten des Verstorbenen geistiger und körperlicherSchwäche halber schon zum geistlichen Stande bestimmt, halte bereits die Würden einesPropstes zu Xanten und Bischofsvenvesers von Münster, als man ihn eiligst zum Regentenvorbereitete. Welch ein tragisches Bild, dieser an Geist und Körper zerrüttete Herzog derherrlichen Lande Cleve, Jülich, Berg und Mark! Trübe sinkt der Stern des Hauses Clevehinunter. Die schöne Jaeobea von Baden, lebenslustig und keck, stand unfreiwillig am Allareneben dem siechen Gemahl. Der Pomp des hochzeitlichen Festes 07 verbreitete nur kurzeTäuschung für die Zukunft. Die Ehe blieb kinderlos, der Wahnsinn des Herzogs nahm zu,und der Zwiespalt zwischen der jungen und hübschen Jaeobea und die Eifersucht der schonbejahrteren herzoglichen Schwester Sibylle war hinreichend, einen Hass zu erzeugen, dessenOpfer Jaeobea ward. Erdrosselt fand man sie im Bette. Der unglückliche Herzog ward zueiner zweiten Ehe bewogen. Aber auch Antoinelte von Lotharingen gebar keine Erben.1600 tritt sie als Mitregenlin des Wahnsinnigen aus Ruder, wodurch sich die Verwahrlost-heil der Länder auf einige Augenblicke minderte. Aber nur auf Augenblicke. Denn vonBelgien aus kam der blutige Mendoza gegen das unter Oranien bewaffnete Holland gezogen,und da Cleve mit Holland unterhandelte, so plünderte und verbrannte der spanische Henkerzur Weihnachtsgabe Orsoy, Büderich, Dinslaken, Rheinberg, Rees, Emmerich, Calcar undWesel und suchte mit Feuertod und Henkersqual diese Städte von der neuen Lehre zu rei-nigen. 6S 1609 erfolgte Johann Wilhelms Tod. fi9 Verwaist war der herzogliche Thron.Die Männer der beiden verheiratheten Schwestern des Verstorbenen, die Churfürsten vonBrandenburg und Pfalz-Ncuburg, ebenso Sachsen wegen der Ehe Johann Friedrichs, mach-ten ihre Ansprüche geltend, gestützt auf ein Privilegium Carl V. für die Gültigkeit der weib-lichen Nachfolge. Es entspann sich jener bekannte Erbfolgekricg, weicher der Krone Preus-sen Cleve, Mark, Ravensberg zubrachte, mit welchen sich einst auch Berg und Jülich ver-einigen sollten. Die gewallige Hand der Vorsehung waltete sichtbar über den Geschicken derVölker. Dem verschlagenen Carl V., dem Beherrscher von Spanien, Neapel, Indien, denNiederlanden und des deutschen Reiches entfiel das Scepter aus der bleichen Hand. Keinerseiner Weltgedanken ging in Erfüllung. Vom Reriikloster S. Juste sah er das mühevollVereinigte sich schnell trennen. Die katholische Liga stand machtlos da gegen die Gewaltder Reformation, und diese Dynastie, die sich seit der fränkischen Staateubildung durchGlück und Politik stets mehr an Macht und Ansehn emporhob, endete durch Mord, Schwach-sinn und Kinderlosigkeit!

67. Graminciis: Beschreibung d. filrsll. Hochzeit so 1585 gehalten etc.

68. Recklinghausen III. p. 117.

69. Camp. v. Beschreibung des Begräbnisses Herz. .loh- Willi. 1628.

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