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TRIEB.
Bergcrystallen verschlossenen Cassetten zur Aufnahme von Reliquien. 78 Den reich verzier-ten erhöhten Rahmen der ganzen Tafel bekleiden auf seiner Oberfläche abwechselnd Emaillen(£mail champleve. 1 a) und Filigranfelder mit Edelsteinen (meist Cabochons, einige z. B. inder Mitte oben und unten antike Gemmen, einige mittelalterliche geschnittene Steine 79 ) undPerlen, in der Schräge ciselirles Laubwerk mit wirklichen und phantastischen Thieren, ähn-lich dem an der hintern Kreuzfläche (1 c), und eine Leiste in Silber-Niello mit der Inschrift:•J* Anno ab incarnatione Domini MCCVII Henricus de Ulmena attulit lignum sc~e crucis decivilate Constantinopoütana, et banc portionem ipsius sacri ligni ecclesie sancti Euchariiconlulit.
Die Dicke des äussern Rahmens bekleidet das kräftig getriebene Ornamentband 1 d, dieRückseite eine gravirte und vergoldete Kupferplatte (1 e) mit folgenden Darstellungen: inder Mitte in dem durch besternten Hintergrund angedeuteten Weltraum der von den Sym-bolen der vier Evangelisten umgebene wiederkehrende thronende Heiland, bärtig, mit derRechten segnend, in der Linken das Weltall hallend; oben und unten in Bogennischendie einzelnen kleinen Figuren der thronenden Muttergottes mit dem segnenden Kinde, des Petrus,Johannes d. Ev., Maternus, Valerius, Agricius, Nicolaus, Mathias, Eucharius, Kaiser Hein-rich, Bischof Lutwinus, Gräfin Jutta, Bischof Everhardus, Abt Jacobus und des Prior Isen-bardus. Kaiser Heinrich, wolderlll., weicher von hier die Gebeine des h. Valerius erhielt 80 undwahrscheinlich in Folge dessen reiche Schenkungen für den Kirchenbau spendete, trägt dasKirchenmodell. Lutwin, Everhard und die Gräfin Jutta halten Scheiben oder Schilde in denHänden mit den Worten: Ste. M. (Mathias), Polche (Besitzung in Polch auf d. Maifeld) undCubes A (?), während der Prior Isenbardus erfreut das geschenkte Reliquienkreuz emporhält.
Wer das von Heinrich von Ulmen bei der Eroberung Constanlinopels 1204 erbeuteteund dem Kloster Stuben geschenkte Kreuzreliquiar, welches von dort in den Dom zu Trier undaus diesem in jenen zu Limburg an der Lahn gelangte, gesehen hat, wird sogleich erkennen,dass wir in der Mathiastafel eine deutsche Nachahmung des byzantinischen Werkes vor uns
78. Soweit man die Spruchbänder dieser 20 Reliquien ohne deren Herausnahme lesen kann,enthalten sie folgende Inschriften:
1) Eel. ma(terni?) Ep. Eel. Agathae virg. (?) Eel. Helene regine. 2) De sepulcro bim... 3) Bei. Cirilli Ep. Eel. Celsi conf. 4) Eel. Johannis et Pauli. Rel Suacii. Eel. Cle-mentis. 5) Eel. Valerii epi. Eel. Materni epi. 6) De spina De t.. sup a g a est X (vielleichtde tabula supra quam est crucifixus. 7) Capillus ma(riae) De cunabilis d(omin)i 8) Eel.Severe vi(rgin.) Bartholomei. 9) Eel. Stephani nituricii (?) in [10) Eel. Johis Bapt.Eel. Andree Ap. 11) Eel. Petri apt Eel. Pauli apt. 12) Eel. ITarci evgl. Barnabe apo(stoli)13) Eel. Georgii fn. Eel. Mar.. cii m. 14) Dens S. Mathie. 15) apl. 16) Eel. C(yri)aci m.Stephani pm. 17) Eel. Nicholai ep. Bei. Ag(r)icii epi. 18) Eel. Pbilippi apl. Mathei apl.19) Eel: Symonis ap. Eel. Thadei apl. 20) Benedict] abb. Scolastice v(irg). •
79. In der Mitte des untern Eahmens befindet sich ein sehr abgeschliffener Onyx (1 b) mit derDarstellung des den Adler tränkenden Ganymed; oben an der entsprechenden Stelle stehtein lorbeerbekränzter Imperator. Auch eine Gemme mit kufischer Schrift — wie sie viel*fach an Eeliquiarien vorkommen — ist zu bemerken.
80. Yergl. p. 72, Anmerk. 13.