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3 = Abth. 1, Bildnerei (1868) Bildnerei
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96
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9G

TRIER.

S. Legontfius), S. Vincent(ius), S. Modovvald(us), S. Nicolaus, S. Martin(us); hinten:S. Agricius, S. Maximinus, S. Paulin 9 (us) S. Felix, S. Alexand(er) PP. S. Sever^us). 63

Der Tragaltar des h. Willibrord gehört, mit Ausnahme der später zugefügten Reliefsdes Deckels und der Schmalseiten, wahrscheinlich der zweiten Hälfte des 11. Jahrhundertsan, denn dahin deuten der Charakter sich entwickelnder noch roher Ursprünglichkeil in dengetriebenen, wie in den nach byzantinischen Vorbildern, wol in Trier selbst gearbeiteten Elfen-bein-Reliefs. 64 Frühere Zeit anzunehmen gestattet schon das Vorkommen der Reliquien des1035 erst gestorbenen Eremiten Symeon nicht; ja die Inschriften der Bänder wie Reliefs sindsogar schon in jener Capitalschrift geschrieben, die man durchgängig dem 12. Jahrhundertzuschreibt. 65 Abgesehen von dieser durch den Charakter der Arbeit bedingten Datirungweist auch ausser der Benennung des Schreins in der ersten Inschrift, welche von Willi-brord als einem Verstorbenen (beatus) redet, nichts auf die Person des Letztern ; es sindvielmehr die beiden Hauptbilder der Mutter Gottes geweiht und dieser die Hauptreliquien an-gehörig, in deren Kloster aucji der Tragaltar sich befand. Darin liegt wol eine Hindeutung,dass von dem ursprünglichen Willibrordallar nur ein Theil des Reliquieninhaltes und viel-leicht der Stein, dessen geringe Dimensionen schon an und für sich auf ein ursprünglichkleineres Werk schliessen lassen, 66 in den jetzigen zu Ehren der Mutter Gottes als Patronindes das Kunstwerk besitzenden Marienklosters 67 angefertigten Behälter übergegangen sind. 68

63. Yorne ist das Brustbild des h. Martin fortgerissen, hinten das des h. Agricius und desh. Maximin, wie auch die beiden letzten sammt ihren Namen. Diese gibt Marx (offenbarnach Oehmbs und van Hecke) als Sylvester und Cyrillus an. Zu bemerken bleibt noch,dass die vorderen Namens-Beischriften vertical, die hintern horizontal stehen. Der h.Nicolaus erscheint, wie ersichtlich, mehrmals.

64. Auf die byzantinischen Yorbilder der Elfenbeinreliefs deuten ausser den griechischen Bei-schriften u. dem allgemeinen Charakter, besonders die verdeckten Hände der Engel.

65. Z. B. auch hinsichtlich des häufigen Vorkommens des runden und viereckigen e (in der Art wie anden Inschriften des in der zweiten Hälfte des 12. Jahrh. entst. Annoschreins (Taf. XL V), derHerstellung der Buchstaben in email brun peint) entsprechend den Inschriften an dem glei-cher Zeit angehörigen Kronleuchter zu Aachen (Taf. XXXV), sowie [der Verschlingungender Abbreviaturen und Buchstabenformen überhaupt. Das abbreviirte e (statt ae) ist über-all mit dem üblichen Haken (e) versehen.

66. Das geometrische Muster der braun emaillirten Ornamentstreifen kommt in seinem Motivauch am Steinsarg des h. Willibrord zu Echternach (Publ. d. 1. Soc. d. Luxembourg t. XVIIp. 183) vor, ist indess so einfach, dass es zu allen Zeiten und bei allen Völkern vor-kommen kann, und lässt deshalb nur allenfalls den Schluss einer Copie vom altern aufdas neuere Werk zu.

67. Der in einem ungedruckten Schatzverzeichniss des Marienklosters, welches sich in einerdem 10. Jahrh. angehörigen Evangelienhandschrift des Hrn. Domprobstes Dr. Holzer zu Trierbefindet, vorkommende Tragaltar kann, falls er der Willibrordaltar sein soll, was nichtgesagt ist, nur der ältere sein. Aus dem Marienkloster kam das jetzige Denkmal 1806in die Liebfrauenkirche und wurde damals vom Canonicus Oehmbs beschrieben. DieseBeschreibung befindet sich abgedruckt im geistlichen Amtsanzeiger der Diöcese Trier 1857Nr. 914. Vergl. Brower II p. 364 u. Kraus Jahrb. XXXVIII p. 36.

68. In der Liebfrauenkirche befinden sich ausserdem ein handwerksmäss. h. Grab von 1530;eine 2' 10" hohe goth. Monstranz, inschriftlich von Maximin Pollein gestiftet, und einegrosse Anzahl später Grabdenkm., unter welchen diejenigen zweier Geistlichen im Paradies