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klau und Metzenhausen und Andrer, die edelsteinfunkelnden, nunmehr im Dom zu Lim-burg und im Besitz des Herzogs von Nassau befindlichen Kirchengeräthe jener Zeit be-weisen. Obgleich beim Annahen der Franzosen der Domschatz wohl verwahrt auf 24 Wagenzu Schiffe und nach Ehrenbreitstein gerettet wurde, so verschleuderten ihn doch bis aufdas verhältnissmässig Wenige auf den beifolgenden Tafeln Abgebildete, die missdeuteten Be-stimmungen des Beichsdeputationshauplschlusses. 43
Selbst diese kurzen Hinweisungen werden genügen, um zur weitem Erforschung dermittelalterlichen Kunst Triers aufzufordern.
Taf. LV.
I. la—Id.Tragaltar des heil. Andreas, in, seiner Art das reichste und eigenthümlichste Werkder Goldschmiedekunsl des 10. Jahrhunderts. Als letzteres und zwar als eine Schöpfung Egbertsvon Trier wird es bezeugt durch folgende auf den vier Rändern des Deckels in aufgenie-teten Goldbändern (vgl. 1 d) eingravirte und schwärzlich eingeriebene Inschrift: Hoc sacrum Re-liquiarum conditorium Egbertus Archiepiscopus h'eri iussit et in eo pignora sancta servari consti-tuit: clavum videlicet Domini, denlem S. Petri, de barba ipsius et de catena, sandalium S. AndreaeApostoli ali asque sanctorum Reliquias. Quae si quis ab hac aeclesia abstulerit anathemasit. Einezweite gleichartige Inschrift, welche das Reliquiar zugleich als Tragaltar bezeichnet, umgiebt aufdem Deckel den kleinen Altarstein (vgl. 1 u. 1 d) und lautet: Hoc altare consecratum estin honore S. Andreae apostoli. 1 Wenngleich jeder Tragaltar an und für sich durch seinenReliquieninhalt auch ein Reliquiar ist, so ersehen wir doch aus letzterer Benennung des Be-hältnisses in der Hauptinschrift, aus der Bedeutung der darin enthaltenen Reliquie des heil.Nagels, der monumentalen Hervorhebung der Andreasreliquie durch Anbringung des Fussesauf der dem Altarsteine zukommenden Mitte der Deckelfläche und der seitlichen Stellung desletztern, dass es in erster Linie ein Reliquiarium und erst in zweiter Linie ein Tragaltarsein sollte. Wichtiger ist die Nachricht der Inschrift, wonach Erzbischof Egbert von Trier(977—93) dasselbe anfertigen Hess. Egbert verehrte in hohem Grade den heil. Andreas,zu dessen Andenken er an der Nordseite des Domes zu Trier eine besondere auch zu seinemBegräbniss dienende Capelle erbaute. 2 Grund genug für dieses dem heil. Andreas darge-
43. Vergl. m. Sehr, das Siegeskreuz Constantin VII etc. p. 5 u. Kraus: Beiträge zur Trier-scheu Archäologie u. Geschichte I p. 165 ff.
1. Die Buchstabenformen, bei 1 d ersichtlich, sind von gleichem. Charakter wie an dem unterEgbert angefertigten Petrusstabe (vgl. mein Siegeskreuz Constantin VII. p. 17). An beidenWerken wird ecclesia mit ae, der Buchstaben G. im Namen Egbert eckig geschrieben:indessen kommt am Tragaltar kein einziges rundes E vor. Einige abgebrochene Buch-staben in den Worten servari und dentem haben wir unbedenklich nach Brower Annal.Trev. I. p. 483 ergänzt.
2. Gesta Trevir. III p. 243 Brower I. p. 493. Hontheim p. 748. Die Capelle wurde nachMarx IV, 54, im Jahre 1792 auf den Wunscheines Domherrn — an der betreffenden Stelleeine bequemere Durchfahrt für seine Equipage zu erhalten — abgerissen.