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TRIER.
Auch die Bedeutung, welche Trier neben Mainz als ältestes Bisthum in Deutschlandfür die Verbreitung des Christenthums in Norddeutschland erlangte, hat eine legendarischeForm angenommen: die Apostelschüler Eucharius, Maternus und Valerius vom heil. Petruszur Einführung des Christenthums nach Gallien gesendet, sollen die ersten Bischöfe vonTrier geworden sein. 9 Alles was wir an Nachrichten und monumentalen Zeugnissen aus demersten Jahrtausend hesitzen, lässt keinen Zweifel, dass das bischöfliche Trier mit seinengrossartigen geistlichen Stiftungen von ungleich grösserer Wichtigkeit für die kulturhisto-rische Entwicklung Deutschlands, als seine übrigen Schwestern war. 10 Wie frühzeitig daschristliche Rom, 11 umgaben auch Trier ausserhalb bedeutende Gotteshäuser. Unter den-selben ragen hervor:
1) S. Mathias. Die angeblich im Jahre 70 p. Chr. vom heil. Eucharius gegründetegleichnamige Benedictinerabtei, deren hohes Alter ein altchristliches Coemeterium bezeugt. 12Vom Erzbischof Egbert wurde dieselbe umgebaut und 978 der Bau einer Maternuskirche zu-gefügt und sie seit dem 12. Jahrhundert in Folge der 1127 gefundenen Reliquien des ApostelsMathias nach diesem benannt, i 3 1148 abermals umgebaut und vom Papst Eugen geweiht. Wei-tere Umbauten fanden im 16. u. 18. Jahrh. statt. 14 Berühmt ist das Kloster durch die
des Ver. v. Alterthumsf. u. in Sehneemann's römischem Trier. 1852. Bedeutende Resultateversprechen noch die Ruinen eines röm. Pallastes am Moselufer hei S. Barbara, woselbstdie schönste bisher in Trier gefundene Sculptur, der Amazonentorso, zu Tage kam, undvon welchen noch Ortelius in seinem Itinerarium per Belgic. einen hoch emporragendenTheil abbildete.
9. Browerus et Masenius: Antiquität, et Annal. Trevirens. Lüttich 1670. I, p. 482. Hont-heim: Prodromus Histor. Trevirensis. 1757. II p. 747. Act. SS. Ian. II, 917. Gesta Pon-tificum Tungrensium, Traiectensium et Leodiensium bei Chapeville. 1612. I p. 9. Ottovon Freisingen: Annalen III, 15. Eine Geschichte des Apostelschülers Maternus aus eineralten Handschrift der Canonie Corpus Christi, abgeschrieben vom Notar "Wilken, in Gelen,farrag. XXV, 103 ff. Vgl. Walch, de Materno uno u. Friedrich, Kirchengesch. Deutschi. I421. — Ennen, Gesch. v. Köln I, 60.
10. Aus römischer Zeit wird erwähnt, dass zur Zeit des Aufenthalts des hl. Athanasiusin Trier man mit dem Bauen einer grossen Kirche beschäftigt war und der Gottesdienst in dernoch unvollendeten Kirche gehalten wurde. (Athanas. Apolog. adv. imp. Constant. I 682 ed.Paris. 1627.) Diese Stelle wurde ohne Berechtigung so verstanden, als ob es früher nochkeine Kirchen in Trier gegeben habe; Aquileja, welches Athanasius ebenso nennt, hattegewiss schon früher Gotteshäuser.
11. Vergl. Mittheil. d. histor.-archäol. Ver. zu Trier I p. 79.
12. Die erste Erwähnung bei Greg. Turon. d. vita Patr. c. 17 (Hontheim Podr. 417). Vergl.Jahrb. d. Ver. v. Alterthumsfr. VII p. 81.
13. Jahrb. v. Hildesheim z. Jahre 1126 u. Marx, Gesch. d. Erzstifts Trier UI 167. NachBrower I 531, Hontheim I 394 u. Beyer I 395 wurden 1053 die Gräber des Euchariusu. Valerius hier gefunden. Des letztern Gebeine erhielt Heinrich III für Goslar. DieEchtheit des Mathiasgrabes wird in Frage gestellt durch die Nachricht der Jahrb. v.Pöhlde z. J. 1144, wonach Heinrich II. (f 1024) schon vor dessen Auffindung, Theile derGebeine des Apostels Mathias der Hauptkirche zu Goslar schenkte.
14. Schmidt IT. Lief. s. Baudenkmale Triers.
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