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3 = Abth. 1, Bildnerei (1868) Bildnerei
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WETZLAR.

Der Dichter dieses Verses hat sich indessen geirrt; denn die untere , vom gehörnten Teufelmit beiden Armen umfasste Figur ist durch vollkommenen Bart als eine männliche charak-terisirt und dürften beide wol den Gegensatz zu der Multergottes mit dem Jesusknaben bil-den. Eine symbolische Bedeutung liegt auch wol den Bestien, aus deren Mäulern das dieobere Thüreinfassung umkränzende Blattornament entspringt, rechts ein Bär, links ein Molch,wie jenen Thiergestalten zu Grunde , die ehemals wol zu vier , jetzt zu zweien auf dendie Blenden abtheilenden Säulen stehen. Obgleich man in der verwitterten Gestalt der letz-tern eine Aehnlichkeit mit Affe und Bär finden kann, so glauben wir doch, dass die aus derAnlage erkennbare Vierzahl dieser Figuren wie die Schriftrollen in den Vorderpfoten derBestie links, den Schluss auf die Symbole der vier Evangelisten gestatten. Die vier in denBlenden stehenden Heiligen stellen dar, Jacobus den Aellern mit der Muschel, MariaMagdalena in den Händen die Salbenbüchse haltend, zu ihren Füssen den gehörnten Teufel,Catharina gekrönt und auf dem Nacken eines gekrönten Herrschers stehend, und Pe-trus, dessen Linke abgebrochen ist. Die Architeclur des Portals gehört noch dem roma-nischen Stile an, während die Figuren schon frühgermanisch, indess von sehr roher Arbeitsind, wie letzteres ein Blick auf den untern Theil des Obergewandes der Muttergottes erhärtet. 5

3.

Südportal des Thurmes am Dome zu Wetzlar. Im obern Theile des Bogenfeldes zeigtder thronende Heiland seine Wundmale, verehrt von Maria, Johannes dem Täufer und dreiEngeln; im untern Theile befinden sich zwölf Nischen für nicht mehr vorhandene Statuetten.Am Mittelpfeiler des Portals steht eine gut gewandete Madonncnslatue mit dem Kinde, dessenKopf nunmehr fehlt. Unter den vier männlichen Figuren in den Blenden sind Johannes undAndreas erkennbar. An den Wandflächen der jederseits vorspringenden Pfeiler setzten sichdie Bilderreihen dieser Figuren fort, von denen jetzt nur noch Jacobus der Aeltere rechtsvorfindlich erscheint. InConsolen und unter Baldachinen Christusneben, und zwei Engel 6 zu äusserst. Die obern Figuren gehören dem löten, die unterndem 14ten Jahrhundert an.

4.

Westportal des Domes zu Wetzlar zwischen den Thürmen. Zu obersl im ßogenfeldeerblickt man die Krönung Maria mit zwei musicirenden Engeln zur Seite, und einem drittenkrönenden Engel in der Höhe; darunter die Anbetung der h. drei Könige. 7 In den Archi-volten erscheinen in der äussern Keihe rechts vom Beschauer die klugen Jungfrauen mitemporgehaltenen, links die thörichten mit gesenkten Lampen ; in der zweiten innern Reihedie durch ihre Kopfbedeckungen charakterisirten Propheten. Die Schlusssteine beider Bogen

5. Am ersten -westlichen Strebepfeiler befindet sich auf einer figurirten Console die Gestalt

eines kleinen knieenden Pilgers, welche jedoch zum Portale keine -weitere Beziehung zuhaben scheint.

6. Einer derselben fehlt jetzt.

7. Für die Costiimkunde sind die geknöpften Aermel eines der drei Könige bemerkenswerth.

der zweiten Etage des Thurmes stehen über diesem Portale auf, die Wundmale zeigend, Jobannes und Maria da-