DEUTZ.
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letzterer hält in der ersten Begegnung mit dem Kaiser ein folgende Worte enthaltendesSpruchband:
Amplius non videbimus faciem nostram.Die Randschrift heisst:
f Corda. cruenta. necat. venia, rex. du", (dum) bene. placat.
f kam. pontificis. ter. prcbens. oscula. pacis.12. Medaillon: Tod des h. Heribertus. Im obern Theile des Bildes liegt der Ge-storbene, am Kopf- und Fuss-Ende umfasst von zwei trauernden CIcrikern, auf dem Todten-bette ; unten begegnen wir der Einsenkung des Todten in die Gruft. Die Umschrift lautet:
f Hie. pater. in. signis. meritis. rutilans. velut ignis.
f Fit. requie. tutus. paradysi. carne. solutus.Diese 12 emaillirten Medaillons der beiden Dachflächen — getrennt durch emaillirtePilaster, welche an der einen Seite (1) korrektere architektonische Form (Taf. XL1V. lg—li),an der anderen (lb) freiere Gestaltung zeigen, indem sie oben und unten nämlich in Halbrundemit Engeln (Taf. XLIV. 1 c) ausmünden und im Schafte agonislische Darstellungen (Taf.XLIV. 1 f) enthalten 4 4 — ruhen stets in einem Teppich vortrefflich getriebener und ver-goldeter Ornamente. Umfasst von phantastischen Thiergestalten schmücken die 4 Ecken jedesdieser 12 Teppiche 4 Medaillons mit Halbfiguren palmentragender Märtyrer und symbolischerPersonen, die Scepter, Fackeln, Blumen u. s. w. in den Händen halten.
Der kostbare Schmuck der mit Edelsteinen und Emaillen verzierten Bänder in den Bo-gen der Giebelseiten und an den Dachrändern wie des getriebenen mit Bergkrystallen durch-setzten Kammes ist aus den Abbildungen ersichtlich.
Zweifellos lassen die einfacheren Farben der meist blau in weiss und grün in gelb ge-brochenen Emaillen, von denen die mitgetheilten als die buntesten ausgewählt wurden, dasZurücktreten des Filigrans, die Anwendung der Pilaster statt der Säulen , die streng an-schliessende Gewandung der Apostel den Heribertschrein älter als die entwickelteren grossenSiegburger Schreine erscheinen. Freilich darf hierbei nicht übersehen werden, dass dieVergleichung der einzelnen Theile des Heribertschreines auf zwei verschiedene Werk-stätten deutet, von denen die eine als die fortgeschrittenere erscheint. Geringere Ver-schiedenheilen, wie z. B. die eines Wechsels von Silber und Kupfer in den getriebenenDachflächen, die reichere Farbengebung einzelner, und zwar der mitgetheilten, Emaillenbei Seite lassend, muss als belangreicherer Unterschied die Behandlung der Carnation inden Medaillons und den Prophetengestalten hervorgehoben werden. Bei ersteren erscheinenalle Fleiscbtheile nur im Goldgrunde contourirt, bei letzteren bestehen sie schon aus farbigerEmaille.
14. In dieser merkwürdigen Gruppe, die sich ähnlich an den Schreinen zu Aachen und Sieg-burg findet, ist die überwältigende Person durch einen rothen Nimbus von der überwäl-tigten unterschieden, was wohl eine Deutung der Ueberwindung des bösen Princips durchdas gute zulässt.