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DEUTZ.
9. Medaillon: Heribert, zur Abwendung einer versengenden Dürre einen Bittgangleitend, ward, als er sich der Kirche von S. Pantaleon näherte, von einer weissen Taube drei-mal umkreist. Alle Tbeilnehmer der Procession waren überzeugt, der heilige Geist sei es, derHeribert heilige. Auf unsrem Bilde gewahren wir links das Portal der Pantaleonskirche, auswelcher ein Mönch mit Rauchfass und Evangelienbuch Heribertus entgegentritt. Letzterer,wie die über seinem Haupte fliegende Taube sind durch die abgekürzten Inschriften SPS.SCS (spiritus sanctus) und SCS. fERIBERF bezeichnet. Vom Himmel strömt der erflehte. Regen herab. Oben rechts wohnen in dem Zimmer eines durch Thiirme und sonstige Archi-tektur angedeuteten Palastes eine bärtige männliche und eine entschieden weibliche Personbeim Mahle sitzend diesen Vorgängen bei. Heuser sieht darirj , geleitet von der vita Heri-bert^ — die den Heribert nach Hause eilen, das Haupt auf den Tisch gelegt zu Gott in-brünstig beten und bald ,,a mensa cum sancta Scolastica capite levato" den Regen herab-strömen lässt, — die Person Heriberts selbst, der, wie einst die heilige Scholaslica, mit,auf den Tisch gelegtem Haupt gebetet halte, nun, da sein Flehen erhört ist, seine Blickedankbar gen Himmel richtet. Er übergeht dabei die zweite weibliche Figur und da an einpersönliches Zusammensein Heriberts mit der ein halbes Jahrtausend älteren Heiligen nichtgedacht werden kann, wird man beide Figuren wohl als in seinem Palast anwesende Zuschauerbetrachten müssen. Als solche empfehlen sich dann der mit dem Erzbischof durch engeFreundschaft verbundene Graf Balderich und seine Gemahlin Adela, die, von ihrer Heimalhvertrieben, in Cöln Zuflucht fanden. 13 Das Kostüm der männlicheu Figur hat überdiesseinen durchaus weltlichen Charakter, wobei freilich nicht unbemerkt bleiben soll, dass sieeine Tonsur trägt, die jedoch vielleicht ein Abzeichen der Busse in der geächteten unfreienStellung Balderichs sein könnte.
Die umrandete Inschrift lautet:
f Vota, pater. dum. fert. sacer. huic. se. spiritus. infert.f Cumque. deum. placat. reserans. celos. pluviam. dat.
10. Medaillon: Vor Heribert kniet ein bisher Besessener, ihm seine Heilung dankend,die der heilige Erzbischof während einer Palmsonntags - Procession, in welcher der Unglück-liche in Toben ausbrach, durch die Macht seines Gebetes bewirkte. Der Besessene wargebunden der Procession gefolgt, wie wir ihn im Hinlergrunde in dem Momente sehen, alsder Teufel von ihm hinwegfährt. Die erklärenden Worte sagen:
f Viribus, antiqui. presul. rapiens. inimici.
f Predam. salvavit. hanc. demonc. du. (dum) spoliavit.
11. Medaillon: Kaiser Heinrich II., in Zerwürfniss mit Heribert, kam, ihm grol-lend, nach Cöln, wurde jedoch durch ein Traumgesicht von der Unbegründetheit seinesZornes überzeugt und erscheint in unserm Bilde den Erzbischof zur Versöhnung umarmend;in einer zweiten Scene sucht der Kaiser, an einem mit Kelch und Leuchter bestellten Altarevor Heribert kniend, Verzeihung. Heinrich und Heribert sind mit ihren Namen bezeichnet und
13. Alpertus II. c. 16. apud Pertz mon. Germ, script. IV. p. 717.