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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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GLADBACH.

V

Stück der Bodenansicht; Die Länge beträgt stark 11", die Rreile 8" und die Höhe insammtdes Fusses 6". Die Mitte der Deckplatte nimmt der consecrirte Stein von verde antiquo ein,umgeben von Paralleldarstellungen des alten und neuen Testamentes. Zu oberst erscheintdie Opferung Isaaks, zu den Seiten Melchisedek 9 mit Brod und Wein und Abraham mit demOpferlamm, umgeben von der Inschrift: munera ternorum signant baec trina virorum; ob nosoblatum sümm'i patris in cruce natum. Dieser oberen Gruppe entspricht als Parallele dieuntere, in deren Mitte wir ein Crucifix mit Johannes und Maria und zu beiden Seiten dieSynagoge und Ecclesia finden. Die Schrifttafel des Kreuzes ist ohne Inschrift. Erwälmens-werth ist die Ausschmückung der Ecclesia und Synagoge. Beide sitzen auf Erdkreisen, dieerstere ist mit Krone und Nimbus geschmückt und hält in ihren Händen den Kelch und diesiegende Kreuzesfahne, während die Synagoge mit verbundenen Augen die Gesetztafeln, Speerund Rohr der Kreuzigung hält. Die Inschrift dieser Gruppe lautet: gaudeat ecclesia diva demorte redemta, legis summa perit, dum mundum vita redemit. Ausser diesen beiden Haupt-gruppen begegnen uns auf dem Deckel seitwärts noch Moses (Moyses) mit der ehernenSchlange und s der abgekürzten Inschrift: os non comminuetis ex eo 10 , Hiob (SES Job, wohlSenex Job) mit zerschundenem Oberkörper, ein Medaillon mit einem verhüllten weiblichenBrustbild und der Umschrift Patientia haltend. Unter diesen beiden Zacharias mit einemSchriflbande, auf welchem die abgekürzten Worte: videbunt in quem transferunt'', und Isaiasmit einem gleichen Schriftbande und den Worten: sicut ovis ad occisionem ducetur. I2 Diebeiden Langseiten nehmen gesondert in Bogennischen die sitzenden 12 Apostel ein. Dievordere Schmalseite, welche wir nicht in Abbildung mittheilen, vergegenwärtigt in drei Bogen-nischen in der Mitte den Heiland auf dem Himmelsbogen thronend, rechts von ihm die heil.Jungfrau und Johannes den Täufer, links die Heiligen Michael und Slephanus. Die hintereSchmalseite auf unserer Abbildung 9 b zeigt in der Mitte den Engel auf dem leeren Grabe,links die drei Marien, rechts die schlafenden Kriegsknechte, mit den auf der Abbildung er-sichtlichen Namensbeischriften.

Es ist in den Bewerbungen der Figuren ein Streben nach dramatischem Effecte nichtzu verkennen, wie es uns in so komischer Weise an den Figuren einer Xantener Reliquien-dose (Taf. XXI. 4) begegnete und wodurch sich hier die Opferung Isaaks wie Zacharias undIsaias in ihren Stellungen auszeichnen. 13 Dieser bewegtere Charakter verbunden mit einem

9. 1. Mosos 14, 13. Melchisedek erscheint auch mit Abraham in derselben Weise am Tragaltar zu

Xanten Taf. XVII. 4 d, Melchisedek allein am Tragallar zu Hannover.

10. Joh. 19, 36 als Anspielung auf IV. Mos. 9, 12: et os ejus nonconfringenl.

11. Joh. 19, 37. Vergl. Zachar. 12, 10: aspicient ad me, quem confixerunt.

12. Js. 53, 7.

13. Schnäase fuhrt dieses Kunstwerk auch B. IV. 2. p. 504 als Beispiel eines ans Komische grenzen-

den Slrebens nach Bedeutung an, datirt es aber unseres Erachtens zu früh; da der roheredramatische Naturalismus des Gladbacher und Eilherlus-Altares schon dem Uehergang zur go-thischen Kunstperiode angehört. Man sehe nur die Figur Christus am Kreuze und vergl.'dasselbe Streh'en Taf. XXXI. S.