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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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ESSEN.

Kreuzigung aus ihren Gräbern auferstanden. Wir entschliessen uns aus drei Gründen fürdie letztere Annahme. Erstens weil die wellenförmigen Andeutungen, welche die vier Figurenumgehen, sonst die Flusswellen bedeuten müssten, dem aber ihre Verwendung als Bodenflächefür die übrigen Figuren widerspricht. Zweitens würden die Flnssgötter kaum ohne Attributeauftreten, noch ihnen, denen ruhiges Umlagern geziemt, eine so lebhafte Geberde zukommen,am wenigsten der Thurm sich damit vereinigen lassen. Drittens passt aber gerade für die Auf-erstehenden diese aus der Erde emporfahrende Geberde; sie bedürfen keiner Attribute; wiedie unleren erst halb aus der Erde hervortauchen, oben links der Erstandene schon mit demlinken Fuss den Boden betritt, so finden wir in jener Figur im Thurme dann den Beginnjener Steigerung des Erwachens. Zwischen den beiden Figuren der Erstandenen, auf einigenangedeuteten Bodenwellen, entwickelt sich der dritte Vorgang, die Himmelfahrt. Empor-schauend sieben die 11 Jünger da, während der Todüberwinder — es ist uns unklar, obsein Fuss auf Schädeln oder auf Wolken ruht — in der linken Hand ein Kreuz trägt, indessdie Bechte ein Buch emporhält, als wollte sie das erfüllte Gesetz zum prophetischen Wort,den alten zum neuen Bund gesellen, indem in der die ganze Darstellung durchgehendenSymmetrie auch hier ein zweites Buch neben dem ersteren in den Wolken zu sehen ist.Aus den Wolken schauen die zwei Engel des Evangeliums, zu jeder Seite des Heilandeseiner, auf die Apostel herab, mit der Becblen den Segen ertheilend; in. der Linken haltensie Scepter. Ein Band antik stilisirter Blattmotive umfasst das Ganze.

Die Darstellungen des Goldrandes, der die Elfenbeintafel einrahmt, schliessen sichan letztere genau an. Er umgiebt dieselbe zunächst mit einem Filigranbande, besetzt mit weissenPerlen, blauen und rothen Steinen, welches von den innen) Ecken aus mit demselben Schmuckzu den äussern Ecken des Goldrahmens läuft, wodurch es denselben in 4 Abtheilungen trennt, diesich nach aussen durch einen stilisirten Blaltrand und ein Filigranband abschliessen. In derobersten Abtheilung, über der Himmelfahrt, thront der Salvalor muudi, die Füsse auf dieErdkugel gestellt, sitzend auf dem Hegenbogen, die Rechte segnend erhoben, in der LinkenBuch und Kreuz haltend. Er ist hartlos und jugendlich, vom Kreuznimbus umstrahlt, imWeiteren vom Himmelkreise umgeben, den zwei schreitende Erzengel halten und berühren,welche eben durch ihre schreitende Bewegung den Lauf der Himmelskörper zu sym-bolisiren scheinen. Sie halten in ihren, in byzantinischer Weise vom Gewände über-deckten Händen runde Scheiben, von denen die eine allerdings Strahlen, die andere nureinen kleineren Kreis enthält, die wir aber nur mit Widerstreben für Sonne und Mond halten,da deren Personificationen in gleichzeitigen Denkmälern stets zu ganzen Figuren ausgebildetsind. 57 Jedenfalls sind diese Engel Personificationen der Bewegung der Weltkörper. Diebeiden Abtheilungen an den Seiten enthalten in 4 architektonischen Nischen, deren Bogenvon Säulen mit Volutencapitäl und Basen ohne Eckblatt getragen werden, zu oberst Petrus

57. Piper: Mythologie der chrisll. Kunst. II. Ablhl. S. 141. Vergleiche über die Erzengel als Lenkerder Himmelskörper das zu Taf. XXXVII. la. Gesagte.

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