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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
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ESSEN.

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den unter einer Regel verbundenen Stiftern zu Elten, Essen, Vilich, Herford, Gandersheimund Quedlinburg öfter zwei Prälaluren von einer Äbtissin mögen verwaltet worden sein 26 , so

liegt doch nicht der mindeste Grund vor, dies für den vorliegenden Fall vorauszusetzen. Die

iÄbtissin Mathide von Quedlinburg starb urkundlich 999 27 ; nirgendwo ist aber dieses Todes-jahr auch als dasjenige der Essendiseben Mathilde verzeichnet. Ihre Lebensdauer liegt nachden Urkunden ausserhalb der Jahre 974 und 1003 2 ^, und wenn ein Schriftsteller sie 996sterben und doch zugleich die Tochter Otto I. sein lässt, so wird er nicht allein durch derenangegebenes Todesjahr 999 der Unkenntniss theilhaftig, sondern auch von demselben lateini-schen Cataloge Lügen gestraft, den er meist seinen Angaben zu Grunde legt; da nach diesemMathilde erst 998 den ehernen Leuchter und die Gebeine des Bekenners Marsus dem Stiftezu Essen schenkt. 29 ) Zudem dürften wir auch wohl vermuthen, dass Otto II. die EssendischeMalhilde, falls sie ein und dieselbe mit der von Quedlinburg wäre, ebensowohl seine intimaoder dileeta soror in den Essender Urkunden nennen würde, als er dieses nur in denen vonQuedlinburg thut. 30 Otto III. müsste darin seine Tante sowohl in Essen amita nennen alsin Quedlinburg. Aber nur die Quedlinburger Äbtissin Mathilde nennt er amita 31 ; diejenigevon Essen redet er neptis und consanguinea an. 32 Diese Benennungen neptis und consan-guinea hätte Otto III. noch weniger für seine Schwester, die Pfalzgräfin, brauchen können,woraus also hervorgeht, dass auch diese nicht die urkundliche Äbtissin von Essen war. 33Aber so viel gewähren die urkundlichen Bezeichnungen neptis und consanguinea, um die Äb-tissin Mathilde von Essen als eine Verwandte des Ottonischen Kaiserhauses erscheinen zu las-sen, und wir müssen uns deshalb in diesem Verwandtenkreise nach einem gleichzeitigen Otto«lux umsehen.

Ludolf der unglückliche 957 zu Piumbia in Italien gestorbene Sohn Kaiser Otto I.hatte einen Sohn Otto, der mit Kaiser Otto IL erzogen und ihm als Liebling stets zur Seitewar. Otto ward 973 Herzog von Schwaben und 979 zugleich Herzog von Bayern. Sein

26. Kaiser Otto II. Tochter Sophia, welche bekanntlich Aebtissin zu Gandersheim war, und Adelheid

ihre Schwester, die in Quedlinburg der grossen Mathilde folgte, waren den Calalogen undUrkunden nach beide auch zeilweise Ablissinen in Essen. «

27. Thietmar IV. 27. Fritsch: Gesch. von Quedlinburg 1828. I. p. 84.

28. Lac. I. 117. 124. 128. 134. Die Urkunde 128 sagt: cujus regiminis praedieta abbatissa tunc

gerebat dominatum, woraus Funcke p. 39 schliesst, dass die Malhilde zur Zeit derSchenkung 997 schon gestorben gewesen. Allein das tunc bezieht sich auf die Zeit, inwelcher die Äbtissin den Ort Bruggihem vor der Schenkung verwaltete, und in welcher sieden Kaiser um die Schenkung bat.

29. Funcke p. 45.

30. Otto II. nennt sie in Quedlinb. Urk. bei Eralh: Cod. dipl. Quedl. 1764. Urk. 21, 22 u. 23; in

Essen bei Funcke p. 251. Urk. VI. Lac. I. 117.

31. Erath: Urk. 28 33.

32. Lac. I. 124. 128. 134.

33. Dieser Irrthum ist wohl aus der Erzählung des Mönchs von Brauweiler hervorgegangen, nach wel-

cher die Pfalzgräfin vor ihrer Verheirathung zur Erziehung und vielleicht auch zum Noviziatin Essen war. Vergl. Funcke p. 45.