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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
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ESSEN.

Kölner Diöcese gelegene Kloster auch zunächst der Inspection des Bisthums Hildesheim verblieh.Am Tage der heiligen Aerzte Cosmas und Damianus wurde 873 auf der Synode zu Kölndie Stiftungsurkunde verlesen und bestätigt und dieses Tages halber die Stiftskirche, ausserder h. Jungfrau, gerade den beiden Heiligen geweiht. 2 Wenngleich es nicht ausgebliebensein wird, dass Hildesheim seiner neuen Tochter Blüthe eifrig zu fördern suchte 3 , so wares doch die glückliche Wahl dreier Aebtissinnen aus dem Ottonischen Kaiserhause: Mathilde,einer Blutsverwandten Kaiser Otto's III. 9741003 v , Sophia, Schwester Otto's III. um 1021 5 ,Theofanu, Enkelin Otto's II. 104154 6 , welche die neue Stiftung mit Glanz erfüllte. Dienoch zum Theil erhaltenen Bauten jener Zeit und die im-Folgenden zu besprechenden vondiesen Aebtissinnen gestifteten Kunstwerke geben Zeugniss davon. Wir sehen denn auch balddas Stift in fortwährender Zunahme von Gerechtsamen, Schenkungen und Stiftungen. Esbesass das Becht der freien Wahl seiner Aebtissinnen 7 und seiner Vögte 8 , war eximirt vonder Jurisdiction der Landesbischöfe und dem päpstlichen Stuhl unmittelbar untergeben. 9Die Schenkungen bilden eine lange Beibe 10 , und unter den geistlichen Stiftungen sind her-vorzuheben: Stoppenberg'*j gegründet 1073, Bellinghausen 12 und mehrere Convente in derStadt. 13 Mit Zunahme dieser Bedeutung wurden 1226 die Aebtissinnen Fürstinnen, und seitMitte des Jahrhunderts trat das Stift somit als kaiserliches, freiwellliches mit eigener Juris-diction, Münze und Zoll auf. 14

Aus den ursprünglichen Bewohnern des Hofes Essen und den Umwohnern des Stiftesmuss sich frühe eine Ortschaft von einiger Bedeutung entwickelt haben ; denn zwischen 92634soll der pagus Assinde schon mit Mauer und Pfahlhecke umgeben worden sein. 15 Im 13lenJahrhundert ist Essen schon eine befestigte Stadt, die vom Kaiser belagert wird "y und im14ten Jahrhundert erscheint die Zahl der Bewohner schon so bedeutend, dass eine zweite

1. Binterim. I. p. 48. p. 99 u. 112. Ledebur in seinem Archiv I. p. 297.

2. Sliftungsurkunde. Lac. I. 69.

3. Vergl. Text zu Tafel 24 u. 28.

4. Lac. 1. 117, 124, 128, 134.

5. Lac. 1. 162, 163.

6. Lac. I. 176, 184, 190. Sie starb, nach der Angabe eines Necrologiums v. Gerresheim im Düsseid.

Archiv, am 5. März.

7. Lac. I. 97, 134.

8. Lac. I. 134. Uebrigens hatte das Stift für verschiedene Gauen, in denen seine Güter lagen, auch

verschiedene Vögte. Ledebur Archiv II. p. 312.

9. Lac. I. 99 u. III. 321.

10. Funcke: Geschichte des Fürstenlhums u. d. Stadt Essen. 1851. p. 36 u. Lac. I. 81, 128, 162.

235. Bruchslücke zur Geschichte des Stiftes Essen, in Tross, Wesphalia 1826.

11. Lac. I. 217.

12. Binterim. I. p. 100. No. 50.

13. z. B. ein Officium der Aehtissin Swanhild. Lac. I. 235.

14. Funcke: 266 Urk. XVI.; als Fürstin tritt die Aehtissin bei Lacomblet zuerst auf. II. 676.

15. Funcke, p. 29.

16. Funcke, p. 53. Lac. II. 908.