KEMPEN.
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10.
Silbervcrgoldeter golhischer Kelch. Der Fuss ist wie bei vielen gothischen Gefässenund auch dem Vorigen zu unterst in seiner Basis ä jour durchbrochen, alsdann in seinerFläche in 8 glatte Felder getheilt, von denen eins mit einem gravirten Kreuz in einem Me-daillon geschmückt ist. Der untere Knauf, aus welchem dieses Achtblatt gleichsam ausläuft,trägt zur Verzierung die Leidenswerkzeuge, in erhabener Arbeit; während der achteckigeMittelknauf mit den ciselirtcn Figuren der 8 Apostel, Paulus mit dem Schwerte, Barlholo-meus mit dem Messer, Jacobus mit der Keule, Johannes mit dem Kelche, Thomas mit derSäge, Petrus mit den Schlüsseln, Andreas mit dem Kreuze, und dem 8ten mit dem Symboleeines Thieres, geschmückt ist. Grösse 8".
Tafel XXIII.
1. la. Ib. lc.
Von ausserordentlicher Schönheit, vollem Reichthum und glänzender Technik gibt derdreisitzige Celebrantenstuhl der Kempener Kirche Zeugniss. Man darf ihn als das vollendetsteWerk dei Holzschnitzschule von Calcar betrachten. Das ganze Gestühl hat eine Breite von7' 2" und ist 12' 9" hoch; es wird von zwei Kirchenpfeilern, die es von beiden Schmal-seiten begrenzen, in die Mitte genommen, so dass die Wangenstücke 1 a, nur von Innensichtbar, auch nur einwärts eine künstlerische Ausschmückung haben. In den Mittelfelderndieser beiden Wangenstücke erscheinen Christus als Salvator mundi und Petrus.
Der Mittelsitz ist von den beiden anderen Sitzen durch Armlehnen wie bei lbgetrennt. Die Rückwand, im oberen Theile von durchbrochenem Stabwerk gebildet, istunten den drei Sitzen entsprechend in drei geschlossene Felder gelheilt, auf denen,ähnlich wie bei den Rückwänden der Calcarer Chorstühle (Taf. XV.), Teppiche durch einebunzirle Musterung des Holzes nachgeahmt sind. Die Hinterseite dieser 3 Felder der Rück-wand lc enthält im mittleren Felde die Leidenswerkzeuge, die 3 Würfel und 3 Nägelauf Wappenfeldern in den oberen Ecken, und auf denen seitwärts Wappen. Derreiche durchbrochene mit Rravour geschnitzte Baldachin, der über dem Mittelsitze vor-springt, ist mit drei Figuren geschmückt, von denen die mittelste David mit der Harfe vor-stellt. Inschrift und Wappen bezeugen uns den Stifter und die Zeit der Stiftung. Die In-schrift beginnt auf dem Wappenstücke 1 a mit der Christusfigur unter welcher wir auf einemSchriftbande das Wort anno lesen. In den drei vorderen Feldern der Rückwand (1) obenin den Bogen steht dann im ersten Felde dm, im zweiten M, im dritten CCCC und aufeinem Schriflbande des Wangenstückes la unter der Figur des Petrus XXXXVI, mithin sinddie Sitze anno domini 1446 gegründet worden. Ausserdem finden wir, wie bereits erwähnt,auf der Hinterseite der Rückwand 2 Wappen, nämlich dasjenige von Kempen, mit der abge-kürzten Inschrift arma oppidi Keinpensis, und dasjenige des Cölner Erzbischofs Herman IV. vonHessen, mit der abgekürzten Inschrift; Arma -archiepiscopi coloniensis. Die Wappen sind am