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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
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KEMPEN.

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KEMPEN,

Stadt am linken Kheinufer, südlich von Geldern, welche in der Geschichte zuerst als curtisder Kölner Kirche auftritt, im Jahre 1073 und kurz darauf 1085 als Kirchspiel. 1 StädtischeBedeutung gewann dieser Besitz der Kölner Kirche erst am Ende des 13ten Jahrhunderts,indem Kempen 1294 zur Stadt erhoben und hald darauf stattlich befestigt wurde.' 2 Wiedie endlosen Unruhen und Privatfehden in den folgenden Jahrhunderten einestheils den Zu-stand der Verheerung dauernd machten, so war der Uebermuth, der sie fortwährend ent-stehen liess, und das Vorhandensein der Mittel, die sie ermöglichten, auch wieder ein Beweisdes Wohlstandes u. der Blüthe jener Zeit. Auch Kempen theilte diese Unruhen u. dieseBlüthe. Es ward belagert u. verpfändet, war oft mit Köln in Streit und sagte sich endlichvon demselben los. :i Aber es bewahrt auch hinreichende Andeutungen einer bedeutenden Cultur'-blüthe. Wir erfahren von Miniaturmalern daselbst 4 ; und da der schöne Becher (9) in Kempengestiftet ward,, lässt sich auch seine Anfertigung dort annehmen. Thomas von Kempen, derberühmte Verfasser der Nachfolge Christi, ward hier geboren, die herrlichen Gestühle derKirche, ihr Beichthum an geschnitzten Altären 3 und Utensilien, endlich die bemerkenswerthenZiegelbauten der Burg 6 und Befestigungen legen ein hinreichendes Zeugniss ab, dass Kempenan der Blüthe des Niederrheines wesentlich Antheil hatte.

In frühester Zeit, ehe die örtliche Concentrirung der Bewohner statt fand, war fürdie Bewohner des ganzen ländlichen Bezirkes die von Kempen eine halbe Stunde entferntePeterscapelle zum Gottesdienst gebräuchlich, eine Gapelle, welcher die Tradition wohl caro-lingisches Alter zuschreibt, die auch ohne Fundamente gebaut sein soll, aber in ihrem Mangeljeglichen Schmuckes und künstlerischen Ausdruckes als ein einschiffiger roher Dürftigkeits-bau jeden Zeitalters sein könnte." Höchst interessant für den plötzlichen Aufschwung der

1. Lac. I. 217 und 238. Vergl. Lac. I. p. 152, wo in der Anmerk. Kempen als Campini schon

um 890 vorkommt.

2. Lac. IV. 677, und Kempener Stadtgeschichle in No. 46 der Westphalia 1826.

3. Lac. III. 134. IV. 496.

4. Mooren erwähnt in seinem Schrifichen über Thomas von Kempen Johann Hemmerken als solchen

und noch einen anderen; p. 33.

5. Ein flüchtiger Aufsatz über Kempen im Domblatte No. 168 (1859) von Herrn Franz Bock, den

der Verfasser veröffentlichte ohne der Besichtigung der folgenden Tafeln zugedenken, obgleiches doch sehr im Interresse der Wissenschaft lag zu erfahren, dass die Kempener Schätze inAbbildungen vorhanden seien, nennt die drei Kempener Altare prachtvolle Werke aus derBlüthe der Bildschnitzerei. Wir können mit diesem Urtheil nicht übereinstimmen, indem dieAltäre der Zeit nach aus dem 16ten Jahrhundert und dem Werthe nach handwerksmässigergearbeitet sind, wie die von uns mitgetheilten zu Calcar und Xanten. Die Gestühle vonKempen stehen weit über den Allären. In Kempen befindet sich noch eine silbervergoldeteKette aus künsll. Eichenlaub mit Medaillon, welche zum Schmucke einer Madonna diente, undein schönes Pectorale im Benaissancestile.

6. Ueber die Burg siehe das Organ für christl. Kunst.

7. Vergl. Binterim I. p. 295 und Mooren an d. belref. St.