GESCHICHTLICHE ÜBERSICHT DES CLEVISCHEN NIEDERRHEINES.
Krall in die üppigen und glänzenden Formen des Zopfes an Chorscliräiikcii, Beichtstühlenund Altären. 9
Obgleich wir eine Geschichte der historischen Entwicklung der Künste in den Bhein-landen erst nach Vollendung dieser Publication zu schreiben gedenken, wenn sich dieselbeaus der vorliegenden Gesammtheit der Denkmäler ergiebt, und wir somit auf die Gruppender Holzschnitzer und besonders der Goldschmiede in den beiden Kunstperioden ausführlichzurückkommen, so liegt dieser Zeitpunkt doch noch zu fern, als dass wir diese wichtigeAufklärung für Calcar hätten unterlassen dürfen. Wir fügen desshalb auch noch einige Be-richtigungen bei.
Taf. I. 5. Ein ganz gleiches Thonrelief besitzt Herr Prof. von Reider in Bamberg.Taf. II. 1 a. In dem Medaillon der Kreuzigung befindet sich zu beiden Seiten des
Crucifixes eine kleine Sonne und ein kleiner Halbmond.Taf. III. Die Filigranfäden dieses Schreines haben eine feine Körnung.Taf. VI. 8. u. XVII. 2. Eine typisch gleiche, aber wegen ihres reicheren Ornamentesspätere Elfenbeinkiste im Museum zu Darmstadt, an welcher anstatt antiker Be-miniscenzen die Geschichte Adams u. Evas in den einzelnen Feldern dargestelltist, überzeugte uns durch ihre griechischen ßeischriften, dass die geineinsameHeimath solcher Transportkisten für die nach dem Norden zu sendenden Reli-quien avoI ßyzanz war.Taf. X. 14. ßefindel sich nicht in Wissen, welches überhaupt nur ein Bitlersitz desGrafen Loe ist, ohne Ortschaft und Kirche. Die falsche Angabe beruhte aufeiner irrtbümlichen Mittheilung des Herrn Gaplan Bock.Taf. XVII. 4. Durch die Entfernung des geweihten Altarsteines aus der Deckplatteund die spätere Einfügung einer Silberplatte mit der Inschrift: in hac Capsulasunt reliquiae, Hessen wir uns verleiten, in diesem Bebälter nur ein einfachesReliquiar zu sehen, während die Form und die anderen Inschriften uns bald über-zeugten, dass derselbe ein altare portatile sei, aus dessen Deckel man den ge-weihten Stein entfernt und die spätere Silberplatte mit der besagten Inschrifteingesetzt hatte. Die Emaille ist email champleve, und die Entstehuugszeit das12le Jahrhundert. Die Angabe des Uten Jahrhunderts beruht auf einem Druck-fehler. Vergl. Taf. XXXI 9. Text zum altare portatile von Gladbach.Taf. XVIII. 1. Die Emaillen sind email. champleve.
9. Die schönsten Zopfmobilien in Werden, Straelen und Gerresheim.