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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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471
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Band VIT. IV. Geistesstörung ohne nachweisbares Vorausgehen einer bestimmten körperlichen oder geistigen Einwirkung.

471

Lau-fende

No.

1.

Charge.

Alter zur Zeit

des Krieges.

Civilberuf.

2.

Anamnestische Daten.

Hereditäre

und individuelle

prädisponirende

Momente.

3.

Zeit,

zu welcher die

Geistesstörung

unzweifelhaft

hervortrat.

4.

Krankengeschichte.5.

AusgaiMf.

Be-merkungen.

6.

xcra.

Wehrmann.

29 Jahre.

Schuhmacher.

4

Erbliche Anlage nichtDachweisbar.

Normale leibliche undgeistige Entwickelung.Im Feldzuge 1866 einepileptischer An-fall. Erhielt seinerAngabe nach sodannvon einer Dame einGeheimmittel, nachwelchem er fünf Jahrevon Anfällen frei blieb.Machte den Krieg1870/71 ohne Erkran-kung mit.

Zwei Monate nach seiner Rückkehr aus Frank-reich stellten sich wiederum epile ptische A nfälleund zwar jetzt mit grösserer Häufigkeit und Heftigkeitein, zuweilen 6 10 an einem Tage. Mit der Zeitgesellte sich zu der Epilepsie Geistesstörung. DerKranke war vor dem Ausbruch der Anfälle unruhig,ängstlich, verlor Schlaf und Appetit. Nach dem An-falle trat Tobsucht ein mit heftigen Angriffen gegenseine Umgebung, so dass er zeitweise gefesselt werdenmusste und schliesslich im Oktober 1875 seine Auf-nahme in eine Irren-Anstalt erforderlich wurde.

Im Januar1877als ge-heilt ent-lassen,nachdemsich längere

Zeit hin-durch wederepileptische

Anfälle,nochSpurenvon Geistes-störunggezeigthatten.

XCTV.

Reservist.24 Jahre.

Aus anscheinend ge-sunder Familie.

Schon vor demKriege war verän-dertes Wesen wahr-genommen worden.Machte bei seiner Ein-ziehung dem Kom-pagniechef den Ein-druck einesschwachsinnigenMenschen.

Sommer 1871.

Die gleich nach dem Kriege konstatirte Geistes-krankheit war melancholischer Art; dann folgteein Exaltationsstadium und schliesslich

Ver-b 1 ö d u n g.

XCV.

Reservist.25 Jahre.

Keine erbliche Dispo-sition nachweisbar.

Körperlich und geistignormal entwickelt. Be-kam am 18.Augustl870einen leichten Streif-schuss an den linkenOberschenkel und ver-blieb nach Heilung des-selben beim Ersatz-Bataillon.

Gleich nach seiner Entlassung vom Militär, als erseinem Vater in der Wirthschaft half, wurde letzteremeine wesentliche Veränderung in dem Benehmen desSohnes bemerkbar. Der sonst folgsame und willigejunge Mann war jetzt eigensinnig, arbeitsscheu,las viel in Gesang- und Andachtsbüchern. Allmäligtraten deutliche Wahnideen hervor. Er behauptete,wegen einer Insubordination vor Metz erschossen wer-den zu sollen, dann glaubte er wieder, der Kaiser werdeseinen Tod nicht zulassen, sondern ihm soviel Landgeben, dass er sorgenfrei leben könne. Schliesslichwurde er auch aggressiv gegen seine Umgebung, sodass im Februar 1875 die Aufnahme in eine Irren-Anstalt erfolgen musste. In der Anstalt hat sichsein Zustand nicht wesentlich verändert. SeineWahnideen waren vornehmlich religiösen Inhaltes.