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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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Band VII.

II. Geistesstörung nach körperlichen Erkrankungen.

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Art und Verlauf der Geistesstörung.

Während des Lazareth-Aufenthaltes stellten sich Verfolgungs-Ideen ein. Pat. glaubte, dassseine Stubengenossen auf ihn schimpften, Anspielungen auf ihn machten, ihm nachsagten, er habemehrere Preussen erschossen etc. etc. Auf dem Transport nach Deutschland machte er Fluchtversucheaus dem Eisenbahnwagen, weil er meinte, man wolle ihn zerschneiden und Extrakt aus ihm bereiten.Im Juli 1871 wurde er einer Irren-Anstalt übergeben, nachdem sich inzwischen deutliche vasomotorischeStörungen ausgebildet hatten. Das Gesicht war gedunsen, der erste Ton an der Herzspitze unrein, ander Aorta kaum hörbar, der zweite ebendaselbst schwach, an der Pulmonal-Arterie accentuirt. Es be-standen geringe gastrische Störungen. Pat. blieb dort stundenlang unbeweglich, bis eineenergische Anregung von aussen auf ihn einwirkte. Die Angstgefühle, welche ihn Anfangs be-herrschten, nahmen ab unter Anwendung des konstanten Stromes, doch blieb ein dumpfes Gefühl vonSchwere im Vorderhirn; dass Gedächtniss war schwach, der Gedankengang träge, dieUrtheilskraft vermindert.

Pat. machte auf die Aerzte des Feldlazareths bald den Eindruck eines psychisch Erkrankten.Nachträglich gaben seine Kameraden an, dass sie ihn schon während des ganzen Vor-marsches für verrückt gehalten haben. Mitte Oktober wurde er in ein heimisches Lazarethevakuirt. In diesem langte er mit fortbestehendem fieberhaften Magendarmkatarrh und einer Alterationdes psychischen Verhaltens an, welche sich namentlich darin kundgab, dass Pat. vorgelegte Fragen nurzögernd und langsam, bisweilen auch gar nicht beantwortete, mit der Mütze auf dem Kopf ganz ruhigund theilnahmlos dasass oder langsam umherging. Auf dem rechten Auge bestand Schielen. Beider Ueberführung in eine Irren-Anstalt im September 1871 wurde bleiche Gesichtsfarbe, ärgerlicher,unzufriedener Gesichtsausdruck, leichtes Gliederzittern, etwas schwankender Gang, bisweilenstockende Sprache wahrgenommen; der linke Mundwinkel stand etwas höher als der re chte, auchdie Zunge wich nach rechts ab; an den Organen der Brust und des Bauches war keine Veränderungnachweisbar. Die psychischen Symptome steigerten sich in der Anstalt. Pat. glaubte, eine gebrocheneNase zu haben, dass ihm der Athem bis zu den Ohren gehe und er dadurch aufgezehrt werde. Gesichts-und Gehörstäuschungen stellten sich ein; der Kranke wurde streitsüchtig, klagte über heftigeGliederschmerzen.

Es bildete sich allmälig eine melancholische Gemüthsstimmung aus, welche 1877 die Auf-nahme in eine Irren-Anstalt bedingte.

Allmälig traten Zeichen geistiger Störung auf, unter denen Gehörstäuschungen eine hervor-ragende Rolle spielten. Da Tobsuchtsanfälle hinzutraten, wurde Pat. in eine Irren-Anstalt aufgenommen.Nach einem Attest vom August 1876 litt er an Verfolgungswahn und häufigen Tobsuchts-anfällen. Das Leiden schritt vorwärts bis zum Stadium der psychischen Schwäche; die Zungewurde zitternd hervorgestreckt.

An den Lazarethaufenthalt schloss sich dauerndes geistiges Kranksein, welches zu sekundärerSeelenstörung führte.

Ausgang.Bemerkungen.

7.

Ende Oktober 1872un geheilt entlassen.

Im April 1872 stelltensich Husten und Fieberein; es wurde Dämpfungund bronchiales Athmenan der linken Brustseitekonstatirt; Durchfälletraten hinzu; Tod unterden Symptomen derchronischen Lun-gen-Infiltration.

Paralyse.