Band VII.
I. Geistesstörung nach Verletzungen.
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Art und Verlauf der Geistesstörung.
Schon während der vorsehreitenden Heilung der Resektionswunde fiel es auf, dass Pat. gar keineFreude empfand über die verbesserte Gebrauohsfähigkeit seines Armes, sondern immer nur klagte, er seiund bleibe ein Krüppel, und andauernd versicherte, in wie hohem Grade sein Nervensystem durch dielangen und schmerzhaften Krankenlager gelitten habe. Er zeigte Unlust zu Allem, Energielosig-keit, tiefe Verstimmung. Eine Badekur und ein Aufenthalt im Süden blieben ohne wesentlichenEinfluss. Er kehrte darauf zu seinem Regimente zurück, war aber nicht im Stande, seinen dienstlichenObliegenheiten nachzukommen. Allmälig wurde er immer schwächer und muthloser, seine Stimmungimmer melancholischer. Gesichts- und Gehörs-Hallucinationen sowie Verfolgungswahntraten hinzu. Schliesslich machte ein Tobsuchtsanfall die Ueberführung in eine Anstalt nothwendig.
Lebte in relativ guten Vermögensverhältnissen, kam in Folge seiner Arbeitsunfähigkeit in schlechteGesellschaft, excedirte in Baccho, wurde unlenksam, bekam melancholische Gemüthsstim-mung und verfiel langsam in Blödsinn.
Während des durch den Beinbruch bedingten Krankenlagers stellten sich Verfolgungsideenund Hallucinationen ein. Lange Zeit war Pat. von dem Wahne beherrscht, dass der Arzt, welcherihn zuerst behandelt hatte, sein Todfeind sei und ihn mit allerlei Chikanen verfolge. Auch nach derRückkehr in seinen Wohnort besserte sich das psychische Verhalten nicht. Im Frühjahr 1872 Aufnahmein eine Anstalt. Selbstmordtrieb. Mit der Zeit wurde er ruhiger, blieb jedoch von der Vorstellungeingenommen, dass man ihm fortdauernd von allen Seiten nachstelle, seine Gedanken mittels telegraphischerLeitungen erforsche und dass er die rastlose Thätigkeit seiner Feinde, welche ihm nach dem Lebentrachten, in den Wänden und in seiner nächsten Nähe vernehme. Er bedurfte zu dieser Zeit minderstrenger Ueberwachung, bot jedoch keine Aussicht auf Genesung.
Gleich nach seiner 1871 erfolgten Entlassung vom Militär bemerkte seine Frau eine wesentlicheVeränderung in seinem Benehmen; er arbeitete wenig, las viel in geistlichen Büchern, sprachoft über religiöse Dinge. Als er im September 1872 in ein Krankenhaus aufgenommen wurde, konnteausgeprägte Geistesstörung konstatirt werden. Er hatte Grössenvorstellungen religiösen In-halts, hielt sich für einen zur Erlösung des Menschengeschlechtes bestimmten Gesandten Gottes etc.Im März 1873 erfolgte die Ueberführung in eine Irren-Anstalt, wo sich sein Leiden von vornhereindurch weit vorgeschrittene psychische Schwäche, Grössenwahn und Bewegungsstörungen,zumal bei der Sprache, charakterisirte.
Ausgang.Bemerkungen.
Befand sich 1878 als„unheilbar Geistes-kranker" noch in derAnstalt.
Blödsinn.
ParalytischerBlöd-sinn.Tod im Januar 1875.