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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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X. Kapitel: Kriegs-Psychosen.

Band VII.

Lau-fende

No.

1.

Charge.

Alter zur Zeit

des Krieges.

Civilberuf.

2.

Anamnestische Daten.

Hereditäre

und individuelle

prädisponirende

Momente.

3.

Ort, Zeit und Art der Verletzung.Bemerkungen zur Verletzung.

4.

Zeit,

zu welcher die

Geistesstörung

unzweifelhaft

hervortrat.

5.

XXV.

Lieutenant.

War immer hochgradignervös reizbar.

Erhielt im Gefecht bei Vendöme am 16. Dezember 1870vierGewehrschüsse, und zwar über dem rechten Knöchel,am inneren Knöchel des linken Fusses, am linken Ober-schenkel und am linken Ellenbogengelenk. Dieletztgenannte Verwundung war die schwerste, führtelangwierige Eiterung und Ankylose, schliesslich imHerbste 1871 die Resektion des Ellenbogengelenkesherbei. Trotz bedeutender Muskelatrophie wurde durchdie Operation die Funktionsfähigkeit des Armes wesentlichverbessert; die Heilung der Resektionswunde aber gingnur langsam von statten.

Winter 1871/72.

XXVI.

Grenadier.21 Jahre.

Vater nervenschwach;Schwester-geisteskrank;Vetter des Vatersepileptisch.

Selbst früher immer

gesund. Williges Ge-

müth, schwache

geistige Anlagen.

Von einer im Kriege 1870/71 erlittenen Verwun-dung blieb Lähmung der Finger der linken Handzurück.

XXVII.

Hauptmann.36 Jahre.

Wegen kontagiöserAugenentzündunginvalidisirt, sodannPostbeamter; trat beiAusbruch des Kriegesfreiwillig wieder in denMilitärdienst.

Erbliche Anlage sollin der Familie nichtvorhanden gewesensein. Er selbst schonvor dem Feldzuge im-mer leicht erregt,auffälligen Stim-mungswechseln un-terworfen.

Erlitt am 28. Januar 1871 durch einen Hufschlageinen Splitterbruch beider Knochen des rechtenUnterschenkels. Die Verletzung heilte mit geringerVerkürzung des Fusses und unwesentlicher Funktions-störung.

1871.

XXVIII.

Wehrmann.33 Jahre.Tischler.

Erbliche Anlage nichtnachweisbar. Kör-perlich und geistig gutentwickelt, stets ge-sund, fleissig und solide;hat in glücklicher Ehegelebt; zwei gesundeKinder.

Erlitt im Kriege 1870/71 beim Sprengen einer Eisen-bahnbrücke durch Aufschlagen einer Schiene eineschwere Brustverletzung, lag lange Zeit in Lazarethenund wurde wegen der von der Verletzung zurückgebliebe-nen Folgen invalidisirt.

September 1872.