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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
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Band VII.

II. Abschnitt: Krankheitserscheinungen.

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kommener Starre nur 37 mal deutliche Verengerung, 34 malnormale Weite der zum Theil differenten Pupillen. Bern-hardt berechnet aus seiner Klientel 15..-, [| mit Myosis und

der Lichtreaktion. Vergleicht man

gleichzeitigem Ausfall

hiermit die Erfahrungen unter den Invaliden aus dem

Deutsch-Französischen Kriege, so zählt man unter jenen41 Tabikern mit angeblicher Starre der Pupillen 18 imVerein mit spinaler Myosis (1IJ, XI, XIX, XXIV, XXXII,XXXVI, XLII, LVII, LXI, LXIV, LXVI, LXXI, LXXII,LXX11I, LXXV, LXXXIV, XCIX, C), 2 mit Mydriasis(XIII, LH), 9 mit mittlerer gleicher Weite (1, V, XVI,XVII, XXXIII, LXIII, LXV, LXXXII, LXXXV11), 9 mitungleicher Weite der Pupillen (IV, XXI, XXIX, L1V,LXVIII, LXIX, LXXX1, XC1II, XC1V); in drei Fällenfehlen genauere Angaben.

Per reflektorischen Starre steht die akkommodative gegen-über und beide vereint stellen diekomplete Pupillen-starre" Erb's dar. Diese absolute Immobilität soll nebennormaler Weite oder paralytischer Erweiterung in der letztenPeriode der Tabes nach den Ausführungen Vincent's dieRegel sein. Sie ist dann meist mit Amaurose verbunden.Aber sie wird auch in früheren Perioden der Tabes be-obachtet. Bernhardt, welcher sie viermal oder in 6.8 °fand, giebt an, dass die Tabes zweimal zwei und einmalvier Jahre bestanden habe. Die Tabelle der Feldzugs-kranken macht 3 Fälle (III, XXXIII, XCIX) kenntlich,von denen 2 (XXXIII, XCIX) eine doppelseitige, 1 (III)eine einseitige totale Unbeweglichkeit der Pupille darboten.In dem letzten fiel zugleich neben Herabsetzung der Seh-schärfe auf beiden Augen eine Verschiedenheit in derPupillenweite auf, derart, dass diejenige Pupille, welcheweder auf Licht noch auf Akkommodation reagirte, er-weitert, die andere der willkürlichen Innervation gehorchendeaber auffallend eng war. Ungeschädigt war das Sehver-mögen in die Ferne bei dem Kranken XXXIII, der beimittlerer Pupillenweite im Jahre 1884 komplete Starrezeigte. Im Falle XCIX blieb die schon seit Jahren be-obachtete Myosis auch nach Eintreten der absoluten Re-aktionslosigkeit der Pupillen fortbestehen, und erst sehrviel später kam es zur Farbenblindheit und Einengung desSehfeldes durch beginnende Optikusdegeneration. DieBeobachtungen aus dem Kriege sind nicht dazu angethan,für die verschiedenen Perioden der Tabes Veränderungenan den Pupillen aufzusuchen, die, wie Vincent meint, inkonstanter Weise aufzutreten pflegen und je nach der Dauerder Krankheit charakteristischeEigenthümlichkeiten besitzen.Von den drei Krankheitsperioden, welche dieser Autorunterscheidet, soll die erste durch verminderte Kontraktili-tät auf Lichteinfluss neben normaler Bewegung auf akkommo-dative Impulse bei abnormer Weite mit oder ohne Ungleich-heit der Pupillen, die zweite durch Myosis, Amblyopie undreflektorische Starre, die dritte durch Amaurosis und kom-plete Starre neben normaler oder abnormer Pupillenweiteausgezeichnet sein.

Zu den erwähnten 9 Fällen von ungleicher Pupillen-weite neben reflektorischer Starre, von denen die Beob-achtung LXVIII noch dadurch merkwürdig ist, dass anverschiedenen Tagen bald die eine, bald die andere Pupilleenger oder weiter war, kommen noch (5 andere (VII, IX,XXV, XXVI, LXVII, LXXIX), welche sich mit demSymptom der Pupillendifferenz begnügen und die Resultateder Reflexprüfungen nicht berühren. AkkommodativeReaktionslosigkeit bei erhaltener Beweglichkeit der Pupillenauf Licht wurde unter den Kriegsinvaliden der in Redestehenden Krankheitskategorie niemals wahrgenommen,scheint diesseitigen Wissens überhaupt bei der Tabes un-bekannt zu sein.

Das Vorkommen von Augen muskell ahm ungen aufder Basis der grauen strangförmigen Entartung der Hinter-sträuge wird von Erb für nicht sehr häufig, aber für oft schonfrüh gehalten. Er hatte 38. 7 g-, Bernhardt 39.6 £ Fälle auf-zuweisen. Ihrer Frequenz nach nimmt die Abducenslähmungdie erste Stelle ein, demnächst folgt die der Okulomotorius-äste, zuweilen sind beide Nervenstämme betroffen. In ein-zelnen Fällen bleibt die Lähmung permanent, in der Mehr-zahl derselben pflegt das Doppeltsehen aber nur kurze Zeit,einige Wochen oder Monate, anzuhalten, um gelegentlichniemals, öfter jedoch in ungesetzmässigen Zwischenräumenwiederzukehren. Für die Kranken eine äusserst lästigeErscheinung, bildet sie einen vornehmlichen Gegenstandihrer Klagen. Man darf daher von der Voraussetzung aus-gehen, dass das Symptom bei den Invalidenuntersuchungenüberall genügend beachtet und in die Befunde eingetragenist. Ist diese Voraussetzung richtig, dann kommt der beiden Feldzugstabikern gefundene Prozentsatz der Augen-muskellähmungen 35 ^ den Angaben Erb's undBernhardt's ziemlich nahe. In einem rapide verlaufendenFalle (30) wurde Doppeltsehen schon im Januar 1871beobachtet. Sonst ist Augenmuskellähmung zuerst notirtim 2. und 3. Erkrankungsjahre 1 mal, im 4. und 5.5 mal, im ö. und 7. 11 mal, im 8. und 9. 6 mal, im 10.und 11. 3 mal, im 16. 1 mal. In dem protrahirten Ver-laufe der Tabes scheint ein völliges Freibleiben von ihr zuden Ausnahmen zu gehören, die Anamnese ergiebt fastimmer, dass zu einer gewissen Zeit vorübergehende Diplopiedie Kranken beunruhigt hat. Von 40 vorgeschrittenenFällen, welche Verfasser prüfte, waren nur 7, in denennach Aussage der Untersuchten Innervationsstörungen imBereiche der Augenmuskeln bis dahin absolut gefehlt hatten.Dass sie ihnen noch bevorstanden, scheint ein erlaubterstatistischer Schluss. Vier dieser Fälle (V, LXII, LXV,LXXXV1I) findet der Leser unter den Tabikern aus demFeldzuge. Obgleich die Lähmung der Augenmuskeln fastregelmässig eine passagere ist, so kann sie doch auchgelegentlich stationär bleiben. Hierfür liefert beispiels-weise der Fall IV einen treffenden Beweis, da die Lähmungdes m. rectus internus dexter vom Jahre 1876 bis jetztunverändert fortbesteht. Er zeichnet sich vor Seinesgleichen

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